Start / Sport / Hummels gesteht persönliche Probleme mit Nagelsmann nach Forderung von Konsequenzen

Hummels gesteht persönliche Probleme mit Nagelsmann nach Forderung von Konsequenzen

WM 2026: Hummels gesteht persönliche Probleme mit Nagelsmann nach Rauswurf-Forderung - BILD

Hummels äußert sich zu Nagelsmann

Der MagentaTV-Experte Mats Hummels hat sich zu seiner Forderung nach personellen Konsequenzen nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 geäußert. Er gab an, dass auch persönliche Probleme mit Bundestrainer Julian Nagelsmann seine Haltung beeinflusst haben. Hummels sprach darüber, dass die Ereignisse rund um die Heim-EM 2024 nicht immer fair und ehrlich verlaufen seien. Er betonte die Notwendigkeit eines privaten Gesprächs, das bisher nicht stattgefunden habe, was ihn emotional in eine bestimmte Richtung dränge.

Trotz dieser persönlichen Betroffenheit argumentierte Hummels, dass die aktuelle Faktenlage eine Veränderung auf der Trainerposition erfordere. Er hatte zuvor nach der Niederlage im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (4:5 n.E.) deutliche Worte gefunden und personelle Konsequenzen gefordert, die nicht nur die Spielerseite beträfen. Hummels formulierte damals, dass es auf der verantwortlichen Seite nach Konsequenzen schreie und dass dies ein Thema für den Bundestrainer und den Verband sein müsse.

Hummels erklärte, er habe bewusst keine Namen genannt, sondern lediglich die Position des Bundestrainers hinterfragt. Er zog Vergleiche zu Jogi Löw, der nach einem schlechten Turnier im Jahr 2018 ebenfalls mit Forderungen nach Konsequenzen konfrontiert war. Hummels stellte die Frage, was in Nagelsmanns Amtszeit gut und was weniger gut gelaufen sei, und äußerte, dass eine Fortsetzung der aktuellen Situation schwer vorstellbar sei.

Die Entwicklung der Nationalmannschaft

Das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 im Sechzehntelfinale gegen Paraguay markiert das Ende einer Entwicklung, die sich nach der Heim-EM abzeichnete. Die anfängliche Euphorie nach der Europameisterschaft wich schrittweise der Ernüchterung. Nach der EM schien die Mannschaft einen klaren Plan zu haben, doch die ersten Rückschritte wurden bei den Nations-League-Final-Four im eigenen Land sichtbar. Dort verlor Deutschland das Halbfinale gegen Portugal und das Spiel um Platz drei gegen Frankreich.

Nagelsmann kommentierte diese Niederlagen damit, dass Deutschland „ein paar Prozent“ zur Weltspitze fehlten, was als erstes Zeichen einer nachlassenden Aufbruchsstimmung gewertet wurde. Die Entwicklung wurde noch deutlicher nach der 0:2-Niederlage zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen die Slowakei. Nagelsmann kritisierte damals das Fehlen von Emotionalität in seiner Mannschaft und betonte, dass die Slowakei in dieser Hinsicht „meilenweit überlegen“ gewesen sei. Er bemerkte, dass die Tugenden, die die Mannschaft bei der Heim-EM ausgezeichnet hatten, wieder nachgelassen hätten.

Auf dem Platz zeigten sich die Probleme auch in den WM-Spielen. Ein 7:1-Sieg gegen Curaçao erwies sich als trügerischer Auftakt, da er die defensiven Schwächen kaschierte. Gegen die Elfenbeinküste und Ecuador hatte die Mannschaft ebenfalls Schwierigkeiten. Nach dem Ausscheiden gegen Paraguay kritisierte Nagelsmann den „zu langsamen“ Spielaufbau und fehlende Präsenz. Kapitän Joshua Kimmich stellte fest, dass die Mannschaft gegen keinen Top-Gegner gespielt und dreimal Probleme gegen keine Weltklasse-Teams gehabt habe.

Die Statistiken des Spiels gegen Paraguay, mit über 75 Prozent Ballbesitz und 21 Abschlüssen, aber nur rund 1,5 Expected Goals, unterstrichen das Problem von viel Ballbesitz und wenig Torgefahr. Diese Beobachtungen führten zu Diskussionen über Nagelsmanns Entscheidungen und die Abweichung von seinen ursprünglichen Prinzipien.

Diskussionen um Nagelsmanns Entscheidungen

Die Kritik an Julian Nagelsmanns Entscheidungen konzentrierte sich unter anderem auf seine Handhabung von Spielern wie Leroy Sané. Nach Sanés Wechsel zu Galatasaray forderte Nagelsmann öffentlich mehr Leistung, da die türkische Liga schwächer sei. Trotzdem wurde Sané für das Turnier nominiert und stand in allen vier Spielen in der Startelf, ohne dabei zu überzeugen. Dies wurde als Abweichung von Nagelsmanns selbst formuliertem Leistungsmaßstab wahrgenommen.

Auch die Torwartfrage sorgte für Unruhe. Nagelsmann hatte Oliver Baumann Ende März öffentlich als Nummer eins bezeichnet, nur um Wochen vor der WM eine erneute Diskussion um die Position zu entfachen. Nach dem Ausscheiden stellte sich Nagelsmann zwar demonstrativ vor seinen Torwart, doch die Frage nach der Notwendigkeit dieser Unruhe kurz vor einem großen Turnier blieb bestehen.

Ein weiterer Punkt war die Rolle von Deniz Undav. Nach dessen Joker-Doppelpack gegen die Elfenbeinküste betonte Nagelsmann dessen Wert als Einwechselspieler. Doch vor dem Spiel gegen Paraguay änderte sich dieser Plan, und Undav rückte in die Startelf, während Musiala auf der Bank Platz nahm. Diese einzelnen Entscheidungen erklären das WM-Aus nicht allein, zeigen aber, wie Nagelsmann im Laufe der Zeit immer wieder neue Ansätze suchte und dabei von den Prinzipien abwich, die er bei der Heim-EM etabliert hatte.

Unmittelbar nach dem Ausscheiden betonte Nagelsmann seinen Wunsch, weiterzumachen, und erklärte, er stehe bis zur Europameisterschaft 2028 bereit, falls der DFB weiterhin auf ihn setze. Rudi Völler stärkte ihm den Rücken und bezeichnete ihn weiterhin als den richtigen Trainer. Trotzdem ist die Debatte um Nagelsmanns Zukunft nicht verstummt. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus rechnet mit einem Abschied Nagelsmanns und einem neuen Bundestrainer. Die Diskussion über Julian Nagelsmann begann nicht erst mit dem Elfmeterschießen gegen Paraguay, sondern bereits in den Monaten nach der Heim-EM.

Read Also

Source: bild.de

Markiert: