Fery’s Märchen in Wimbledon
Arthur Fery, der britische Tennisspieler, hat sich sensationell für das Halbfinale in Wimbledon qualifiziert. Seine Leistung wird bereits als „Fery-tale“ oder Märchen bezeichnet. Der in Sèvres bei Paris geborene Fery wuchs nur fünf Minuten von der Wimbledon-Anlage entfernt auf, und seine frühere Schule liegt lediglich 1500 Meter entfernt. Dieses lokale Element trägt zur Begeisterung der Fans bei.
Fery, der mit einer Wildcard ins Turnier startete, hat auf seinem Weg ins Halbfinale unter anderem den italienischen French-Open-Finalisten Flavio Cobolli besiegt. Er gewann das Match mit 6:4, 7:6 (7:4) und 6:0. Sein Erfolg hat die britische Öffentlichkeit in Aufregung versetzt, und es wird bereits über mögliche neue Namen für den legendären Hügel in Wimbledon spekuliert, in Anlehnung an Tim Henman und Andy Murray.
Die Mutter von Arthur Fery, Olivia Fery, war selbst Tennisprofi und stand 1991 im Doppel in der ersten Runde der French Open. Sein Vater, Loic Fery, ist Präsident des französischen Erstligisten FC Lorient. Trotz dieser familiären Verbindungen zum Sport begann Arthur Fery das Turnier als die Nummer 114 der Weltrangliste.
Begegnung mit dem Königshaus und Zverevs Herausforderung
Das „Fery-Fieber“ hat auch das britische Königshaus erreicht. Prinzessin Kate schaute ihm in der zweiten Runde auf Court 18 zu, und Königin Camilla war im Viertelfinale anwesend. Königin Camilla gratulierte Fery nach einem seiner Spiele und ermutigte ihn, weiterzumachen. Fery selbst empfand es als besondere Ehre, vor ihr und vor Tennislegenden zu spielen.
Im Halbfinale trifft Arthur Fery auf den French-Open-Sieger Alexander Zverev. Zverev ist sich seiner Favoritenrolle bewusst, erwartet jedoch eine große Herausforderung. Er rechnet damit, dass 99 Prozent der 15.000 Zuschauer auf dem Centre Court Fery unterstützen werden. Zverev äußerte sich jedoch gelassen und betonte, dass er solche Atmosphären genießt und die britischen Zuschauer immer sehr fair gewesen seien.
Zverev, der sich auf eine harte Herausforderung im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers freut, ist seit langem auf der Tour und hat nach eigenen Angaben schon die „feindseligsten, schwierigsten und unfairsten“ Zuschauer erlebt. Er ist zuversichtlich, mit der Energie des Publikums umgehen zu können.
Vergleich mit Goran Ivanisevic und Zukunftsaussichten
Arthur Fery ist der erste Brite seit Cameron Norrie vor vier Jahren, der im Halbfinale des Heimspiels im All England Club steht. Sein Einzug ins Halbfinale als Wildcard-Spieler weckt Erinnerungen an Goran Ivanisevic, der 2001 als einziger Wildcard-Spieler das Wimbledon-Turnier gewann. Ivanisevic, der damals auf Platz 125 der Weltrangliste abgerutscht war, erhielt ebenfalls eine Wildcard und schaffte es, das Turnier zu gewinnen.
Obwohl Fery und Ivanisevic unterschiedliche Karrieren haben – Fery steht zum ersten Mal im Halbfinale, während Ivanisevic bereits dreimal im Finale gestanden hatte – teilen sie die Sympathie der Fans als Wildcard-Spieler. Sollte Fery auch Zverev besiegen, würde er am Sonntag, unabhängig vom Ausgang des Finals, seinen Geburtstag feiern und könnte die Nummer 26 der Welt werden.
Fery selbst äußerte sich vor dem Match zuversichtlich: „Ich habe nichts zu verlieren. Ich werde rausgehen, mein Spiel zeigen und das tun, was ich bisher getan habe. Mal sehen, wohin mich das führt.“ Das Halbfinale findet heute um 14:30 Uhr statt.
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Source: bild.de





