Nach 75 Jahren hat die Gaelic-Football-Mannschaft aus der irischen Provinz Mayo die Meisterschaft wieder gewonnen und damit einen der wohl ältesten Flüche im Sport gebrochen. Die Spieler sanken nach dem Schlusspfiff vor Erleichterung auf die Knie, während auf den Rängen in Dublins Croke Park wildfremde Menschen mit Freudentränen in den Armen lagen.
Der Sieg im Finale gegen Kerry mit 1-20 zu 1-17 beendete eine lange Durststrecke für das Team aus dem Westen Irlands. Das Spiel, das vor 82.000 Zuschauern stattfand, war nichts für schwache Nerven. Kerry, der Rekordmeister, startete stark, doch Mayo konnte bis zur Pause aufholen. Ein Tor von Darragh Beirne kippte die Partie endgültig zugunsten von Mayo, und Tommy Conroy sicherte mit der letzten Aktion des Spiels den Sieg.
Der Ursprung des Fluches
Die Legende des Fluches reicht zurück bis zum 23. September 1951, als Mayo gegen Sligo den dritten Titel in der beliebten Sportart, einer Mischung aus Fußball und Rugby, gewann. Auf der Heimreise sollen die Spieler von Mayo ausgelassen gefeiert und bei der Fahrt durch das kleine Dorf Foxford einem Trauerzug nicht den nötigen Respekt erwiesen haben.
Ein Priester oder ein Angehöriger des Verstorbenen soll daraufhin aus Ärger einen Fluch ausgesprochen haben: Mayo werde keine Meisterschaft gewinnen, solange noch ein Mitglied der Siegermannschaft von 1951 am Leben sei. Diese Geschichte, obwohl von lokalen Chronisten als Anekdote bezeichnet, die erst Anfang der 2000er-Jahre aufgetaucht sei, gewann über die Jahrzehnte an Glaubwürdigkeit.
Der letzte lebende Spieler der Meistermannschaft von 1951 verstarb im Jahr 2023. Das diesjährige Finale war somit das erste Endspiel für Mayo, seitdem die Bedingung des priesterlichen Fluches erfüllt war. In den 75 Jahren zwischen 1951 und 2026 erreichte Mayo elfmal das Finale, verlor jedoch jedes Mal, oft knapp und dramatisch.
Prominente Glückwünsche und Reaktionen
Nach dem historischen Sieg hagelte es prominente Glückwünsche. Zu den Gratulanten gehörten unter anderem der frühere US-Präsident Joe Biden und Oasis-Sänger Liam Gallagher. Biden, der familiäre Wurzeln in Mayo hat, gratulierte mit dem Schlachtruf „Mayo für Sam“ und teilte seine Grußbotschaft auf der Plattform X mit den Worten: „Herzlichen Glückwunsch an meine Freunde in Mayo. Genießt jede Minute. Sam kommt nach Hause. Der Traum ist Wirklichkeit geworden.“
Auch Noel Gallagher, der Bruder von Liam Gallagher, äußerte sich auf X mit den Worten „Es ist vollbracht.“ Die Brüder verbrachten viele Jahre zwischen Manchester und dem Haus ihrer verstorbenen Großmutter Margaret in Mayo. Der Kapitän von Mayo, Jack Coyne, drückte seine Freude über den Sieg aus: „Davon habe ich jeden Tag meines Lebens geträumt. Dass ich das nun erleben darf – das lässt sich mit Worten gar nicht beschreiben.“
Der Sieg löste bei den rund 140.000 Bewohnern des County Mayo Ekstase aus. Trotz des Bruchs des Fluches bleibt das Rätsel um seine Entstehung bestehen, da sich viele langjährige Bewohner von Foxford nicht an den Vorfall mit dem Trauerzug erinnern konnten. Mick Loftus, der letzte Überlebende der 1951er-Meister, bezeichnete die Geschichte als „viel Lärm um Nichts“, merkte aber an, dass seine fehlende Erinnerung nicht bedeute, dass es keinen Trauerzug gegeben habe.

Die Meisterschaftstrophäe, der Sam Maguire Cup, kehrt damit nach 75 Jahren in die Provinz Mayo zurück.
Source: sport1.de





