Frankreich hat sich im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Marokko mit einem 2:0-Sieg durchgesetzt und damit zum dritten Mal in Folge das Halbfinale dieses Turniers erreicht. Das Team, das als Titelfavorit gilt, trifft nun auf den Sieger der Partie zwischen Spanien und Belgien.
Der französische Stürmerstar Kylian Mbappé spielte eine zentrale Rolle in der Begegnung. Obwohl er zunächst einen Elfmeter nicht verwandeln konnte, erzielte er in der 60. Minute ein Tor, das zur Führung führte. Kurz darauf erhöhte der ehemalige Dortmunder Ousmane Dembélé in der 66. Minute auf 2:0.
Für Frankreich war dies der sechste Sieg im sechsten Spiel des aktuellen Turniers. Kylian Mbappé hat damit insgesamt 20 WM-Tore erzielt und liegt nur ein Tor hinter dem Rekordhalter Lionel Messi aus Argentinien.
Mbappés Zustand und die Elfmeter-Szene
Nach seiner Auswechslung im Spiel gegen Marokko wurde Kylian Mbappé mit einem Eisbeutel am Fuß auf der Bank gesehen. Der Offensivstar gab jedoch Entwarnung und erklärte, einen Schlag auf die Ferse erhalten zu haben, es ihm aber gut gehe. Ein Ausfall für das Halbfinale scheint unwahrscheinlich, da er bei der Feier vor den Fans wieder problemlos hüpfen konnte.
Frankreichs Trainer Didier Deschamps bestätigte, dass Mbappé nicht nur Schmerzen an der Ferse hatte, sondern auch unter Krämpfen litt. Deschamps führte dies auf die hohe Anzahl der Spiele zurück, die Mbappé bestreitet, und betonte die gute Möglichkeit zum Wechsel.
Marokkos Torhüter Bono, bekannt als „Elfmeter-Killer“, parierte in der ersten Halbzeit einen Strafstoß von Kylian Mbappé. Von neun Elfmetern bei Weltmeisterschaften, einschließlich Elfmeterschießen, ließ Bono nur zwei Tore zu. Viermal parierte er, dreimal wurden die Elfmeter anderweitig vergeben. Der ehemalige Weltmeister Mats Hummels kommentierte, dass Mbappés Schuss „einfach schlecht geschossen“ war.
Jürgen Klopp merkte an, dass die lange Wartezeit zwischen dem Elfmeterpfiff und der Ausführung aufgrund einer VAR-Überprüfung möglicherweise Mbappé beeinflusst haben könnte. Er spekulierte, dass die Verzögerung, in der Mbappé dreimal neu justieren musste, nicht hilfreich war und man ihm anmerkte, dass er nicht glücklich war.
Reaktionen und Ausblick
Der souveräne Sieg Frankreichs und der Einzug ins Halbfinale wurden in den internationalen Medien positiv aufgenommen. Besonders Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé standen im Fokus der Berichterstattung.
Die französische Zeitung „L’Équipe“ titelte „Nicht aufzuhalten“ und beschrieb das Team als zunächst ineffizient, dann aber mitreißend. „Le Parisien“ schrieb, dass nichts die Mannschaft aufhalten könne und der dritte Weltmeistertitel in greifbarer Nähe sei. „Le Figaro“ hob hervor, dass Frankreich Geduld beweisen musste, bevor das Duo Mbappé/Dembélé den Sieg sicherte.
Internationale Medien wie „The Athletic“ aus den USA fragten, ob Frankreich überhaupt zu stoppen sei. „The Telegraph“ aus England sprach von einem ungefährdeten Sieg, der eher an ein Gruppenspiel als an ein spannendes Viertelfinale erinnerte. „The Guardian“ betonte, dass Kylian Mbappé nun das Rennen um den Goldenen Schuh anführt, auch wenn er ein Spiel mehr absolviert hat als seine engsten Verfolger Lionel Messi, Erling Haaland und Harry Kane. Die „Daily Mail“ bezeichnete Mbappé als „einfach nicht aufzuhalten“.
Spanische Zeitungen wie „Marca“ hoben hervor, dass Mbappé den „unbezwingbaren Bono“ knackte. „AS“ lobte Trainer Didier Deschamps für das Erreichen der vorletzten Runde und Mbappé dafür, den Widerstand Marokkos gebrochen zu haben. „Mundo Deportivo“ bezeichnete Kylian Mbappé als Genie und geborenen Torjäger, der mit seinem Tor Frankreich ins Halbfinale schoss und damit im Wettlauf um Rekorde erneut mit Lionel Messi gleichzog.
Die „Gazzetta dello Sport“ aus Italien schrieb, Frankreich sei „von einem anderen Planeten“, während der „Blick“ aus der Schweiz feststellte, dass Mbappé seinen „Penalty-Bock wettmacht und Messi auf die Pelle rückt“. Die österreichische „Krone“ merkte an, dass die als Geheimfavorit gehandelten Marokkaner enttäuschten, während die Franzosen erneut zeigten, dass der Titel nur über sie führt.
Währenddessen bangt England im Viertelfinale gegen Norwegen um den Einsatz von Marc Guehi, der über muskuläre Probleme klagt, und Declan Rice, der aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung nicht trainieren konnte. Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente konzentriert sich vor dem Viertelfinale gegen Belgien voll auf dieses Spiel und möchte sich noch nicht mit einem möglichen Halbfinale gegen Frankreich beschäftigen.

Das Spiel zwischen Spanien und Belgien findet in Inglewood bei Los Angeles statt.
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Source: sueddeutsche.de





