Tadej Pogačar hat mit seinem fünften Gesamtsieg bei der Tour de France einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Der Slowene reiht sich damit in den Kreis der Rekordsieger ein, zu dem bereits Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain gehören. Pogačar erreichte diesen Erfolg, was ihn jünger macht als seine Vorgänger bei deren fünftem Triumph.
Die Dominanz des Weltmeisters vom UAE Team hat jedoch auch Fragen aufgeworfen. Trotzdem erhält Pogačar Unterstützung von prominenten Persönlichkeiten. Greg LeMond, ein dreifacher Tour-Sieger und bekannter Dopinggegner, verteidigte Pogačar in einem Gespräch mit der französischen Sportzeitung „L’Equipe“.
LeMond verteidigt Pogačar gegen Doping-Verdacht
LeMond betonte, dass Pogačar ein außergewöhnliches Talent besitze. Er erklärte, dass es unter Millionen von Menschen von Zeit zu Zeit jemanden gebe, der drei oder vier Prozent mehr mitbringe. Dies sei zwar kein großer Unterschied, könne aber bei der Tour de France alles verändern.
LeMond zog einen Vergleich zu Lance Armstrong und hob hervor, dass Armstrong nicht dasselbe Talent besaß und es erst mit 28 Jahren „gefunden“ habe. Er wies darauf hin, dass manche Menschen einfach mit einem sehr hohen VO2max-Wert geboren würden. LeMond, der die Tour in den Jahren 1986, 1989 und 1990 gewann, kritisierte Armstrong, dessen Tour-Siege wegen Dopings aberkannt wurden.
Pogačar selbst äußerte sich zu den Dopingkontrollen während der Tour. Er beschrieb die Tests als Routine und verglich sie mit einem Gang zum Supermarkt. Er erwähnte, dass es seit Beginn seiner Teilnahme an der Tour immer wieder „seltsame Kontrollen“ gegeben habe, wie Besuche am Teambus eine halbe Stunde vor schwierigen Bergetappen.

Internationale Presse würdigt Pogačar
Die internationale Presse reagierte mit großer Anerkennung auf Pogačars Leistung. Die französische „L’Equipe“ bezeichnete seinen Triumph als „Monumental“ und „Le Parisien“ schrieb, er sei „in den Olymp des Radsports aufgestiegen“. „Le Figaro“ hob hervor, dass Pogačar mit seinem fünften Sieg „in die Legende der Tour de France eingeht“.
In Spanien würdigte „AS“ Pogačar als „Legende“, die nicht nur gewinnen, sondern auch Geschichte schreiben wolle. „Marca“ bemerkte, dass Pogačar sein Ziel der fünf Tour-Siege nicht wie eine abgeschlossene Etappe erreicht habe, sondern „eher wie jemand, der gerade erst warmgelaufen ist“.
Slowenische Medien wie „Delo“ erklärten, Pogačars „gelber Thron ist unangreifbar“, während „Radiotelevizija Slovenija“ feststellte, dass die Superlative für den besten Radfahrer der Welt längst erschöpft seien. Italienische Zeitungen wie die „Gazzetta dello Sport“ und „Tuttosport“ krönten Pogačar ebenfalls zum König und Kaiser, der seinen Legendenstatus zementiert habe.
Auch in der Schweiz wurde Pogačars Leistung gewürdigt. Der „Tagesanzeiger“ nannte ihn „Unersättlich, unbesiegbar“ und die „Neue Zürcher Zeitung“ bemerkte, dass er sich „vom Sonnyboy zum Leader entwickelt“ habe. Die belgische „Het Laatste Nieuws“ hob hervor, dass Pogačar mit seinem fünften Gesamtsieg den Rekord eingestellt habe, nachdem er der Konkurrenz drei Wochen lang haushoch überlegen war.

Pogačar stand am Sonntag bei der Siegerehrung auf den Champs-Elysées gemeinsam mit LeMond auf dem Podium, der das Jubiläum seines ersten Triumphs in Paris vor 40 Jahren feierte.
Source: spiegel.de





