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Den Haag: Krawalle nach Marokkos Sieg bei der WM 2026

WM 2026: Nach Marokko-Sieg gibt es Krawalle in Den Haag

Krawalle in Den Haag nach Marokko-Sieg

Nach dem Sieg der marokkanischen Nationalmannschaft gegen die Niederlande im Elfmeterschießen bei der WM 2026 kam es in Den Haag zu vereinzelten Zusammenstößen. Die Polizei berichtete, dass Beamte mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen wurden. Daraufhin griff die Polizei ein und nahm 13 Personen fest. Ein Wasserwerfer wurde ebenfalls eingesetzt, da Fans Straßen blockierten und den Verkehr behinderten.

In mehreren niederländischen Städten, darunter Amsterdam, Utrecht und Den Haag, feierten hunderte von Fans spontan auf den Straßen. Autos fuhren hupend durch die Straßen, während Fans ausgelassen jubelten und feierten.

Fans der marokkanischen Fußballnationalmannschaft feierten den Sieg gegen die Niederlande.
Fans der marokkanischen Fußballnationalmannschaft feierten den Sieg gegen die Niederlande. Credit: sportschau.de

Dramatisches Elfmeterschießen und emotionale Momente

Die Niederlande schieden nach einem dramatischen Elfmeterschießen gegen Marokko aus der WM aus. Marokko setzte sich im Sechzehntelfinale mit 3:2 im Elfmeterschießen durch, nachdem es nach regulärer Spielzeit und Verlängerung 1:1 gestanden hatte. Damit bleibt Marokko im Turnier ungeschlagen und zieht in die Runde der letzten 16 ein, wo am 4. Juli in Houston Kanada wartet.

Das Spiel begann mit einer starken Phase für Marokko. Nach einer Ecke von Achraf Hakimi köpfte Neil El Aynaoui gefährlich aufs Tor, doch der niederländische Torhüter Bart Verbruggen verhinderte einen frühen Rückstand. Kurz darauf parierte Verbruggen auch einen Schuss von Hakimi vom Strafraumeck. Azzedine Ounahi foulte Jan Paul van Hecke mit dem Ellenbogen im Gesicht, blieb jedoch ohne Verwarnung. Auf der anderen Seite zog Micky van de Ven aus der Distanz ab, aber der marokkanische Torwart lenkte den Ball über die Latte. Kurz vor der Pause verpasste Ounahi die Führung, als sein Schuss knapp über das Tor flog. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit fehlten Ismael Saibari nur Zentimeter zur Führung nach einer Hereingabe von Hakimi.

Nach dem Seitenwechsel verhinderte Micky van de Ven eine große Chance für Marokko mit einer Grätsche gegen Hakimi. Anschließend ging Oranje in Führung: Wout Weghorst verlängerte einen Abschlag auf Crysencio Summerville, der den Liverpool-Star Cody Gakpo bediente. Gakpo schob eiskalt zum 1:0 ein. Nach seinem Treffer sank Gakpo bewegt zu Boden. Seine Mitspieler und Ersatzspieler liefen zu ihm und nahmen ihn in die Arme. Der 27-Jährige hatte wenige Tage zuvor öffentlich gemacht, dass sein zweiter Sohn während der Schwangerschaft seiner Freundin gestorben war. Gakpo entschied sich dennoch zu spielen, was Bondscoach Ronald Koeman mit großem Respekt kommentierte.

Marokko gab jedoch nicht auf. In der Nachspielzeit leitete Issa Diop den Angriff selbst ein und köpfte zum 1:1-Ausgleich ein. In der Verlängerung verhinderte Verbruggen mit mehreren Paraden zunächst das Aus, darunter eine „Jahrhundertparade“ gegen den völlig freistehenden Soufiane Rahimi.

Elfmeter-Drama und Trainer-Zukunft

Da in der Verlängerung keine weiteren Tore fielen, musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Wenige Stunden nach dem Ausscheiden Deutschlands im Elfmeterschießen versammelten sich die Marokkaner vor dem ersten Schuss zu einem Kreis und hielten ein islamisches Gebet ab. Teun Koopmeiners traf für Holland, während Neil El Aynaoui an die Latte schoss. Justin Kluivert setzte den Ball an den Pfosten. Soufiane Rahimi verwandelte, wobei Verbruggen den Ball selbst mit der Hacke ins Tor lenkte. Wout Weghorst und Chemsdine Talbi trafen jeweils. Quinten Timber schoss weit vorbei, und Achraf Hakimi traf nur den Pfosten. Crysencio Summerville scheiterte an Torwart Bono. Schließlich übernahm Ismael Saibari die Verantwortung, verwandelte den entscheidenden Elfmeter und schoss Marokko in die Runde der letzten 16. Anschließend riss sich der Eindhoven-Stürmer vor Freude das Trikot vom Körper.

Bondscoach Ronald Koeman ließ seine Zukunft nach dem frühen WM-Aus der Niederlande offen. Der 63-Jährige sagte nach der 2:3-Niederlage im Sechzehntelfinale, er werde in Ruhe über seine Zukunft nachdenken. Auf die Frage, ob er dem Verband seinen Rücktritt angeboten habe, verneinte er dies. Koeman wurde nach der Niederlage kritisiert, weil er sein System auf fünf Verteidiger umgestellt hatte. Der Europameister von 1988 wies die Kritik zurück und betonte, dass es nicht darum gehe, Angst zu haben, sondern besser zu stehen. Er erklärte, dass er mit drei Angreifern gespielt habe und die Kritik ihn nicht interessiere, da er immer wieder so entscheiden würde. Der marokkanische Ausgleich war erst in der Nachspielzeit gefallen.

Marokkos Nationaltrainer Mohamed Ouahbi zeigte sich nach dem Erfolg selbstbewusst und erklärte, dass niemand sein Team aufhalten könne, wenn sie den Fußball spielen, den sie spielen können. Dieses Selbstbewusstsein spiegelt die Entwicklung des marokkanischen Fußballs wider, der bereits 2022 in Katar sensationell bis ins Halbfinale vorgedrungen war. Marokko scheint sich dauerhaft im Kreis der Geheimfavoriten zu etablieren.

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Source: sportschau.de

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