Spanien dominiert Halbfinale gegen Frankreich
Spanien hat sich als erste Mannschaft für das WM-Finale 2026 qualifiziert, nachdem es Frankreich im Halbfinale mit 2:0 besiegte. Das Spiel, das in Dallas stattfand, sah eine dominante Leistung der Spanier, die das Mittelfeld kontrollierten und die französische Offensive um Kylian Mbappé weitgehend neutralisierten. Die Tore für Spanien erzielten Mikel Oyarzabal per Elfmeter und Pedro Porro.
Die Partie begann verhalten, wobei beide Teams in der Anfangsphase leichte Fehler machten. Die entscheidende Wendung nahm das Spiel in der 20. Minute, als Frankreichs Verteidiger Lucas Digne im Strafraum Lamine Yamal foulte. Schiedsrichter Ivan Barton entschied sofort auf Strafstoß, den Mikel Oyarzabal sicher zum 1:0 verwandelte.
Nach dem Führungstreffer kontrollierte Spanien weiterhin Ball und Spiel, während Frankreich Schwierigkeiten hatte, ins Spiel zu finden. Die hochgelobte Offensive der Équipe Tricolore blieb unauffällig, und Mbappé konnte keine entscheidenden Akzente setzen. Der erste nennenswerte Abschluss für Frankreich kam von Bradley Barcola in der 36. Minute, verfehlte jedoch das Tor.
Reaktionen nach dem Spiel
Nach der Niederlage war die Enttäuschung bei den Franzosen groß. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps räumte ein, dass die Spanier überlegen waren. „Wir müssen zugeben, dass die Spanier besser waren. Sie haben das Spiel kontrolliert. Ich weiß auch nicht, woran es gelegen hat“, sagte Deschamps. Er fügte hinzu: „Wir müssen das akzeptieren, es tut weh. Spanien hat gezeigt, dass sie heute auf einem anderen Niveau gespielt haben. Es bleibt uns das Spiel um Platz drei. Aber heute ist die Enttäuschung extrem groß.“
Auch Kylian Mbappé äußerte sich zur Leistung seiner Mannschaft. Er erklärte gegenüber einem französischen Sender, dass sie weder taktisch noch technisch das gewünschte Spiel gezeigt hätten. „Es war ein Traum für uns, ins Finale zu kommen, unserem Land die Möglichkeit zu geben, weiter zu träumen und Geschichte zu schreiben. Wenn man gewinnt, gewinnt man mit erhobenem Haupt, also muss man, wenn man verliert, auch mit erhobenem Haupt verlieren“, so Mbappé.
Sogar Frankreichs Staatsoberhaupt Emmanuel Macron meldete sich nach der Niederlage zu Wort. Auf der Plattform X tröstete er die Équipe Tricolore: „Danke an Les Bleus, dass sie unsere Farben mit Engagement getragen haben. Die Niederlage heute Abend ist schwer zu verkraften, aber dieses Team ist jung und voller Zukunft.“

Spanische Freude und königliche Glückwünsche
Auf spanischer Seite herrschte nach dem Sieg große Euphorie. Pedro Porro, dessen Tor zum 2:0 die Entscheidung brachte, zeigte sich überglücklich: „Das hätte ich mir nicht erträumen können.“ Er betonte, dass es ein Sieg der gesamten Mannschaft sei und nicht nur um ihn gehe. Nach dem Spiel gegen einen „großartigen Gegner“ müsse er sich nun erholen, um für das Endspiel wieder fit zu sein.
Nationaltrainer Luis de la Fuente lobte seine Mannschaft für ihre Leistung. „Wir haben es extrem gut gemacht gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Diese Spieler haben es einfach verdient, weil sie Leidenschaft auf den Platz bringen und solidarisch spielen und ein extrem großes Talent haben“, sagte de la Fuente. Er fügte hinzu: „Das, was schwer erscheint, haben sie mit Leichtigkeit bewältigt. Ich bin extrem glücklich.“
De la Fuente verriet zudem, dass Spaniens König Felipe VI. persönlich zu später Stunde angerufen und gratuliert hatte. „Es macht uns so stolz, dass unser König uns angerufen hat und wir den Leuten in den Straßen so eine Freude bereiten konnten“, so der Trainer. Auch auf dem offiziellen Account des spanischen Königshauses auf X wurde die Mannschaft beglückwünscht: „Ihr habt erneut gezeigt, warum ihr eine der großen Nationalmannschaften der Welt seid. Nun, mit einem ganzen Land an eurer Seite, kommt der Moment, um den Titel zu kämpfen. Danke, dass Ihr uns diesen Weg habt genießen lassen.“ Ein Video zeigte den 58 Jahre alten Monarchen mit seiner Frau Letizia und den Töchtern Leonor und Sofia, wie sie den 2:0-Sieg vor dem Fernseher verfolgten und sich nach dem Schlusspfiff umarmten.
In der zweiten Halbzeit versuchte Frankreich, die spanische „Passmaschine“ durch höheres Pressing zu stören, doch das Team von Trainer de la Fuente ließ weiterhin Ball und Gegner laufen und löste sich geschickt aus dem Gegnerdruck. Spanien hatte durch Oyarzabal den ersten Abschluss der zweiten Halbzeit, doch der 18-Meter-Versuch ging über das französische Tor.
In der 57. Minute wechselte Frankreichs Trainer Deschamps Desiré Doué für Barcola ein, um neuen Schwung in den Angriff zu bringen. Doch den nächsten Treffer erzielte Spanien: Pedro Porro spielte einen Doppelpass mit Dani Olmo, überwand die französische Abwehr und traf zum 2:0. Kurz darauf jubelte Spanien erneut, doch Yamals Treffer wurde wegen Abseits annulliert.
Danach schien Frankreich aufzuwachen. Mbappé scheiterte aus spitzem Winkel an Spaniens Torhüter Unai Simón in der 64. Minute. Drei Minuten später schoss der Superstar aus 16 Metern nur knapp am spanischen Kasten vorbei. Spanien hatte die französische Offensive danach wieder gut im Griff und verteidigte leidenschaftlich. Die Mannschaft von Trainer Deschamps kam über Ansätze nicht hinaus. Spanien trifft im Finale am Sonntag um 21 Uhr MESZ in New York / New Jersey auf den Gewinner des zweiten Halbfinales zwischen England und Argentinien.
Frankreich hingegen muss im Spiel um Platz drei gegen den Verlierer des zweiten Halbfinales antreten. Das „kleine Finale“ wird am Samstag, den 18. Juli, um 23 Uhr MESZ in Miami angepfiffen.
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Source: zeit.de





