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Kanada erreicht Achtelfinale, Interviewfrage sorgt für Diskussionen

WM-News im Live-Blog: Unangebrachte Interviewfrage nach Kanada-Sieg sorgt für Aufsehen - WEB.DE

Kanada hat sich am Sonntag mit einem späten Treffer gegen Südafrika den Einzug ins WM-Achtelfinale gesichert. Der 1:0-Siegtreffer, erzielt von Stephen Eustáquio, führte zu einem Interview, das im Anschluss für Aufsehen sorgte. Der Reporter stellte dem 29-Jährigen Fragen zu seinen verstorbenen Eltern und seiner Familie, was zu emotionalen Reaktionen bei Eustáquio führte.

Eustáquio, dessen Mutter Esmeralda 2023 an einem Hirntumor verstarb und dessen Vater Armando ein Jahr später einem Herzinfarkt erlag, äußerte sich zu dem Interview. Er rieb sich die Augen und seine Stimme stockte, als er sagte: „Alles, was ich tue, mache ich für meine Familie – für meine Eltern, für meine Freundin, für meine Tochter. Für meine Freunde zu Hause. Für alle.“ Er fügte hinzu, dass er das Gefühl hatte, alle hätten bei seinem Tor mitgeschossen und dem Ball zusätzliche Kraft verliehen.

Später Siegtreffer sichert Kanadas Weiterkommen

Das entscheidende Tor fiel in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Als eine Verlängerung wahrscheinlich schien, schoss Eustáquio von der Strafraumgrenze und brachte Kanada in die nächste Runde. Für den 29-Jährigen war es praktisch ein Heimspiel, da er für den Los Angeles FC in der Major League Soccer spielt.

Das Spiel selbst war über weite Strecken kein fußballerischer Höhepunkt. Kanada war in der ersten Halbzeit das spielbestimmende Team, konnte aber aus den wenigen Chancen, auch ohne Bayerns Alphonso Davies, nichts Zählbares machen. Derek Cornelius scheiterte nach einem Freistoß, und Moïse Bombito sowie Tajon Buchanan vergaben weitere Gelegenheiten.

Südafrika agierte im Ballbesitz sehr vorsichtig, was zu Unmut bei den Zuschauern führte. Die „Bafana Bafana“ strahlte lange Zeit keine Torgefahr aus und verzettelte sich häufig in der Nähe des kanadischen Strafraums. Der erste gefährliche Torschuss für Südafrika erfolgte erst nach 62 Minuten durch Oswin Appollis.

Die besseren Chancen blieben bei Kanada. In der 65. Minute lief Tani Oluwaseyi auf den gegnerischen Torwart zu, und nach der Einwechslung von Alphonso Davies in der 75. Minute hatte Promise David eine weitere Gelegenheit, die jedoch ungenutzt blieb. Erst Eustáquio erlöste die Kanadier mit einem platzierten Flachschuss ins Eck.

Die Kanadier um Torschützen Stephen Eustaquio (Nummer 7) bejubeln den Siegtreffer gegen Südafrika
Die Kanadier um Torschützen Stephen Eustaquio (Nummer 7) bejubeln den Siegtreffer gegen Südafrika Credit: sportschau.de

Reaktionen und weitere WM-Nachrichten

Die Kritik an der Interviewfrage nach dem Spiel wurde unter anderem von einem MagentaTV-Experten geäußert. Der emotionale Moment von Eustáquio unterstrich die persönliche Bedeutung des Erfolgs für ihn.

Abseits des kanadischen Erfolgs gab es weitere Entwicklungen bei der WM. Nach Südkoreas Ausscheiden bei der WM wurden verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für die Rückkehr der Nationalmannschaft am Flughafen Incheon angekündigt. Dies geschah aufgrund von Groll gegen den zurückgetretenen Trainer Hong Myung-bo, gegen den sogar Morddrohungen in einem südkoreanischen Online-Forum ausgesprochen wurden. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, dass 160 Polizeibeamte und ein 25-köpfiges Security-Team am Flughafen stationiert werden.

Hong Myung-bo, der bereits bei der WM 2014 als Nationaltrainer gescheitert war, wurde im Juli 2024 erneut Nationaltrainer. Nach dem erneuten frühen Ausscheiden gilt er als Hauptverantwortlicher. Südkoreas Präsident Lee Jae-myung äußerte sich ebenfalls und schrieb auf X, er sei „angesichts dieses unerwarteten Ergebnisses nicht nur verblüfft, sondern empfinde es geradezu als absurd“.

Die Südkoreaner hatten in einer als machbar geltenden WM-Gruppe nach einem 2:1-Sieg gegen die Tschechen die Partien gegen Mexiko und Südafrika verloren. Drei Punkte und eine schlechte Tordifferenz reichten nicht für das Weiterkommen als einer der besten Gruppendritten.

Afrikanische Teams im Aufwind

Der Nationaltrainer Benins, Gernot Rohr, prophezeite unterdessen den baldigen ersten WM-Titel für eine afrikanische Mannschaft. Er sieht eine „starke Gegenwart, goldene Zukunft“ für afrikanische Teams, die in der Vorrunde der Weltmeisterschaft hervorragende Leistungen gezeigt hätten. Rohr, der seit 16 Jahren auf dem Kontinent tätig ist, betonte die Fortschritte in Technik, Taktik und Physis. Er hob hervor, dass afrikanische Teams defensiv „einen großen Schritt nach vorn gemacht“ hätten.

Rohr nannte Marokko und Senegal als besonders vielversprechende Kandidaten. Neun von zehn afrikanischen Teams hätten sich für die K.o.-Runde qualifiziert, was laut Rohr keine Überraschung sei, sondern das Ergebnis guter Arbeit in Verbänden und Vereinen. Er erwähnte auch die Verbesserung der Infrastruktur und die Professionalisierung der Vorbereitungen auf große Turniere.

Weitere Nachrichten betrafen den Rücktritt von Yasser Al-Misehal, dem Präsidenten des saudi-arabischen Verbandes, nach dem Vorrunden-Aus der Nationalmannschaft. Er übernahm die volle Verantwortung für das „Scheitern“ und entschuldigte sich bei allen, die sich eine bessere Leistung erhofft hatten. Saudi-Arabien schied in einer Gruppe mit Europameister Spanien, Kap Verde und Uruguay aus und erzielte in drei Spielen nur ein Tor.

Zudem musste sich Algerien-Star Riyad Mahrez für ein Tor im Spiel gegen Österreich verteidigen. Er hatte in der Nachspielzeit zum 3:2 getroffen, obwohl seiner Mannschaft ein Unentschieden einen angenehmeren Weg in der K.o.-Runde beschert hätte. Beim Stand von 2:2 hatten sich beide Teams kaum noch ernsthaft attackiert, da ein Remis beiden zum Weiterkommen gereicht hätte.

Kanada trifft im Achtelfinale am 4. Juli in Houston auf den Sieger des Duells zwischen Marokko und den Niederlanden.

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Source: web.de

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