Heimreise nach dem WM-Aus
Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der WM 2026 gegen Paraguay hat die Heimreise für Spieler und Betreuer begonnen. Nur knapp 24 Stunden nach dem Abpfiff des Spiels in Charlotte traten die ersten Mitglieder des Teams die Rückreise an. Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) bestieg am Dienstagabend um 18.40 Uhr die Lufthansa-Maschine LH429 in Charlotte, um nach München zurückzukehren. Begleitet wurde er von seiner Frau Lena, seiner Mutter Burgi und seinem Co-Trainer Benjamin Glück.
Schon zwei Stunden vor dem Abflug war Nagelsmann am Flughafen eingetroffen. Er trug schwarze Kleidung, eine Sonnenbrille und pinkfarbene Adidas-Schuhe. Beim Sicherheitscheck wirkte er entspannt und unterhielt sich mit seinen Begleitern. Auf dem Weg zum Gate passierte die Reisegruppe mehrere Sport-Bars, in denen das Sechzehntelfinale zwischen Frankreich und Schweden übertragen wurde. Der Sieger dieser Partie wäre der nächste Gegner des DFB gewesen.
Bereits am Vormittag hatten zahlreiche Spieler das Camp in Winston-Salem verlassen. Auf demselben Flug wie Nagelsmann befanden sich auch die Bayern-Profis Jamal Musiala (23) und Aleksandar Pavlovic (23). Berichten zufolge sollte Manuel Neuer (40) erst am Abend abreisen, mit dem Ziel Washington für ihn und seine Familie. Die allgemeine Enttäuschung über das vorzeitige Ausscheiden war bei den Spielern spürbar. Deniz Undav äußerte sich via Instagram: „Wir haben Deutschland enttäuscht. Das sitzt. Mehr gibt es gerade nicht zu sagen.“ Auch Florian Wirtz, Kai Havertz und Nick Woltemade teilten ihre Gedanken in den sozialen Medien mit.
Nick Woltemade, der im Elfmeterschießen gegen Paraguay scheiterte, schrieb auf Instagram: „Ehrlich… dass meine erste WM so zu Ende geht, trifft mich hart.“ Er betonte, dass er Verantwortung übernommen habe und nun mit den Konsequenzen leben müsse, auch wenn es schmerze. Woltemade dankte den Fans für ihre aufbauenden Worte und zeigte sich zuversichtlich, dass das Team gemeinsam wieder aufstehen werde. Der 24-jährige Profi von Newcastle United war im Sechzehntelfinale erst in der 88. Minute eingewechselt worden und hatte bis dahin keinen WM-Einsatz gehabt.
Kritik und offene Zukunft des Bundestrainers
Die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann ist trotz eines Vertrages bis 2028 weiterhin ungewiss. DFB-Boss Bernd Neuendorf (64) kündigte in einem ersten Statement an, dass das Abschneiden bei der WM nicht den Ansprüchen genüge. Er hatte sich nach der Niederlage mit Nagelsmann und der sportlichen Leitung um Andreas Rettig und Rudi Völler beraten. Neuendorf betonte, dass man nach einem derartigen Tiefschlag nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne und wolle.
Der frühere Weltmeister Mats Hummels forderte deutlich eine Veränderung auf der Trainerposition. Er sagte bei MagentaTV, dass sich etwas ändern müsse, räumte aber ein, dass er durch die Ereignisse um die Heim-EM 2024 beeinflusst sei. Hummels kritisierte Nagelsmanns Auftreten als „schmallippig“ und „patzig“ und forderte eine Analyse der knapp vierjährigen Amtszeit, um Entscheidungen zu treffen. Für ihn sei es „schwer vorstellbar, dass es so weitergehen soll.“

Nagelsmann selbst hatte nach der Niederlage erklärt, nicht zurücktreten zu wollen. „Ich bin keiner, der wegläuft. Ich stehe bereit, wenn der DFB das möchte“, sagte er. Die Entscheidung über seine Zukunft soll in den nächsten Tagen geklärt werden. Thomas Hitzlsperger äußerte sich ebenfalls kritisch über Nagelsmanns Auftreten und seine verbalen Patzer. Er bemängelte, dass dem Bundestrainer „Souveränität“ fehle.
Sportschau-Reporter Alexander Schlüter berichtete von einer großen Anspannung bei Nagelsmann während der WM. Er hatte den Eindruck, dass es für den Bundestrainer ein „Abarbeiten“ gewesen sei und er wenig gelächelt habe. Auch die Reaktionen der Spieler nach der Niederlage wurden thematisiert. Schlüter bemerkte, dass nur Joshua Kimmich Wut gezeigt habe, während bei den anderen Spielern viel Leere zu sehen war, aber keine Tränen oder Schreie.
Finanzielle Auswirkungen und Fan-Reaktionen
Das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft hat auch erhebliche finanzielle Auswirkungen für den DFB. Durch das Verpassen weiterer Runden entgehen dem Verband mehrere Millionen US-Dollar an Prämien von der FIFA. Für das Erreichen der ersten K.-o.-Runde erhält der DFB 11 Millionen US-Dollar. Ein Achtelfinale hätte vier Millionen Dollar zusätzlich eingebracht, und weitere vier Millionen wären für das Viertelfinale fällig gewesen. Der künftige Weltmeister wird mit 50 Millionen US-Dollar prämiert, der unterlegene Finalist mit 33 Millionen.
DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hatte bereits vor Turnierbeginn darauf hingewiesen, dass es für eine europäische Nation ohne Halbfinaleinzug schwierig werde, „wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben“. Die Vorrundenaus in Russland 2018 und Katar 2022 hatten bereits zu erheblichen finanziellen Einbußen geführt. Insgesamt werden bei der WM 2026 871 Millionen US-Dollar an die 48 teilnehmenden Teams ausgeschüttet. Jeder Teilnehmer, einschließlich des DFB, konnte mit einem Startgeld von 10 Millionen US-Dollar und 2,5 Millionen Dollar für Vorbereitungskosten planen.
Die Enttäuschung bei den Fans in Boston war groß, und viele kritisierten Bundestrainer Julian Nagelsmann. Ehemalige Nationalspieler wie Bastian Schweinsteiger, Jürgen Klinsmann und Dietmar Hamann äußerten ebenfalls harsche Kritik am Team und am Trainer. Schweinsteiger monierte das „fehlende fußballerische Element, mangelnde Kreativität und unsauberes Passspiel“. Klinsmann bezeichnete die Art und Weise des Ausscheidens als „niederschmetternd, eine Peinlichkeit“ und forderte „Konsequenzen“. Hamann kritisierte die enttäuschenden Auftritte und stellte die Rolle des Trainers in Frage.
Die Aufarbeitung des WM-Ausscheidens hat beim DFB begonnen, und die Zukunft von Julian Nagelsmann soll in den kommenden Tagen geklärt werden.

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Source: bild.de





