Nach dem Viertelfinalsieg der englischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Norwegen (2:1 n.V.) hat England-Trainer Thomas Tuchel seine Spieler kritisiert. Diese Kritik führte zu einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Doppeltorschützen Jude Bellingham. Nun hat England-Kapitän Harry Kane seinen Trainer verteidigt und Verständnis für dessen Äußerungen gezeigt.
Thomas Tuchel hatte direkt nach dem Abpfiff erklärt, er sei mit der Leistung der Spieler nicht zufrieden und die Mannschaft habe sich das Spiel selbst unglaublich schwer gemacht. Jude Bellingham reagierte darauf mit Unverständnis und meinte, Tuchel wisse vielleicht nicht, wie es sei, unter diesen Bedingungen gegen Spieler wie Erling Haaland, Ödegaard, Nusa und Sörloth zu spielen. Der Real-Star warf seinem Trainer zudem vor, für eine schlechte Stimmung im Team zu sorgen, obwohl man versuche, ein positives Umfeld zu schaffen.
Harry Kane, der ebenfalls für Bayern München spielt, äußerte sich zu den Aussagen seines Trainers und betonte, Tuchel versuche, das Beste aus der Mannschaft herauszuholen. Er fügte hinzu, dass das Team wisse, dass es noch ein Level besser spielen könne und dies gegen Norwegen nur ansatzweise gezeigt habe. Kane zeigte Verständnis für Tuchels Ansprüche und erklärte, der Trainer wolle die beste Version des Teams in den Spielen sehen, wenn er deren Geschlossenheit und Fähigkeiten im Training beobachte.
Debatten abseits des Platzes
Neben der internen Diskussion im englischen Team gab es weitere Debatten abseits des Spielfelds. Vor dem Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien sorgte eine rassistische Aussage des früheren spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy für Empörung. Er schrieb in einem Beitrag für „El Debate“, dass Frankreich zwar über einen Kader auf höchstem Niveau verfüge, aber keine Franzosen in diesem Fußballteam stünden.
Diese Äußerungen stießen in beiden Ländern auf scharfe Ablehnung. Philippe Diallo, Präsident des französischen Fußballverbands, bezeichnete Rajoys Aussagen als „unerträglichen Rassismus“. Auch Laurent Nuñez, der französische Innenminister, nannte die Aussage „absolut inakzeptabel“. Der aktuelle spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez betonte, dass die bessere Mannschaft gewinnen und der Rassismus verlieren möge.

Angriffe auf norwegischen Stürmer
Nach dem Ausscheiden Norwegens bei der Fußball-Weltmeisterschaft wurde Stürmer Alexander Sörloth in den sozialen Medien massiv beleidigt. Seine Partnerin Lena Selnes veröffentlichte diverse Kommentare, die Morddrohungen und Aufrufe zum Selbstmord enthielten, die sie über Instagram erhalten hatte. Norwegen hatte im Viertelfinale in Miami gegen England mit 1:2 nach Verlängerung verloren. Sörloth hatte in der ersten Halbzeit bei einem Stand von 1:0 für die Skandinavier eine gute Gelegenheit vergeben.
Für England steht nun das Halbfinale gegen Titelverteidiger Argentinien an. Das Spiel findet am Mittwoch in Atlanta statt. Harry Kane zeigte sich optimistisch und sagte, obwohl sie gegen eines der besten Teams der Welt spielen, hätten sie immer noch das Gefühl, dass sie sich verbessern können.
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Source: bild.de





