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Norwegen fassungslos nach Englands Kabel-Tor und WM-Aus

"Ball fällt aus Himmel": Norwegen fassungslos nach Englands Kabel-Tor und WM-Aus - n-tv.de

Umstrittener Ausgleichstreffer sorgt für Diskussionen

England hat sich in einem umkämpften WM-Viertelfinale gegen Norwegen mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung durchgesetzt und zieht damit ins Halbfinale ein. Das Spiel war jedoch von einer kontroversen Szene überschattet, bei der ein Ball, der möglicherweise ein Kameraseil berührte, zum Ausgleichstreffer für England führte. Der Vorfall ereignete sich kurz vor der Halbzeitpause und sorgte für große Fassungslosigkeit auf norwegischer Seite.

In der 45.+2 Minute erzielte Jude Bellingham den Ausgleich zum 1:1, nachdem der Ball nach einem Abschlag von Torhüter Ørjan Nyland im Mittelfeld relativ steil herunterfiel. Norwegens Trainer Ståle Solbakken und die Spieler deuteten in den Himmel, da sie davon ausgingen, dass der Ball ein Kabel der über dem Spielfeld schwebenden Spidercam in Miami berührt hatte. Laut Regelwerk hätte ein solcher Kontakt zu einem Schiedsrichterball führen müssen, was den Treffer ungültig gemacht hätte.

Die FIFA hat sich zu dem Vorfall geäußert und mitgeteilt, dass die Daten des Sensors im Ball keinen Kontakt mit einem Kabel belegen würden. Es habe keinen „Ausschlag beim Herzschlag des Balls“ gegeben, der auf eine Berührung hindeuten würde. Diese Erklärung konnte die Zweifel auf norwegischer Seite jedoch nicht zerstreuen. Solbakken äußerte sich nach dem Spiel und betonte, dass der Ball direkt vor der Bank heruntergefallen sei und es klar sei, dass etwas passiert sei.

VAR-Entscheidungen und Spieler-Reaktionen

Neben dem umstrittenen Ausgleichstreffer gab es weitere Szenen, die für Diskussionen sorgten. In der zweiten Halbzeit erzielte Torbjörn Heggem nach einer Ecke ein vermeintliches Führungstor für Norwegen. Dieses Tor wurde jedoch nach Überprüfung durch den VAR aberkannt, da Erling Haaland zuvor einen englischen Spieler geschubst hatte. Auch diese Entscheidung wurde von norwegischer Seite kritisiert, da sie das Gefühl hatten, dass ihnen ein korrekter Treffer geraubt wurde.

Der Vater von Erling Haaland, Alf-Inge Haaland, zeigte sich während und nach dem Spiel emotional. Er wurde von TV-Kameras eingefangen, wie er auf der Tribüne saß und nach einer Elfmeterentscheidung gegen England, die später vom VAR revidiert wurde, mit Gesten und Kommentaren reagierte. Er kritisierte auch den Schiedsrichter Clément Turpin in den sozialen Medien, insbesondere im Hinblick auf die umstrittenen Entscheidungen im Spiel.

England-Trainer Thomas Tuchel zeigte sich trotz des Sieges nicht vollständig zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft und betonte, dass sie sich für das Halbfinale steigern müssten. Er erwähnte explizit die Situation bei der Ecke, die zum aberkannten Tor führte, und bezeichnete den Sieg als glücklich. Jude Bellingham hingegen wurde mit zwei Toren zum Matchwinner und wurde für seine Leistung gefeiert.

Bellinghams entscheidende Rolle und Englands Weg ins Halbfinale

Jude Bellingham spielte eine entscheidende Rolle für England in diesem Viertelfinale. Nach seinem Ausgleichstreffer in der ersten Halbzeit erzielte er in der Verlängerung in der 93. Minute das entscheidende 2:1 nach einem Fehler von Torhüter Nyland. Mit diesem Doppelpack trug der 23-Jährige maßgeblich zum Einzug Englands ins Halbfinale bei. Er wurde in der 111. Minute unter großem Jubel ausgewechselt.

Bellingham hat in 54 Länderspielen zwölf Tore erzielt und zeigte sich in der K.o.-Phase der WM in starker Form, mit zwei Treffern gegen Mexiko und nun zwei weiteren gegen Norwegen. Seine Leistungen haben frühere Zweifel an seiner WM-Teilnahme, die im vergangenen Herbst aufgrund einer durchwachsenen Saison und kleinerer Verletzungen aufkamen, zerstreut. England erreicht damit zum ersten Mal seit 2018 das Halbfinale einer Fußballweltmeisterschaft.

Die norwegische Mannschaft, die als Überraschungsteam des Turniers galt, muss nach dieser Niederlage die Heimreise antreten. Trotz der Enttäuschung über die umstrittenen Entscheidungen und das Ausscheiden bleibt die Leistung der Mannschaft in Erinnerung. Norwegen hatte das Gefühl, dass ihnen ein korrekter Treffer geraubt wurde.

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Source: n-tv.de