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Uefa-Staaten stimmen einstimmig für WM-Boykott nach Infantino-Plänen

WM: Britische Medien: ALLE Uefa-Staaten stimmen für Boykott nach Plänen von Infantino

Uefa lehnt Fifa-Pläne einstimmig ab

Alle 55 Uefa-Mitgliedsverbände haben sich einstimmig für einen Boykott aller Fifa-Turniere ausgesprochen. Dieser Beschluss wurde auf einer Dringlichkeitssitzung gefasst, sollte Fifa-Präsident Gianni Infantino seine Pläne zum Verkauf von WM-Anteilen an private Investoren umsetzen. Britische Medien, darunter die BBC und die „Times“, berichteten zuerst über diese Entwicklung.

In einer offiziellen Erklärung betonte die Uefa, dass sie und ihre Mitgliedsverbände geschlossen zusammenstehen. Sie lehnen den Vorschlag der Fifa, Eigentumsanteile an der Weltmeisterschaft und anderen Fifa-Wettbewerben an private Investoren zu übertragen, einstimmig und unmissverständlich ab. Die Weltmeisterschaft dürfe nicht wie ein Anlageprodukt behandelt werden, sondern sei eines der größten Vermächtnisse des Fußballs.

Die Uefa stellte klar, dass keine ihrer Nationalmannschaften an Fifa-Wettbewerben teilnehmen wird, solange diese Pläne weiterverfolgt werden. Dies gelte, es sei denn, der Vorschlag wird vollständig zurückgezogen und die Fifa gibt verbindliche Garantien ab. Diese Garantien müssten sicherstellen, dass die Fifa ihre Führungsstrukturen oder Wettbewerbe niemals wieder für privates Eigentum öffnen wird.

Kritik an Infantinos Vorgehen und Ultimatum

Die Dringlichkeitssitzung der Uefa wurde einberufen, nachdem der Fifa-Investorenplan bekannt wurde. Mit dem Verkauf von Anteilen an der Turniervermarktung an private Investoren sollte eine Milliardensumme erzielt werden. Fifa-Boss Infantino soll den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September gesetzt haben.

Die Uefa kritisierte Infantinos Pläne scharf und bezeichnete es als unverantwortlich, dass ein Vorschlag von solch weitreichender Bedeutung im Geheimen entwickelt und beinahe zur Abstimmung gebracht wurde. Dies sei geschehen, ohne diejenigen ernsthaft einzubeziehen, die mit der Verantwortung für den Sport betraut sind. Die Uefa sieht darin ein schwerwiegendes Versagen der Führung und eine Aufgabe der Fifa-Pflicht als Hüterin des Weltfußballs.

Den nationalen Verbänden weltweit werde nun ein Ultimatum gestellt: Entweder sie akzeptieren die Beteiligung privater Investoren an den bedeutendsten Wettbewerben des Fußballs, oder sie müssen die Konsequenzen tragen. Die Uefa bezeichnete dies als eine Form der Einschüchterung und einen Akt der Nötigung, der einer Institution unwürdig sei, die den Weltfußball verwalten soll.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf schloss sich der Kritik an Infantinos Plan an. Er äußerte, es sei ein fatales Zeichen, die Fußball-WM für Investoren zu öffnen. Der Fußball lebe von der Akzeptanz der Gesellschaft und dürfe nicht zum Spielball von Investoren gemacht werden. Neuendorf bezeichnete das Vorhaben als überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig.

Infantino verteidigte seinen geplanten Einstieg externer Geldgeber als eine einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen. Er verspricht sich davon die Erschließung bisher nicht realisierter Werte und sieht die Stärkung der kommerziellen Seite des Fußballs als logischen nächsten Schritt in der Entwicklung.

Mögliche Auswirkungen des Boykotts

Ein Boykott der Uefa könnte Infantinos Pläne massiv ins Wanken bringen. Die Uefa und ihre Mitgliedsverbände haben ihre Entschlossenheit bekundet, diese Pläne mit aller Härte zu bekämpfen. Sie betonten, dass es Momente gebe, in denen Institutionen nicht danach beurteilt werden, was sie zu akzeptieren bereit sind, sondern danach, worauf sie sich niemals einlassen. Für die Uefa ist dies ein solcher Moment.

Die Weltmeisterschaft gehöre dem Fußball und werde ihm immer gehören, so die Uefa. Solange Europa eine Stimme habe, werde sie niemals zum Verkauf stehen. Die Fifa und ihr Präsident sind in ihrem Plan, Anteile an der WM zu verkaufen, offenbar bereits fortgeschritten. Medienberichten zufolge sollen die Verbände mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert werden, wobei eine einfache Mehrheit für die Umsetzung der Vorhaben ausreichen soll. Die Frist für die Zustimmung der Mitgliedsverbände läuft bis zum 19. September.

Source: bild.de