Merlier triumphiert in Bordeaux, Kanter Vierter
Tim Merlier vom Team Soudal Quick-Step hat die siebte Etappe der Tour de France in Bordeaux gewonnen. Der belgische Fahrer setzte sich in einem spannenden Massensprint durch und sicherte sich seinen vierten Tagessieg bei dem bedeutendsten Radrennen der Welt. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Sören Wärenskjold von Uno-X Mobility und Biniam Girmay von NSN Cycling.
Für die deutschen Radprofis setzte sich das Warten auf einen Etappensieg fort. Der formstarke Sprinter Max Kanter erreichte den vierten Platz. Er äußerte sich frustriert über das Ergebnis und erklärte, dass das Team zu weit hinten gewesen sei und keinen Platz gehabt hätte. Kanter betonte, dass für einen Etappensieg bei der Tour alles zusammenkommen müsse, und kritisierte das Timing im Leadout als nicht perfekt.

Die Etappe führte über 175,1 km in Richtung Bordeaux, einer Stadt, die bereits zum 77. Mal Etappenziel der Tour war. Nur Paris war häufiger Etappenziel. Die Strecke war größtenteils schnurgerade. Erst 55 km vor dem Ziel wurde es beim Zwischensprint interessant, wo Kanter erneut seine gute Form zeigte und als Dritter des Pelotons zwölf Punkte sammelte. Die beiden Ausreißer Baptiste Veistroffer und Jakub Otruba wurden 18 km vor dem Ende eingeholt.
Pogačar verteidigt Gelbes Trikot und Team-Interne Gespräche
Tadej Pogačar verteidigte ohne Schwierigkeiten sein Gelbes Trikot. Einen Tag nach seiner beeindruckenden Leistung auf der Tourmalet-Etappe, die bereits eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg andeutete, rollten der Slowene und die anderen Top-Fahrer gemeinsam im Hauptfeld ins Ziel. Florian Lipowitz, Deutschlands bester Klassementfahrer, verteidigte seinen siebten Rang in der Gesamtwertung.

Im Team Red Bull-Bora-hansgrohe gab es vor dem Start in Hagetmau Bemühungen, teaminterne Spannungen zu klären. Florian Lipowitz, der Gesamtdritte von 2025, sprach vor dem Start über ein Gespräch im Bus mit seinem Teamkollegen Remco Evenepoel. Lipowitz erklärte, dass alles geklärt sei und die Stimmung gut sei. Er fügte hinzu, dass er dem Vorfall nicht zu viel Bedeutung beimessen würde.
Die teaminterne Diskussion entstand, nachdem Evenepoel Lipowitz nach der Pyrenäen-Etappe am Donnerstag kritisiert hatte. Evenepoel warf Lipowitz vor, nicht auf seine Bitte um Unterstützung im Sprint reagiert zu haben, und hatte sich wütend gezeigt. Am Freitag zeigte sich der Olympiasieger jedoch deutlich versöhnlicher. Die geteilte Kapitänsrolle der beiden Top-Fahrer soll sich vorerst nicht ändern.
Nächste Sprintchance erwartet
Die Bedingungen auf der Strecke waren erneut herausfordernd, da die Etappe eine weitere Hitzeschlacht mit Temperaturen knapp unter der 40-Grad-Marke war. Trotz der Hitze und der Länge der Etappe gab es für einige deutsche Fahrer gute Ergebnisse. Phil Bauhaus komplettierte mit seinem sechsten Rang ein ordentliches deutsches Gesamtergebnis, während Pascal Ackermann den zwölften Platz belegte.
Die deutschen Radsportfans warten bereits seit 2017 auf einen Sieg im Massensprint, als Marcel Kittel in Pau triumphierte. Die Sprinter könnten bereits am Samstag eine weitere Gelegenheit erhalten, da die achte Etappe von Périgueux nach Bergerac ebenfalls für eine Massenankunft geeignet ist.
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Source: n-tv.de





