Nach der Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador im letzten Gruppenspiel der Fußball-WM 2026 hat DFB-Sportdirektor Rudi Völler versucht, die Gemüter zu beruhigen. Er betonte, dass die Kritik an der Mannschaft und Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht überbewertet werden sollte. Völler äußerte sich am Samstagvormittag in einer rund 25 Minuten langen Pressekonferenz an der Wake Forest University in Winston-Salem.
Völler, der seit rund drei Jahren als Sportdirektor des DFB fungiert, wird von Nagelsmann als väterliche Figur betrachtet. Für den 66-Jährigen ist dies die fünfte WM, bei der er in verschiedenen Rollen, unter anderem als Spieler und Teamchef, dabei ist. Er betonte, dass man vor einigen Wochen mit dem Erreichen des Gruppensiegs nach zwei Spieltagen zufrieden gewesen wäre.
Fokus auf das K.o.-Spiel gegen Paraguay
Die Mannschaft reist am Sonntag nach Boston, um sich auf das Achtelfinale vorzubereiten. Am Montagabend um 22:30 Uhr trifft Deutschland in Foxborough auf Paraguay. Dieses Spiel ist das erste K.o.-Spiel für Nagelsmann bei einer WM. Völler zeigte sich optimistisch und betonte, dass die Mannschaft alles geben werde, um in die nächste Runde einzuziehen. Er hob hervor, dass es in einem K.o.-Spiel nur ums Weiterkommen gehe.
Völler warnte davor, den Gegner Paraguay zu unterschätzen. Die südamerikanische Mannschaft spiele zwar nicht spektakulär, verteidige aber konsequent und kämpfe um jeden Meter auf dem Feld. Sie gewannen ihr Spiel gegen die Türkei mit 1:0. Völler sprach von einem möglichen Geduldsspiel für Deutschland.

Appell an Offensivspieler und Rückendeckung für Kimmich
Ein zentrales Thema der Pressekonferenz war die Leistung der Offensivspieler Jamal Musiala und Florian Wirtz. Völler forderte von den beiden 23-jährigen Spielern, dass sie liefern müssen, um die großen Ziele bei der WM zu erreichen. Er merkte an, dass noch „ein bisschen Luft nach oben“ sei, die Spieler dies aber wüssten. Musiala hat bereits ein Tor erzielt, während Wirtz noch ohne Treffer ist. Völler äußerte die Hoffnung, dass Wirtz seine Tore noch in den kommenden Spielen erzielen wird.
Auch die Diskussion um Kapitän Joshua Kimmich wurde angesprochen. Völler bezeichnete Kimmich als „Fahnenträger“ der deutschen Auswahl und nahm ihn in Schutz. Er betonte, dass alle mit Kimmichs Engagement und seiner Rolle als Kapitän zufrieden seien. Völler ist der Meinung, dass Kimmich auf beiden Positionen, sowohl als rechter Verteidiger als auch im zentralen Mittelfeld, „absolut top“ sei und dort spielen werde, wo es für die Mannschaft am besten ist.
Völler hat persönliche Erinnerungen an Paraguay. Bei der WM 2002 in Japan und Südkorea besiegte die von ihm trainierte Nationalelf die Südamerikaner im Achtelfinale mit 1:0. Das Tor erzielte damals Oliver Neuville.

Völler schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis, dass die Mannschaft an guten Tagen, wenn sie am Limit spielt, gegen jede Mannschaft gewinnen kann. Er zeigte sich „völlig beruhigt und relaxed“, da er wisse, dass die Mannschaft am Montag alles geben werde.
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Source: spiegel.de





