Kritik nach dem Ausscheiden
Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA hat der frühere Weltmeister Mats Hummels eine klare Meinung zur Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann geäußert. Hummels forderte die Ablösung Nagelsmanns und kritisierte dessen Auftreten nach der Niederlage im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.
Hummels beschrieb Nagelsmanns Reaktion auf das WM-Aus als „zu schmallippig“ und den Trainer selbst als „manchmal ein bisschen patzig“. Er betonte, dies sei eine „große Baustelle“, an der Nagelsmann für sein Trainer-Dasein in den nächsten Jahren arbeiten müsse, besonders als Nationaltrainer auf einer großen Bühne. Gleichzeitig räumte Hummels ein, dass es im Moment eines WM-Ausscheidens schwierig sei, alles richtig zu machen.
Die persönliche Vergangenheit zwischen Hummels und Nagelsmann spielt hierbei eine Rolle. Hummels gab an, aufgrund dieser Vorgeschichte „in eine emotionale Richtung gedrängt“ zu sein. Der Verteidiger von Borussia Dortmund war von Nagelsmann nicht für die Heim-Europameisterschaft 2024 nominiert worden. Hummels äußerte, dass nicht alles sehr fair und ehrlich mit ihm gelaufen sei und dies in einem privaten Gespräch ausgeräumt werden müsse, was bisher nicht geschehen sei.

Das WM-Aus und seine Folgen
Die deutsche Nationalmannschaft schied im Sechzehntelfinale nach einem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay aus, nachdem es nach Verlängerung 1:1 gestanden hatte. Dies war die erste Niederlage in einem Elfmeterschießen in der deutschen WM-Geschichte. Auch die Niederlande verpassten das Achtelfinale, nachdem sie im Elfmeterschießen gegen Marokko verloren hatten.
Im Spiel in Foxborough südwestlich von Boston fand die deutsche Mannschaft in der regulären Spielzeit und der Verlängerung kein Mittel gegen die defensiv eingestellten Paraguayer. Ein Kopfballtreffer von Jonathan Tah in der 102. Minute der Verlängerung wurde wegen Foulspiels von Waldemar Anton am paraguayischen Torwart Gill aberkannt. Im Elfmeterschießen vergaben Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah.
Hummels kritisierte auch das Verhalten deutscher Spieler, die sich nicht für das Elfmeterschießen gemeldet hatten. Er fand es bezeichnend, dass Jonathan Tah als sechster Schütze den ersten Elfmeter seiner Profikarriere schießen musste, „weil alle anderen nicht mehr wollen“. Dies sei „ein bisschen schade“ gewesen.

Nagelsmanns Zukunft und die DFB-Reaktion
Nagelsmann, 38 Jahre alt, erklärte nach der Niederlage, nicht zurücktreten zu wollen. Er sagte, er sei keiner, der weglaufe, und stehe bereit, wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dies wünsche. Der DFB spielt derzeit auf Zeit. Präsident Bernd Neuendorf betonte, dass man nach einem solchen Tiefschlag nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne und wolle, besonders mit Blick auf die anstehenden Aufgaben.
Die Nationalmannschaft reiste nach dem Ausscheiden aus ihrem WM-Quartier in Winston-Salem ab. Eine letzte interne Besprechung fand statt, eine abschließende Pressekonferenz wurde Medienberichten zufolge abgesagt. Die Spieler reisen individuell zurück, einen gemeinsamen Flug gab es nicht. Eine Stellungnahme zur Zukunft von Bundestrainer Nagelsmann liegt noch nicht vor, aber sein Posten wird intensiv diskutiert.
Torhüter Manuel Neuer bestätigte seinen erneuten Rücktritt aus der Nationalmannschaft gegenüber der „Sportschau“. Er hatte bereits nach der Europameisterschaft 2024 erklärt, nicht mehr für die DFB-Auswahl spielen zu wollen, wurde aber für die WM erneut nominiert. Neuer absolvierte 128 Länderspiele und war 2014 Weltmeister sowie mehrere Jahre Kapitän der Nationalmannschaft.
Paraguay trifft nun am kommenden Samstag auf den Sieger der Partie zwischen Frankreich und Schweden.

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Source: web.de





