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Mainz: Rudi Völler erwog Rücktritt nach WM-Aus, Klopp sagt Trainerkongress ab

Klopp sagt Trainerkongress ab: Rudi Völler wackelte nach der WM bedenklich

Völler bleibt bis 2028 im Amt

Rudi Völler, der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), stand nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft kurz davor, von seinem Amt zurückzutreten. Er berichtete auf dem Internationalen Trainerkongress in Mainz, dass er überlegt habe, ob es nach der WM noch sinnvoll sei, weiterzumachen, und sei einem Rücktritt nah gewesen. Nach Gesprächen mit der DFB-Führungsspitze und dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp entschied sich Völler jedoch, seinen Vertrag bis zur EM 2028 zu erfüllen. Er betonte, dass Klopp eine enorme Vita habe und es ihn freue, wenn dieser ihn zum Bleiben auffordere. Völler versprach, Klopp auf seine Weise zu unterstützen.

Völler äußerte die Überzeugung, dass Klopp die DFB-Elf wieder an die Weltspitze führen könne. Die Hauptaufgabe sei es, attraktiveren Fußball zu spielen und die Massen wieder zu begeistern. Er forderte, dass es bei der nächsten Europameisterschaft besser gemacht werden müsse. Völler ist der Ansicht, dass Klopp der richtige Mann dafür sei, den Menschen in den nächsten zwei Jahren Zuversicht zu geben, da er das Land bereits mit seiner Art begeistert habe. Der ehemalige Teamchef, der 2002 mit der DFB-Auswahl Vize-Weltmeister wurde, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Klopp und lobte dessen Fähigkeit, Menschen mitzureißen.

Klopp verzichtet auf Auftritt beim Trainerkongress

Jürgen Klopp, der neue Bundestrainer, sagte seine Teilnahme am Trainerkongress ab. Er entschuldigte sich in einer Videobotschaft und erklärte, dass er nicht gleich zu Beginn Schlagzeilen liefern wolle, ohne jemals mit der Mannschaft gespielt zu haben. Klopp sollte den Eröffnungsvortrag halten, dessen Thema gewesen wäre: „Trainer werden ist nicht schwer, Trainer sein umso mehr.“ Er scherzte, dass er darüber hätte erzählen können, wie er es geschafft habe, so lange bei seinen Vereinen zu bleiben, ohne genau zu wissen, wie es funktioniert habe. Er befürchtete, dass ihm solche Äußerungen in den nächsten Tagen und Wochen um die Ohren fliegen könnten, da er sich nun auf seine neue Aufgabe als Bundestrainer konzentrieren müsse.

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Völler vertrat Klopp bei der Veranstaltung in Mainz und erläuterte, dass Klopp die Wucht des Amtes als Bundestrainer bereits spüre. Er verglich die Rolle mit seiner eigenen Erfahrung als Bundestrainer und betonte, dass es nicht wie bei einer Vereinsmannschaft sei, sondern viel größer und wichtiger. Völler prognostizierte, dass bei Klopp anders als bei seinem Vorgänger Julian Nagelsmann, der nach dem frühzeitigen WM-Aus im Sechzehntelfinale entlassen wurde, auch mal ein Auge zugedrückt werde, wenn etwas nicht so funktioniere. Er habe die Hoffnung, dass es unter dem 59-Jährigen mittelfristig wieder bergauf gehe und die Nation an guten Tagen alle schlagen könne.

Kaderplanung und Kapitänfrage

Völler skizzierte erste Konturen der Nationalelf unter Klopp und sprach über die Zusammensetzung des Kaders. Er betonte, dass sich jeder der 57 Kandidaten auf Klopps Liste über Leistung empfehlen müsse. Es müsse schwerer werden, die deutsche Mannschaft zu schlagen, und es gehe um Widerstandsfähigkeit. Klopp werde die Spieler auswählen, die seinen „Heavy-Metal-Fußball“ spielen können, während andere nicht aufgestellt oder nominiert würden. Weltklasse-Spieler wie Kai Havertz, Florian Wirtz und Jamal Musiala seien vorhanden, und Serge Gnabry werde sicherlich noch ein Thema sein. Völler riet Klopp, auf sein Bauchgefühl zu hören und versprach, dessen Entscheidungen zu verteidigen.

Bezüglich der Kapitänsfrage stärkte Völler Joshua Kimmich den Rücken. Er sagte, Kimmich habe in vielen Länderspielen bewiesen, dass er ein Fahnenträger und ein toller Kapitän sei, und er könne sich keine große Veränderung vorstellen. Allerdings betonte Völler, dass die endgültige Entscheidung beim Bundestrainer liege. Kimmich war mit den anderen Nationalspielern vier Wochen nach dem WM-Aus gegen Paraguay wieder zum Dienst beim FC Bayern erschienen. Völler merkte an, dass es nach einem so großen Turnier auch Spieler geben werde, die von sich aus zurücktreten oder nicht mehr eingeladen werden, wollte aber keine Namen wie Leon Goretzka und Leroy Sané kommentieren. Der Großteil der Mannschaft, die bei der WM scheiterte, werde aber beim Neustart unter Klopp im September wieder dabei sein.

Klopp hatte bei seiner Vorstellung als Bundestrainer durchblicken lassen, einen neuen Rechtsverteidiger zu suchen und Kimmich wieder im defensiven Mittelfeld spielen zu lassen. Kimmich, der 31 Jahre alt ist, hat diese Position nun auch wieder beim FC Bayern inne, zu dem er am Montag zurückgekehrt ist.

Source: n-tv.de