Alexander Zverev hat in der zweiten Runde des Wimbledon-Turniers eine souveräne Leistung gezeigt und seine Ambitionen auf den Titel untermauert. Der 29-jährige Hamburger, der erstmals als Grand-Slam-Champion bei einem Major-Turnier antritt, besiegte Valentin Royer mit 6:1, 6:3, 7:6 (7:3). Diese Vorstellung deutet darauf hin, dass Zverev auf seinem vermeintlich schwächsten Belag, dem Rasen, eine neue Stabilität gefunden hat.
Zverev selbst äußerte sich nach dem Match positiv über seine Leistung. Er gab an, „zweieinhalb Sätze lang“ „fast perfektes Tennis gespielt“ zu haben. Diese Einschätzung ist bemerkenswert, da der Olympiasieger von 2021 seine eigenen Leistungen selten so hoch bewertet. Trotz einer kurzen Konzentrationsschwäche im dritten Satz, die Royer ausnutzte, konnte Zverev das Match in drei Sätzen für sich entscheiden, was ihm nach eigener Aussage ein gutes Gefühl gibt und Energie spart.
Wimbledon: Eine neue Herangehensweise
In der Vergangenheit hatte Zverev oft Schwierigkeiten in Wimbledon und kam nie über das Achtelfinale hinaus. Eine sogenannte „Rasenallergie“ und Probleme mit dem Spiel auf dem grünen Belag waren bekannt. Doch in diesem Jahr scheint sich das Blatt zu wenden. Zverev betonte, dass sich dieses Turnier „anders anfühlt“ und die Vorbereitung gut verlaufen sei, was sich auch in seinem spielerischen Niveau widerspiegelt.
Der Gewinn der French Open hat Zverev nach eigenen Angaben „mehr Freude und Freiheit“ gegeben, da er nun weiß, dass er bereits einen Grand-Slam-Titel gewonnen hat. Dieses neue Gefühl der Leichtigkeit scheint ihm an der Church Road zugutezukommen. Gegen Royer zeigte er nicht nur seine gewohnte Aufschlagstärke, sondern überzeugte auch in anderen Aspekten seines Spiels, beispielsweise mit einer hohen Erfolgsquote am Netz.
Sein Ziel ist es, in diesem Jahr sein persönliches Top-Ergebnis in Wimbledon zu übertreffen. Zverev sieht vielversprechende Perspektiven für den weiteren Turnierverlauf. In der dritten Runde trifft er auf den US-Profi Marcos Giron, gegen den er eine Bilanz von 4:0 Siegen aufweist. Giron ist die Nummer 92 der Weltrangliste.
Potenzielle Herausforderungen auf dem Weg zum Finale
Im Achtelfinale könnte Zverev auf Jiri Lehecka treffen, die Nummer 14 des ATP-Rankings. Obwohl Lehecka mit einer 1:1-Bilanz gegen Zverev eine höhere Hürde darstellt, wäre der Hamburger in dieser Begegnung klar favorisiert. Eine kniffligere Aufgabe könnte im Viertelfinale warten, wo ein Duell mit dem an Position sechs gesetzten Taylor Fritz droht. Der US-Amerikaner gilt als Angstgegner, da Zverev die letzten sieben Partien gegen den 28-Jährigen verloren hat.
Sollte Zverev Taylor Fritz ausschalten, wäre im Halbfinale ein Match gegen Alex de Minaur wahrscheinlich. Im Finale könnte es zu einem Kräftemessen mit Titelverteidiger Jannik Sinner oder sogar mit dem siebenmaligen Wimbledon-Champion Novak Djokovic kommen. Diese potenziellen Begegnungen stellen zweifellos schwere Aufgaben dar, doch Zverevs aktuelle Form und sein erarbeiteter Status machen ihn in keinem dieser Duelle zum Außenseiter.
Zverevs Erfolg in Wimbledon könnte auch Auswirkungen auf seine Weltranglistenposition haben. Er ist derzeit Dritter der Welt. Erreicht er das Finale in Wimbledon, würde er Carlos Alcaraz überholen und hinter Jannik Sinner auf Position zwei klettern. Zverev betonte jedoch, dass ihm die Nummer zwei relativ egal sei, da er diese Position bereits mehrmals innehatte. Sein Fokus liegt auf der Nummer eins, die für ihn „was anderes“ ist.
Die Konzentration auf das aktuelle Turnier ist hoch, da die Zeit zwischen dem Gewinn der French Open und dem Beginn von Wimbledon sehr kurz war. Zverev muss jedes Match ernst nehmen, um seine Ziele zu erreichen. Am Sonnabend steht Alexander Zverev wieder auf dem Platz in Wimbledon.
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Source: eurosport.de





