Nach dem Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft äußert sich Joshua Kimmich frustriert über das Turnier-Aus. Deutschland schied in der ersten K.-o.-Runde aus, nachdem es bereits bei den Turnieren 2022 und 2018 in der Gruppenphase gescheitert war. Kimmich war bei allen drei Turnier-Pleiten dabei.
Der Spieler betonte, er sei stolz darauf, Kapitän der Mannschaft zu sein, doch die Enttäuschung über den Verlauf des Turniers sei groß. Er schrieb an die Fans gerichtet, dass die Mannschaft ihnen und sich selbst gerne mehr zurückgegeben hätte. Ein Rücktritt aus der Nationalmannschaft ist für ihn jedoch kein Thema. Kimmich erklärte, dass Aufgeben für ihn niemals eine Option sei und er mehr als nur ein paar Tage brauchen werde, um wieder klarzukommen.
Reaktionen und Analysen nach dem Ausscheiden
Das DFB-Team bedankte sich in den sozialen Medien bei seinen Fans für die Unterstützung während der Fußball-WM und übte Selbstkritik für das frühe Ausscheiden. Gleichzeitig prangerte es diskriminierende Hasskommentare an. In einem Post auf dem Instagram-Account der Nationalmannschaft heißt es, dass man sich der Kritik an den Leistungen stelle, da diese berechtigt sei und zum Sport gehöre. Hass, Rassismus und andere Diskriminierungen würden jedoch nicht akzeptiert, da der Fußball für Gemeinschaft und Zusammenhalt stehe, nicht für Spaltung.
Der Post ordnete das WM-Scheitern auch sportlich ein, indem er festhielt, dass die Mannschaft es nicht geschafft habe zu zeigen, was in ihr stecke. Daher sei das Ausscheiden zu früh und schmerzhaft für das Team und viele andere. Am Ende des Schreibens bedankte sich die Nationalmannschaft erneut bei den Fans und versprach, es mit deren Unterstützung wieder besser zu machen.
Said El Mala, Offensivspieler des 1. FC Köln, sorgte einen Tag nach dem deutschen WM-Aus gegen Paraguay mit einem rätselhaften Beitrag bei TikTok für Diskussionen. Er veröffentlichte eine Bildergalerie mit der Frage: „Hat sich das gelohnt?“ Viele Fans deuteten den Post als versteckte Botschaft an Bundestrainer Julian Nagelsmann, der El Mala nicht für die Weltmeisterschaft nominiert hatte. El Mala war im vergangenen November erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert worden, kam aber nicht zum Einsatz. Nagelsmanns Entscheidung, vor der WM erneut auf den Kölner zu verzichten, hatte bereits zuvor für Diskussionen gesorgt.
Auch Nico Schlotterbeck äußerte sich emotional nach dem WM-Aus. Er beschrieb seine Gefühle als „einfach richtig scheiße“ und kündigte an, alles für ein schnellstmögliches Comeback geben zu wollen. Schlotterbeck hatte sich einen Bänderriss im linken Knöchel in der WM-Partie gegen die Elfenbeinküste zugezogen. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann war der Ausfall bitter, da der Dortmunder der einzige Linksfuß in der Innenverteidigung war und für den Spielaufbau als sehr wichtig galt. Schlotterbeck schrieb, dass es sich anfühle, als sei alles zusammengebrochen, wofür er so lange gearbeitet habe. Am meisten mache es ihn fertig, dass er der Mannschaft wegen seiner Verletzung nicht so helfen konnte, wie er es sich vorgenommen hatte.
Debatte um Verantwortung und Trainerfrage
Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger und Torwart-Legende Oliver Kahn haben eine Debatte über Tugenden und Verantwortung der Fußballer entfacht. Kahn schrieb bei LinkedIn, dass die Diskussion über den nächsten Bundestrainer am Kern vorbeigehe. Er führte an, dass drei Bundestrainer – Joachim Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann – am selben Punkt gescheitert seien, nämlich dem frühen Ausscheiden bei Weltmeisterschaften. Wenn drei Trainer mit unterschiedlichen Ansätzen immer am selben Punkt scheiterten, liege die Ursache tiefer.
