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Bericht zu Balogun-Entscheidung: Nur ein Funktionär soll Sperre aufgehoben haben

WM 2026: Brisanter Bericht zu Balogun: Fällte nur EIN Funktionär die Skandal-Entscheidung? - BILD

Kontroverse um Baloguns Rote Karte

Die Entscheidung, die Sperre von Folarin Balogun nach seiner Roten Karte bei der Fußball-WM auszusetzen, sorgt weiterhin für Diskussionen. Berichte deuten darauf hin, dass die Aufhebung der Sperre nicht durch das gesamte 18-köpfige Disziplinarkomitee der FIFA erfolgte. Stattdessen soll die Entscheidung von einem einzelnen Funktionär getroffen worden sein: dem Vorsitzenden Mohammad al-Kamali aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Normalerweise werden solche Fälle von einem Gremium mit mehreren Mitgliedern behandelt. Die Tatsache, dass es sich in diesem Fall offenbar um eine Solo-Entscheidung handelte, wirft weitere Fragen auf. Die FIFA hat bisher keine vollständige schriftliche und begründete Einzelfallentscheidung des Disziplinarkomitees veröffentlicht, sondern lediglich eine allgemeine Erklärung zum rechtlichen Vorgehen.

Die Rote Karte erhielt Folarin Balogun während des 2:0-Sieges im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina. Dies hätte eine Sperre für das Achtelfinalspiel gegen Belgien bedeutet. Die überraschende Aufhebung der Sperre erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben in einem Telefonat mit FIFA-Präsident Gianni Infantino um eine Überprüfung gebeten hatte.

Auswirkungen auf Schiedsrichter und Vertrauen

Der Fall Balogun und die damit verbundenen Vorgänge haben laut dem langjährigen FIFA-Referee und TV-Experten Patrick Ittrich langfristige negative Auswirkungen auf die Schiedsrichter bei der Fußball-WM. Ittrich äußerte in einer TV-Sendung, dass der entstandene Vertrauensverlust das Turnier und möglicherweise auch die kommenden Jahre beeinflussen könnte, was er als das größte Problem ansieht.

Besonders betroffen sei der Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien, der nach dieser Intervention „für sein Leben lang angegriffen“ sei. Ittrich ist überzeugt, dass Claus kein Spiel mehr pfeifen wird, da ihm etwas nachgesagt werde, was er nicht getan habe. Der Referee sei von Trump „öffentlich diskreditiert“ worden. Tage nach dem Vorfall säte der FIFA-Beauftragte des Weißen Hauses, Andrew Giuliani, Zweifel an der Seriosität des Schiedsrichters.

Giuliani fand es „höchst verdächtig“, dass gegen Raphael Claus bereits im Jahr 2024 wegen falscher Roter Karten und Spielmanipulation ermittelt worden sei. Obwohl Claus bei den Ermittlungen in Brasilien nur als Zeuge geladen und nicht selbst beschuldigt wurde, behauptete Giuliani, die Situation sei mit den damaligen Ermittlungen vergleichbar. Auch Trump hatte zuvor den brasilianischen Schiedsrichter als „etwas verdächtig“ bezeichnet, wenn man sich dessen Vergangenheit ansehe, ohne nähere Angaben zu machen.

Ein weiterer Kritikpunkt von Ittrich betrifft den Schiedsrichter Felix Zwayer, der nach der Gruppenphase kein weiteres Spiel mehr gepfiffen hat, wobei der Grund dafür unklar sei. Ittrich empfindet dies als merkwürdig. Die Eingriffe der FIFA und im Fall Balogun sogar des US-Präsidenten würden „auf dem Rücken der Schiedsrichter ausgetragen“, so Ittrich.

Infantino und die Kritik am System

Die Rolle von FIFA-Präsident Gianni Infantino steht ebenfalls im Fokus der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump die Rot-Sperre für einen US-Spieler aufgeschoben zu haben. Dieser angebliche Regelbruch löste im weltweiten Fußball Empörung aus.

Infantino hatte das Gespräch mit US-Präsident Donald Trump bestätigt, betonte jedoch gleichzeitig, dass ausschließlich die unabhängigen FIFA-Justizorgane über den Fall entschieden hätten. Der „Times“-Bericht wirft jedoch Zweifel an dieser Darstellung auf, da die Entscheidung offenbar nicht vom gesamten Komitee getroffen wurde.

Die Art und Weise, wie Infantino die FIFA zu einer „Geldmaschine“ gemacht hat, steht ebenfalls in der Kritik. Infantino, der einst als Krisenmanager galt, hat sich zu einem der umstrittensten Funktionäre im Weltsport entwickelt. Die Diskussionen um den Fall Balogun werden die Fußballwelt voraussichtlich noch eine Weile beschäftigen.

Die FIFA hat bis heute keine vollständige schriftliche, begründete Einzelfallentscheidung des Disziplinarkomitees veröffentlicht.

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Source: bild.de