Die Bundesregierung hat seit 2021 über 100 Millionen Euro für die Aufnahme von Geflüchteten aus Afghanistan ausgegeben. Doch die Zahl der tatsächlich eingereisten Personen bleibt unklar.
Insgesamt zahlte die Bundesregierung rund 118 Millionen Euro für Unterbringung, Verpflegung und medizinische Versorgung von Antragstellern mit rechtsverbindlicher Zusage. Davon entfallen etwa 23,9 Millionen Euro auf die laufende Legislaturperiode.
Für Flüge nach Deutschland fielen zwischen 2021 und April 2026 insgesamt 21,9 Millionen Euro an. Die Unionsfraktion gab an, dass etwa 37.000 Menschen nach Deutschland eingereist sind, während das Bundesinnenministerium von rund 34.000 Personen spricht.
Das ist eine erhebliche Diskrepanz. Wo liegen die Ursachen? Im April 2026 hielten sich immer noch mehrere Hundert Menschen in Pakistan auf, die eine Aufnahmezusage erhalten hatten, jedoch nicht ausgeflogen wurden.
Der internationale Militäreinsatz in Afghanistan endete im August 2021 nach rund 20 Jahren. In dieser Zeit übernahmen die Taliban erneut die Macht in Kabul, was die Situation für die Zivilbevölkerung drastisch verschlechterte.
Zahlreiche Afghanen kämpfen nun mit wirtschaftlicher Instabilität und Repressionen, insbesondere Frauen sind stark betroffen. Inmitten dieser Krisensituation gibt es jedoch auch Initiativen zur Selbsthilfe.
Ein Beispiel ist Stefan Grabher, der Glasbläser in Afghanistan unterstützt, um ihnen zu helfen, ihre Tradition fortzuführen und ein Einkommen zu generieren. Er verkauft ihre Glaskunst in Geschäften in Dornbirn und Innsbruck.
„Wenn wir Fluchtwellen halbwegs stabilisieren wollen, sollte es in unserem eigensten Interesse sein, den Menschen zu ermöglichen, in ihrer Heimat eine Existenzgrundlage aufzubauen“, sagt Grabher.
Trotz der Herausforderungen bleibt die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage bestehen. Die Tradition der Glasbläserei in Herat ist über2700 Jahre alt und könnte ein Weg sein, um den Menschen vor Ort Perspektiven zu bieten.
Noch ist unklar, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Die Unterstützung durch Programme und Initiativen vor Ort könnte entscheidend dafür sein, ob diese Tradition fortbesteht oder nicht.





