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New York: Klopps DFB-Schicksal hängt von Red Bull-Einigung ab

Unmut im Verband?: Heikle letzte Frage entscheidet über Klopps DFB-Schicksal

Verhandlungen in New York

Die Zukunft von Jürgen Klopp als potenzieller Bundestrainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird maßgeblich von den Verhandlungen mit Red Bull beeinflusst. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Liga-Präsident Hans-Joachim Watzke führen Gespräche in New York mit Oliver Mintzlaff, dem Sportchef von Red Bull. Diese Verhandlungen sollen klären, unter welchen Bedingungen Klopp, der noch vertraglich als „Head of Soccer“ an Red Bull gebunden ist, für den DFB freigegeben wird.

Obwohl eine Einigung über die Eckpunkte eines potenziellen Vertrags zwischen Klopp und dem DFB bereits erzielt wurde, bleibt die genaue Rolle Klopps im Zusammenhang mit Red Bull eine offene Frage. Es wurde bereits klargestellt, dass Klopp nicht gleichzeitig als Werbebotschafter für Red Bull auftreten oder in einer Doppelrolle agieren wird. Dennoch soll er dem Konzern in irgendeiner Form erhalten bleiben, was zu weiteren Diskussionen führen könnte.

Verschiedene Medienberichte spekulieren über mögliche Szenarien, wie Klopp weiterhin mit Red Bull verbunden bleiben könnte, etwa durch die Bereitstellung seiner Expertise für die Red Bull-Klubs oder durch die Nutzung der Red Bull Arena in Leipzig für Spiele der Nationalmannschaft. Mintzlaff soll auf eine Ablösezahlung verzichten, wird aber im Gegenzug bestimmte Vereinbarungen anstreben.

Die DFB-Spitze sieht in Klopp eine Schlüsselfigur, um den deutschen Fußball nach den enttäuschenden Leistungen bei den letzten drei Weltmeisterschaften wieder zu stärken. Die Suche nach einem Nachfolger für Julian Nagelsmann, dessen Amtszeit nach dem Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay endete, führte zu Klopp als Wunschkandidaten.

Die Rolle der DFB-Gremien

Nachdem eine Einigung mit Red Bull erzielt wurde, muss der Vertrag mit Klopp noch von den zuständigen Gremien des DFB genehmigt werden. Diese Struktur hat sich vor einigen Jahren geändert, als der Verband die Nationalmannschaft und andere Haupteinnahmequellen in die DFB GmbH und Co. KG ausgliederte. Für Personalentscheidungen rund um die Nationalmannschaft sind nun die Gesellschafterversammlung und der Aufsichtsrat dieser Tochtergesellschaft zuständig.

Die Gesellschafterversammlung besteht aus vier Personen, die alle auch im DFB-Präsidium sitzen: Präsident Neuendorf, Bundesliga-Boss Watzke, Ronny Zimmermann (Erster Vizepräsident der Amateure) und Oliver Leki (Freiburger Finanzvorstand). Der Aufsichtsrat umfasst insgesamt 14 Personen, von denen zehn aus dem DFB-Präsidium kommen und vier weitere aus dem Fußballbetrieb, darunter Alexander Wehrle, der Vorstandschef des VfB Stuttgart und Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Die Mehrheit im Aufsichtsrat liegt bei den Vertretern des Amateurlagers, wie Ralph-Uwe Schaffert, Peter Frymuth, Hermann Winkler, Thomas Bergmann und Christoph Kern. Aus diesen Reihen gab es bereits kritische Stimmen zur Bundestrainerfrage. Uwe Döring, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes, äußerte als Fußballfan Bedenken bezüglich Klopps Engagement bei Red Bull und der allgemeinen Entwicklung von Trainergehältern.

Ein möglicher Vertrag muss final in einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH und Co. KG beschlossen werden. Bei früheren Personalentscheidungen, wie der Trennung von Hansi Flick nach der WM 2022 und den Beschlüssen zu Julian Nagelsmann, fielen die Voten einstimmig aus. Ob dies auch in Klopps Fall so sein wird, hängt von den Bedingungen ab, die Red Bull stellt.

DFL-Ligapräsident Hans-Joachim Watzke (li.) und DFB-Präsident Bernd Neuendorf würden gerne zeitig offiziell den neuen Männer-Bundestrainer präsentieren.
DFL-Ligapräsident Hans-Joachim Watzke (li.) und DFB-Präsident Bernd Neuendorf würden gerne zeitig offiziell den neuen Männer-Bundestrainer präsentieren.Florian Wiegand/dpa Credit: sueddeutsche.de

Potenzielle Interessenkonflikte

Die anhaltende Verbindung von Klopp zu Red Bull könnte potenzielle Interessenkonflikte hervorrufen, selbst wenn er nicht als direkter Werbebotschafter fungiert. Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger äußerte die Ansicht, dass Red Bull durch eine Person in einer so wichtigen Position im deutschen Fußball Macht gewinnen wolle. Diese Bedenken wurden auch von den DFB-Landesverbänden geäußert.

Die Möglichkeit, dass Klopp weiterhin als Teilzeit-Berater für Red Bull tätig sein könnte, wird als heikel angesehen. Eine überraschende Nominierung eines Spielers könnte sich positiv auf dessen Marktwert auswirken, was zu Debatten über mögliche Interessenkonflikte führen könnte, selbst ohne sichtbare Red Bull-Logos an der Seitenlinie.

Die Verhandlungen in New York zwischen Watzke, Klopp, Mintzlaff und Neuendorf sind entscheidend für die Klärung dieser letzten offenen Fragen, bevor eine endgültige Entscheidung über Klopps Rolle als Bundestrainer getroffen werden kann.

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In seinem Job beobachtete Jürgen Klopp auch manchmal Partien in Brasilien. Denn dort spielt Red Bull Bragantino.(Foto:picture alliance / ZUMAPRESS.com) Credit: n-tv.de

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Source: n-tv.de