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Argentinien erreicht WM-Finale nach spätem Sieg gegen England

Argentinien landet gegen England nächsten Last-Minute-Coup und steht im WM-Finale - sportschau.de

Spannungsgeladenes Halbfinale in Atlanta

Argentinien hat sich in einem dramatischen Halbfinale gegen England mit einem 2:1-Sieg durchgesetzt und steht damit erneut im WM-Finale. Die Partie, die in Atlanta ausgetragen wurde, war von Beginn an von Intensität geprägt und hielt die Zuschauer bis zur letzten Minute in Atem. Für England bedeutet die Niederlage, dass sie weiterhin auf das erste WM-Endspiel seit 1966 warten müssen.

Die erste Halbzeit war von vielen Fouls und Unterbrechungen gekennzeichnet. Der US-amerikanische Schiedsrichter Ismail Elfath stand früh im Mittelpunkt, da die argentinische Mannschaft einen sehr aggressiven Start in die Partie hinlegte. Spieler wie Leandro Paredes und Enzo Fernández waren an frühen Nicklichkeiten beteiligt, was zu einer ersten Rudelbildung führte. Auch Giuliano Simeone fiel durch überhartes Einsteigen auf, kam jedoch zunächst ohne Gelbe Karte davon.

Fußballerische Akzente waren in der Anfangsphase rar gesät. Das Torschussverhältnis lag auch nach einer halben Stunde noch bei 0:0. Erst in der 37. Minute gab es die erste nennenswerte Torannäherung, als Lionel Messi nach einem Solo von Elliot Anderson gefoult wurde. Der daraus resultierende Distanzschuss von Enzo Fernández strich knapp am Tor vorbei.

Englands Führung und Argentiniens Comeback

Nach der Pause schien Argentinien mit mehr fußballerischer Qualität ins Spiel zu finden. Julián Álvarez hatte eine Doppelchance, scheiterte jedoch an Jordan Pickford und am Außennetz. Trotz der Bemühungen der Argentinier war es Anthony Gordon, der England in der 55. Minute verdient in Führung brachte. Harry Kane leitete den Angriff mit einem langen Pass ein, und über Declan Rice und Morgan Rodgers gelangte der Ball zu Gordon, der schneller am linken Pfosten war als Nahuel Molina.

Nach dem Führungstreffer zog sich England weit zurück und agierte teilweise mit einer Siebenerkette an der eigenen Strafraumgrenze. Trainer Thomas Tuchel versuchte gestenreich, sein Team wieder nach vorne zu beordern, doch der Rückzug hatte Folgen. Nicolás González scheiterte per Kopf an Pickford, und Alexis Mac Allister traf den Pfosten, was die englische Führung vorerst rettete.

Der Druck von Argentinien nahm jedoch stetig zu. Fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit nutzte Enzo Fernández den Freiraum vor dem Strafraum und traf nach einem Pass von Messi zum Ausgleich in der 85. Minute. Nur sieben Minuten später, in der zweiten Minute der Nachspielzeit, war es erneut Messi, der eine perfekte Flanke schlug, die der eingewechselte Lautaro Martínez zum 2:1-Siegtreffer einköpfte.

Reaktionen und Ausblick auf das Finale

Die späte Wende löste bei Argentinien große Ekstase aus. Trainer Lionel Scaloni zeigte sich begeistert von der Mentalität seiner Mannschaft: „Diese Gruppe überrascht mich immer wieder aufs Neue. Es ist schwierig zu erklären. Schaut euch diese Fans an. Wir sind einzigartig, das ist keine Arroganz. Dieses Trikot gibt alles bis zum Ende, lässt alle Kräfte auf dem Platz.“

Auf der anderen Seite herrschte bei England große Enttäuschung. Kapitän Harry Kane wirkte ratlos und erklärte: „Das ist natürlich sehr traurig für uns, für die Fans. Wir haben so hart gearbeitet, so sehr gekämpft. Aber wir haben am Ende leider einfach die Kontrolle verloren und keinen Druck mehr gegen den Ball gemacht. So wollten wir nicht spielen, aber wir haben es nicht anders hinbekommen.“ Thomas Tuchel zeigte sich an der Seitenlinie zwischen Wutausbrüchen und ironisch-genervtem Abwinken.

Argentinien hat bereits in früheren K.o.-Spielen Comeback-Qualitäten bewiesen, wie im Achtelfinale gegen Ägypten, wo ein 0:2-Rückstand noch gedreht wurde. Mit dem Sieg gegen England steht Lionel Messi bei seiner sechsten WM-Teilnahme nun zum dritten Mal im Finale. Dort treffen die Argentinier am Sonntag um 21 Uhr MESZ auf Spanien, die ihr Halbfinale mit 2:0 gegen Frankreich gewonnen hatten.

Die Rivalität zwischen Argentinien und England ist historisch bedingt und wurde auch in diesem Spiel deutlich. Seit 1966 gab es mehrere legendäre WM-Duelle zwischen den beiden Nationen, darunter das Viertelfinale 1986 mit dem „Hand Gottes“-Tor von Maradona und das Achtelfinale 1998, in dem David Beckham eine Tätlichkeit gegen Diego Simeone beging. Auch politische Spannungen durch den Falklandkrieg 1982 tragen zur Intensität dieser Begegnungen bei.

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Source: sportschau.de