Spanien hat sich im WM-Sechzehntelfinale gegen Österreich mit 3:0 durchgesetzt. Das Spiel fand im SoFi Stadium in Los Angeles statt. Damit scheidet die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick aus dem Turnier aus, während Spanien ins Achtelfinale einzieht.
Die Spanier dominierten die Partie von Beginn an und ließen den Österreichern kaum Raum. Die Führung für Spanien schien nur eine Frage der Zeit zu sein, da sie den Ballbesitz kontrollierten und sich sukzessive dem gegnerischen Tor näherten. Trotz eines frühen Warnschusses von Lamine Yamal in der ersten Minute und einer Phase, in der Österreich besser ins Spiel fand als in vorherigen Begegnungen, übernahm Spanien schnell die Kontrolle.
Ein umstrittener Moment ereignete sich in der 29. Minute, als Marc Cucurella nach einer Faustabwehr von Österreichs Torhüter Alexander Schlager den Ball aus kurzer Distanz ins Tor beförderte. Der Treffer wurde jedoch wegen eines angeblichen Foulspiels am Keeper annulliert. Der Schiedsrichter-Experte Lutz Wagner äußerte sich dazu und sah keinen Stoß, kein Halten und kein Ziehen, was den Zweikampf als normal einstufte. Aus österreichischer Sicht war dies ein schmeichelhafter Pfiff.
Spanische Dominanz und Tore
Die annullierte Führung schien das spanische Team zusätzlich anzustacheln. Nur wenige Minuten später, in der 36. Minute, bereitete Cucurella das erste reguläre Tor vor. Er spielte den Ball flach in die Mitte, wo Mikel Oyarzabal goldrichtig stand und zum 1:0 einschob. Österreich hatte Glück, mit nur einem Tor Rückstand in die Halbzeitpause zu gehen, da Alex Baena einen Freistoß an die Latte schoss und Schlager einen weiteren Abschluss von Yamal parierte.
Nach der Pause erhöhte Spanien den Druck weiter. In der 66. Minute erzielte Pedro Porro nach einer Hereingabe von Baena per Kopf das 2:0. Dies war Porros erster Länderspieltreffer und die Vorentscheidung in Los Angeles. Österreich versuchte, durch Einwechslungen wie Marko Arnautovic und Sasa Kalajdzic, die in der 61. Minute eine Kopfballchance über das Tor setzte, noch einmal ins Spiel zu finden, konnte aber keine entscheidende Gefahr erzeugen.
Kurz vor Schluss, in der 89. Minute, sorgte Oyarzabal mit seinem zweiten Treffer des Abends für den 3:0-Endstand. Er traf alleine vor Schlager und besiegelte damit den Sieg für Spanien. Oyarzabal schnürte somit einen Doppelpack, ähnlich wie bereits gegen Saudi-Arabien.
Österreichs WM-Abschied und Rangnicks Fazit
Für Österreich endete damit das WM-Comeback nach 28 Jahren. Das Team erreichte das Mindestziel, die Gruppenphase zu überstehen, was zuletzt vor 44 Jahren gelang. Der Auftritt im SoFi Stadium war historisch, da es das erste K.o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft seit 1954 war. Das Stadion, das als das teuerste der Welt gilt, bot eine würdige Kulisse für die Partie.
Ralf Rangnick äußerte sich nach dem Spiel enttäuscht über das Ausscheiden, betonte aber, dass das Team sein eigentliches Ziel bei der WM erreicht habe. Er hob hervor, dass Österreich in einer extrem schwierigen Gruppe weitergekommen sei und gegen nahezu jeden anderen Gegner gute Chancen gehabt hätte, weiterzukommen. Rangnick musste die Partie von der Seitenlinie aus verfolgen, nachdem er vor dem Anpfiff mit einem Golfcart ins Stadion gefahren wurde. Dies war auf mehrere Operationen am Sprunggelenk im vergangenen Jahr zurückzuführen, die er nach einem hartnäckigen Keim und Wundheilungsstörungen durchmachen musste.
Für Marko Arnautovic war es der letzte Auftritt im ÖFB-Teamtrikot nach 137 Partien. Er sprach von einem Höhepunkt seiner Karriere, mit seinem Land bei der WM zu spielen, und zeigte sich traurig, seine „zweite Familie“ nicht mehr auf dem Platz zu sehen. Marcel Sabitzer gratulierte Spanien zum verdienten Sieg und räumte ein, dass die Spanier besser waren, auch wenn Österreich in den ersten 20 Minuten gute Momente hatte.
Luis de la Fuente, der Trainer Spaniens, zeigte sich glücklich und zufrieden mit der Leistung seines Teams und betonte, dass die Mannschaft in allen Bereichen abgeliefert habe. Spanien trifft nun im Achtelfinale auf den Sieger der Partie zwischen Portugal und Kroatien, die am Montag um 21 Uhr stattfindet.
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Source: bild.de





