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England scheitert im WM-Halbfinale: Kritik an Trainer Tuchel nach Niederlage gegen Argentinien

WM 2026: Was ihm vorgeworfen wird! Was der Verband plant! England zählt Tuchel an - BILD

Englands WM-Traum endet im Halbfinale

Der Traum von Englands erstem WM-Sieg seit 1966 ist im Halbfinale geplatzt. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel unterlag Argentinien mit 1:2, obwohl sie lange Zeit in Führung lag. Diese Niederlage in Atlanta hat eine Welle der Kritik an Tuchels taktischen Entscheidungen und Spielerwechseln ausgelöst.

Die englische Presse und ehemalige Spieler äußerten sich kritisch über die Herangehensweise des deutschen Trainers. Besonders die Wechselstrategie nach der 1:0-Führung wurde hinterfragt. Trotz der Niederlage soll Tuchel laut Medienberichten weiterhin das Vertrauen des englischen Verbandes FA genießen.

Taktische Entscheidungen im Fokus der Kritik

Ein zentraler Kritikpunkt war die vermeintlich zu passive Spielweise Englands nach der Führung. Der ehemalige Weltklasse-Stürmer Wayne Rooney bemängelte, dass die Mannschaft nach dem 1:0 zu sehr auf Verteidigung setzte. Er äußerte sich bei „BBC“, dass man, wenn man in Führung liegt, diese auch halten müsse, anstatt sich zurückzuziehen und auf eine Fünfer- oder Sechserkette umzustellen. Rooney warnte davor, Lionel Messi und Argentinien zu viel Raum zu geben, da dies „Unheil provoziert“.

Tuchel wechselte beim Stand von 1:0 nach 70 Minuten drei Verteidiger ein: Zuerst Konsa für den Torschützen Gordon, gefolgt von Burn und O‘Reilly. Rooney sah darin ein falsches Signal an die Mannschaft. Er vermutete, dass die Spieler auf dem Feld dachten: „Oh nein“, und wussten, was auf sie zukam. Er fügte hinzu, dass sie „eine Riesenportion Glück gebraucht hätten, um das Spiel über die Zeit zu bringen.“

Auch Michael Owen, Gewinner des Ballon d‘Or 2001, kritisierte die Wechsel auf seinem X-Profil. Er fragte, welche Botschaft das Einwechseln von drei Verteidigern beim Stand von 1:0 aussende. Owen betonte, dass, solange man nicht verstehe, dass Mut und Courage bedeuten, den Ball unter Druck in den eigenen Reihen zu halten und das Spiel zu kontrollieren, anstatt ihn einfach 40 Meter nach vorne zu schlagen oder zu köpfen, das Ergebnis immer dasselbe sein werde.

Owen zog einen Vergleich zum Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich, in dem Spanien beim Stand von 1:0 eine Machtdemonstration zeigte. Er hob hervor, dass dies Mut und Courage sei und fragte, wo der Unterschied zu Englands Spielweise beim gleichen Spielstand liege. Rooney ergänzte, dass England sich in eine gute Ausgangslage gebracht habe, dann aber nicht wusste, was zu tun sei, sich zurückzog und den Gegner kommen ließ, was zum Einbruch führte.

Reaktionen der Presse und Fans

Die englische Presse reagierte ebenfalls scharf auf die Niederlage und die Entscheidungen von Tuchel. „The Mirror“ titelte: „Tuchels Wechsel gehen nach hinten los!“. „The Telegraph“ schrieb, dass die Vorwürfe noch Jahre anhalten würden, während „The Sun“ die Wut der englischen Fans auf Tuchel thematisierte und die Niederlage auf seine Kappe schob. „The Guardian“ sprach davon, dass Argentinien Englands Herzen gebrochen habe.

„Daily Mail“ beschrieb den „Herzschmerz in Atlanta“ und eine weitere schmerzhafte Niederlage für England, die ihr drittes WM-Halbfinale in Folge verloren. Ex-Nationalspieler Micah Richards von „BBC“ befand, dass Tuchel mit seiner Taktik falsch lag, als er nach der Führung auf eine defensive Fünferkette umstellte. Er glaubte, dass England das Momentum hätte halten können, wenn stattdessen Spieler für die Flügel gebracht worden wären.

Joe Hart, ebenfalls ein ehemaliger Nationalspieler, äußerte bei „BBC“, dass Tuchels frühe Umstellung auf Defensive in der zweiten Halbzeit seine Art gewesen sei zu sagen, dass er nicht genug Glauben an das Team hatte und dachte, sie hätten nicht die Mittel, Argentinien weiter in Bedrängnis zu bringen. Auch in den sozialen Medien äußerten sich Fans kritisch, wobei Kommentare wie „Hier noch ein Wechsel und da noch en Wechsel & Da ist nichts für Englands Spiel dabei, nach welchen Ideen wechselst du, Thomas?“ und „So zu wechseln bei dem Spielstand und Argentinien das Spiel in die Hand zu drücken kann eigentlich nur nach hinten losgehen“ die Stimmung widerspiegelten.

Die internationalen Pressestimmen hoben die Leistung Argentiniens hervor, insbesondere die von Lionel Messi, der zu beiden Treffern die Vorlage gab. „Olé“ sprach von einer „historischen Aufholjagd“, während „La Nación“ den Sieg als „für die Ewigkeit“ bezeichnete. Die „Gazzetta dello Sport“ erwähnte die zwei Assists von Messi und Lautaro Martínez‘ Tor in der 92. Minute, das Argentinien ins Finale gegen Spanien brachte.

Trotz der heftigen Kritik und des Ausscheidens im Halbfinale soll Thomas Tuchel weiterhin die Unterstützung des englischen Fußballverbandes haben, wie übereinstimmende Medienberichte festhalten.

Das WM-Finale wird zwischen Argentinien und Spanien ausgetragen.

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Source: bild.de