Kahn kritisierte, dass die deutschen Spieler Verantwortung scheuten. Er nannte als Beispiel, dass Kapitän Joshua Kimmich in der Verlängerung des Elfmeterschießens gegen Paraguay nach freiwilligen Schützen gesucht habe. Eine Spitzenmannschaft suche in diesem Augenblick keine Freiwilligen, sondern habe Spieler, die den Ball verlangten. Er betonte, dass die Mannschaft zwar über außergewöhnliche Fußballer verfüge, ihr aber die Selbstverständlichkeit fehle, im größten Moment Verantwortung zu übernehmen. Kahn ist der Meinung, dass bereits junge Spieler lernen müssten, Verantwortung zu übernehmen, da die Fähigkeit, unter größtem Druck handlungsfähig zu bleiben, über Jahre entwickelt werde.
Des Weiteren beklagte Kahn eine Art Bequemlichkeit in der Gesellschaft, die Spitzenleistung bewundere, aber immer seltener den Preis akzeptieren wolle, den sie verlange. Er stellte klar, dass Weltklasse nicht ohne maximalen Druck und außergewöhnliche Ergebnisse nicht ohne Verzicht entstünden. Er kritisierte, dass man Gesichter austausche und dies Veränderung nenne, anstatt zu hinterfragen, warum sich seit Jahren die gleichen Muster wiederholten.
Schweinsteiger kritisierte den Fokus der Ausbildung und sagte, man habe den Fehler gemacht, nur noch fußballerische Lösungen finden zu wollen. Dabei seien die eigenen Stärken und Tugenden, für die Deutschland im Ausland respektiert worden sei, vernachlässigt oder aufgegeben worden. Er zählte auf, dass Robustheit, Identität und Kampf verloren gegangen seien. Schweinsteiger merkte an, dass dies gegen Ecuador, Paraguay und die Elfenbeinküste deutlich geworden sei. Er folgerte, dass das dreimalige frühe Ausscheiden bei einer Weltmeisterschaft kein Zufall mehr sei und in der Vergangenheit große Fehler gemacht wurden.
Sowohl Kahn als auch Schweinsteiger lenkten den Fokus weg von der Bundestrainer-Diskussion. Schweinsteiger glaubt zwar, dass Jürgen Klopp über die Aufgabe nachdenke und den Wunsch habe, Bundestrainer zu werden, betonte aber, dass Julian Nagelsmann unter Vertrag stehe. Er stellte die Frage, ob Nagelsmann eine Aufbruchstimmung erzeugen könne oder ob man den Geist Klopp herumwirren lasse. Schweinsteiger zweifelte daran, dass sich bis zur kommenden Europameisterschaft 2028 etwas ändern werde, da die Mannschaft aktuell Mittelmaß sei. Er resümierte, dass der DFB sich fragen müsse, ob Nagelsmann die Aufgabe bewältigen könne oder ob jemand Neues her müsse.
Bei der Weltmeisterschaft kam es erneut zu einer Situation, in der ein Spieler wegen des Verdeckens des Mundes bei einem Wortgefecht vom Platz gestellt wurde. Ecuador-Verteidiger Piero Hincapié erhielt in der Nachspielzeit der Partie gegen Mexiko die Rote Karte, nachdem er sich ein Wortgefecht mit Santiago Giménez geliefert und dabei die Hand vor den Mund gehalten hatte. Der slowenische Unparteiische Slavko Vinčić sah sich die Szene in der Wiederholung an und entschied auf Rot. Bereits in der Gruppenphase sah Paraguays Miguel Almirón wegen derselben Geste Rot.
Die FIFA meldete einen starken Anstieg rassistischer Kommentare in den sozialen Medien während der Fußball-WM. Elf Prozent aller als beleidigend eingestuften Beiträge seien rassistisch, was einen Zuwachs von drei Prozent im Vergleich zur letzten WM in Katar darstelle. Rund 1.000 Accounts wurden an Strafverfolgungsbehörden gemeldet.
Nach dem 3:0-Sieg Frankreichs gegen Schweden im Sechzehntelfinale der WM, bei dem Kylian Mbappé das 1:0 erzielte, lief dieser nach seinem Treffer direkt auf seinen Trainer Didier Deschamps zu. Deschamps hatte während der WM einen schweren Schicksalsschlag erlitten, da seine Mutter verstorben war. Er verpasste das letzte Gruppenspiel seines Teams, um bei der Beerdigung dabei zu sein. Mbappés Geste wurde als Botschaft der Unterstützung an den Trainer interpretiert, der sich bei Mbappés Auswechslung vor ihm verbeugte.
Die Diskussionen um die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann nehmen Fahrt auf, wobei eine millionenschwere Trennungs-Vereinbarung im Raum stehen könnte und Jürgen Klopp als Nachfolger gehandelt wird.
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Source: web.de





