Klopp sagt Auftritt in Mainz ab
Jürgen Klopp, der neue Bundestrainer, hat seinen geplanten Auftritt beim Internationalen Trainer-Kongress des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) in Mainz kurzfristig abgesagt. Ursprünglich sollte Klopp am Montagmorgen persönlich in der Mainzer Rheingoldhalle anwesend sein, doch die Ereignisse führten zu einer Änderung der Pläne.
Klopp, der seit Freitag offiziell als Bundestrainer feststeht, hat die Nachfolge von Julian Nagelsmann angetreten. Nagelsmann musste seinen Posten nach dem WM-Aus räumen. Der neue Bundestrainer, der einen Vertrag bis 2030 beim DFB unterschrieb, meldete sich stattdessen per Videobotschaft an die mehreren Hundert Gäste in Mainz.
In seiner Videobotschaft erklärte Klopp seine Absage mit nachdenklichen Worten. Er betonte, dass er eigentlich gerne persönlich dabei gewesen wäre, aber die jüngsten Entwicklungen dies nicht zuließen. Klopp ist sich des großen Amtes als Bundestrainer bewusst.
Gründe für die Absage und Völler als Ersatz
Klopp möchte sich vor seinem ersten Spiel im September in Holland nicht zu sehr in der Öffentlichkeit präsentieren. Er erklärte, dass er nicht gleich zu Beginn Schlagzeilen liefern möchte, ohne überhaupt schon einmal mit der Mannschaft gespielt zu haben. Das ursprünglich geplante Thema seines Vortrags wäre gewesen: „Trainer werden ist nicht schwer, Trainer sein umso mehr.“
Der 59-Jährige äußerte Bedenken, dass ihm das Thema in seiner neuen Rolle als Bundestrainer schnell um die Ohren fliegen könnte. Er hätte aus seiner Karriere erzählen sollen, wie er es geschafft hat, über viele Jahre bei seinen Vereinen erfolgreich zu sein. Nun, da er wieder Trainer ist, möchte er sich darauf konzentrieren, zu zeigen, dass er es auch bleiben kann.
Für Klopp sprang DFB-Sportdirektor und Legende Rudi Völler als Gesprächsgast ein. Klopp zeigte sich besonders erfreut darüber, dass ausgerechnet Völler ihn ersetzen würde, eine Situation, die er sich nach eigenen Angaben nie hätte vorstellen können.
Klopps Pläne für die Nationalmannschaft
Jürgen Klopp tritt offiziell am 15. August die Nachfolge von Julian Nagelsmann an. Die Liste der Aufgaben bis zum Nations-League-Start am 24. September gegen die Niederlande ist lang. Klopp gab an, dass er seinen Alltag noch nicht kenne und froh sei, dass das erste Spiel nicht bereits morgen sei, da er sonst überfordert wäre.
Vor dem Spiel in Amsterdam wird Klopp die Mannschaft in Herzogenaurach versammeln. Bis zum 4. Oktober sind drei weitere Spiele geplant. Klopp hat bereits „ein paar Dinge im Kopf“, die jedoch noch nicht spruchreif seien. Er betonte, dass man sicher nicht elf Spieler durchpeitschen werde, die alle vier Spiele bestreiten.
Klopp plant, „ohne Aktionismus Dinge anzupassen und zu verändern“ und möchte auch das betrachten, „was nicht direkt den Fußball beeinflusst“. Er hat seinen langjährigen Berater Marc Kosicke als externen Mitarbeiter für Strategie, Entwicklung und Innovation in sein Team geholt. Ab Januar wird Per Mertesacker als Geschäftsführer Sport und Nachfolger von Andreas Rettig zum DFB stoßen. Zudem pflegt Klopp einen engen Draht zu Verbandsdirektor Hannes Wolf, der für Nachwuchs, Training und Entwicklung zuständig ist.

Klopp hat ambitionierte Ziele und möchte, dass andere Verbände in vier, fünf, sechs Jahren sagen, sie wollen es so machen, wie es der DFB gemacht hat. Dies ist ein ehrgeiziges Ziel nach dem dritten WM-Debakel in Folge. Der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel, der Klopp einst zum Trainer machte, äußerte sich zuversichtlich, dass der neue Bundestrainer die DFB-Elf wieder auf Kurs bringen kann.
Klopp entschuldigte sich in seiner Videobotschaft für die kurzfristige Absage und erklärte, dass er sich auf seine neue Aufgabe konzentrieren möchte, um zu zeigen, dass er als Trainer erfolgreich bleiben kann.

Source: bild.de





