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Miami: England erreicht WM-Halbfinale nach umstrittenem Ausgleichstor

Hätte es gar nicht zählen dürfen?: Riesen-Wirbel um England-Tor

Diskussionen um den Ausgleich

Die englische Nationalelf hat das Halbfinale der Fußball-WM erreicht, nachdem sie Norwegen in einem Spiel, das als Hitzeschlacht von Miami bezeichnet wird, mit 2:1 nach Verlängerung besiegte. Der Ausgleich zum 1:1, der England die Verlängerung ermöglichte, führte jedoch zu erheblichen Diskussionen. Die Szene ereignete sich in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte.

Nach einem Abstoß von Norwegen-Keeper Orjan Nyland soll der Ball in der Luft ein Kameraseil der sogenannten Spidercam berührt haben. Diese Kamera ist an vier Seilen aufgehängt, die an den Ecken des Stadions befestigt sind und neue Kameraperspektiven bieten. Trotz des mutmaßlichen Kontakts wurde das Spiel fortgesetzt. Der Ball fiel Elliot Anderson vor die Füße, der zu Anthony Gordon passte. Dieser spielte den Ball weiter zu Jude Bellingham in den Strafraum, der den Angriff zum 1:1 vollendete.

Direkt nach dem Tor protestierten die norwegischen Spieler, darunter Nyland und Erling Haaland, die in Richtung des Kabels gestikulierten. Norwegen-Trainer Stale Solbakken suchte in der Pause das Gespräch mit dem französischen Schiedsrichter Clément Turpin, der ihm mitteilte, dass er bereits mit dem VAR gesprochen hatte. Das Tor wurde jedoch anerkannt.

Expertenmeinungen und FIFA-Stellungnahme

Die Entscheidung, das Tor zählen zu lassen, stieß bei einigen Experten auf Unverständnis. Der englische Schiedsrichter-Experte Mark Clattenburg äußerte, dass das Spiel unterbrochen werden müsse, wenn der Ball ein Objekt außerhalb des Spielfelds berührt, und mit einem Schiedsrichter-Ball fortgesetzt werden sollte. Auch Magenta-Experte Patrick Ittrich stellte die Frage, ob der Kontakt Einfluss auf das Spielgeschehen hatte. Wäre dies der Fall gewesen, hätte die richtige Spielfortsetzung ein Schiedsrichter-Ball sein müssen, da das Tor unmittelbar aus dieser Angriffsphase entstand.

Die FIFA meldete sich am Samstagabend (Ortszeit) via Kurznachrichtendienst zu Wort und erklärte, dass die Sensoren im Ball bei der fraglichen Szene keinerlei Ausschlag gezeigt hätten. Dies könnte die Entscheidung des VAR erklären, nicht einzugreifen, da keine klare Berührung festgestellt werden konnte. Ein weiteres Argument, das für diese Darstellung spricht, ist, dass keiner der norwegischen Spieler, die direkt unter dem Ball standen, in diesem Moment protestierte.

Norwegen-Trainer Solbakken äußerte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel enttäuscht: „Das Kabel verdient einen Assist. Das ist sehr unglücklich gelaufen. Der Ball hat seine Flugrichtung verändert, ist wie ein Stein vom Himmel gefallen. Und das Ganze in einem sehr unglücklichen Moment für uns.“ Er fügte hinzu, dass die FIFA das Spiel sicher nicht wiederholen lassen werde.

Englands Trainer Thomas Tuchel gab an, die Szene während des Spiels nicht bemerkt zu haben und erst später darauf aufmerksam gemacht worden zu sein. Er merkte an, dass der Ball einen Sensor enthalte, der selbst kleinste Berührungen registrieren sollte, und somit auch ein Kabel spüren müsste. Trotz der FIFA-Stellungnahme und der fehlenden direkten Proteste der Spieler werden die Diskussionen um das umstrittene Tor voraussichtlich weitergehen.

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Source: bild.de