Kylian Mbappé hat in der ewigen Torschützenliste der Weltmeisterschaft Lionel Messi überholt. Der Kapitän der Équipe Tricolore erzielte im Spiel um Platz drei gegen England zwei Tore, womit er nun 22 WM-Tore auf seinem Konto hat. Dies ist ein Tor mehr als der argentinische Superstar Messi.
Im laufenden Turnier erreichte Mbappé mit diesen Treffern seine Tore neun und zehn, wodurch er die alleinige Führung in der Torschützenliste vor Messi (acht Tore) übernahm. Messi hat jedoch noch die Möglichkeit, im Finale gegen Spanien sowohl die ewige Liste als auch das Rennen um den „Goldenen Schuh“ der aktuellen WM wieder anzuführen.
Das Spiel um Platz drei zwischen England und Frankreich endete mit einem 6:4-Sieg für England und wurde von der internationalen Presse als ein „Fußballfest“ oder „Zehn-Tore-Wahnsinn“ beschrieben. Trotz der hohen Anzahl an Toren und der Unterhaltung wurde das Spiel von einigen als „kein richtiger Fußball“ oder als „Wohltätigkeitsspiel“ bezeichnet, wobei das Angriffsspiel als brillant und die Abwehrleistungen als desaströs galten.
Englands Triumph und Deschamps‘ Abschied
England sicherte sich mit dem Sieg die WM-Bronzemedaille. Jude Bellingham verewigte sich mit seinem Treffer zum 6:4-Endstand in den WM-Geschichtsbüchern, indem er als erster englischer Spieler sieben Treffer bei einer Endrunde erzielte. Zuvor teilte er diesen Rekord mit Harry Kane und Gary Lineker.
Für Didier Deschamps war dies das 185. und letzte Spiel als Trainer der französischen Nationalmannschaft. Die erste Halbzeit, in der Frankreich mit 0:4 zurücklag, wurde von einigen Medien als die schlechteste seiner Karriere bezeichnet. Vor dem Spiel hatte Deschamps noch an die Moral seiner Spieler appelliert und die Wichtigkeit betont, alles zu geben und das Spiel zu respektieren.
Englands Trainer Thomas Tuchel wurde vor dem Anpfiff von den eigenen Fans ausgebuht, eine Reaktion auf seine defensiven Wechsel im Halbfinale gegen Argentinien, für die ihn viele Fans und Experten für das WM-Aus verantwortlich machten. Nach der Halbzeitpause, in der England bereits 4:0 führte, überrollte die Mannschaft ein „lustloses Frankreich“.

Die internationale Presse reagierte auf das Spektakel mit unterschiedlichen Kommentaren. Die „Daily Mail“ fragte sich, was los sei, und bezeichnete das Spiel als „kein richtiger Fußball“, während der „Guardian“ es als einen der Höhepunkte des Turniers sah, in dem Rekorde purzelten. Die „Times“ merkte an, dass die Reaktion der Fans nach dem Schlusspfiff zeigte, dass sie den Sieg genossen hatten, und die Art und Weise des Sieges den bitteren Nachgeschmack der Halbfinalniederlage milderte.
In Frankreich sprach „L’Équipe“ von einem „Feuerwerk zum Abschluss“ und „RMC Sport“ von einem „Schiffbruch wie die Titanic“. Die italienische „Gazzetta dello Sport“ nannte es eine „unglaubliche Vorstellung in Miami“, und der „Corriere dello Sport“ hob hervor, dass das Spiel „in die Geschichte eingehen wird“, nicht nur wegen Mbappés Rekord, sondern weil es daran erinnerte, dass Fußball der schönste Sport der Welt ist.
Vorbereitungen für das Finale und weitere Nachrichten
Vor dem WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien gab es weitere Entwicklungen. Spanien musste sein Abschlusstraining wegen eines Gewitters absagen. Trainer Luis de la Fuente traf diese Entscheidung im Großraum New York, anstatt auf ein Zeitfenster ohne Blitz und Donner zu warten. Dies bedeutete, dass der zuletzt angeschlagene Lamine Yamal ohne letzten Test ins Endspiel ging. Yamal hatte im Halbfinale gegen Frankreich einen Schlag auf den Oberschenkel erhalten und laut spanischen Medien am Donnerstag nicht trainiert. De la Fuente hatte die Wichtigkeit der für Samstag geplanten letzten Einheit betont.
Marc Cucurella kündigte an, dass er aus der spanischen Nationalmannschaft zurücktreten werde, sollte Spanien die Weltmeisterschaft gewinnen. Er erklärte, dass er in diesem Fall Luis de la Fuente anrufen und ihm mitteilen würde, dass er nicht mehr mit ihm rechnen solle. Mit einer Europameisterschaft und einer Weltmeisterschaft könnte er nichts Besseres erreichen, so Cucurella.
Die deutsche Tango-Ikone Nicole Nau berichtete aus Argentinien von einem Ausnahmezustand vor dem Finale. Sie beschrieb, wie die Kinder an jeder Ecke Fußball spielen, jedes Haus dekoriert ist und es seit drei Tagen keinen Schulunterricht mehr gibt. Die Menschen seien aufgeregt und nervös, und selbst beim Ballettunterricht tragen die Mädchen Argentinien-Trikots. Nau gab einen Tipp für das Spielergebnis ab: 3:1 für Argentinien.
In einer anderen Nachricht löste Wayne Rooney seine Wettschulden ein, indem er auf dem New Yorker Hudson River ruderte. Er hatte zuvor gewettet, dass er den River Mersey herunterrudern würde, falls Norwegen ins Viertelfinale einzieht. Nach Erling Haalands zwei Toren gegen Brasilien, die Norwegen ins Viertelfinale brachten, forderte Haaland Rooney auf, seine Wette einzulösen. Rooney hielt Wort, wenn auch auf dem Hudson River statt dem Mersey, und wurde dabei von seinen ehemaligen Teamkollegen Joe Hart und Micah Richards begleitet.
Die Stimmung während des Ruderns wurde als hervorragend beschrieben, auch wenn die technische Leistung des Trios als mangelhaft galt. Rooney erklärte, es sei entspannter gewesen als erwartet, obwohl Micah beinahe seinen Rücken zerstört hätte. Richards bestätigte den Spaß, merkte aber an, dass er es nicht noch einmal machen würde.
Das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien findet am Sonntag um 21:00 Uhr MESZ in East Rutherford statt.
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Source: sportschau.de





