Emotionales Interview nach dem Rennen
Gina Lückenkemper, eine bekannte Sprinterin, zeigte sich nach ihrem Rennen bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid sichtlich emotional. Während eines TV-Interviews im Lohrheidestadion brachen ihr die Tränen aus, als sie über die Herausforderungen der letzten Wochen sprach. Sie erklärte, dass ein Zeckenbiss ihr Nervensystem beeinträchtigt und zu Trainingsausfällen geführt hatte. Dieser Vorfall ereignete sich etwa vier Wochen vor dem Wettkampf.
Die 29-jährige Athletin, die für den SCC Berlin startet, musste aufgrund des Zeckenbisses Antibiotika einnehmen. Die gesundheitlichen Probleme führten dazu, dass sie große Teile ihres Trainings nicht wie geplant absolvieren konnte. Lückenkemper beschrieb die letzten Wochen als eine „absolute Achterbahnfahrt“, da sie unsicher war, ob sie überhaupt an den Meisterschaften teilnehmen könnte.
Die Auswirkungen des Zeckenbisses waren auch während des Wettkampfs spürbar. Lückenkemper erwähnte, dass ihr Gleichgewichtssystem nicht richtig funktionierte, was sich beispielsweise durch ein Wackeln des Kopfes in der Startposition zeigte. Dies machte den Start, der ohnehin schon schwierig war, noch komplizierter für sie.
Bronze trotz gesundheitlicher Rückschläge
Trotz der erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen sicherte sich Gina Lückenkemper die Bronzemedaille über 100 Meter. Sie beendete das Rennen in 11,29 Sekunden. Damit endete eine beeindruckende Serie für die Sprinterin, die in den vergangenen vier Jahren den deutschen Meistertitel über diese Distanz gewonnen hatte.
Im Finale waren zwei Athletinnen schneller als Lückenkemper: Jolina Ernst vom gastgebenden TV Wattenscheid und Emma Goretzka vom LAC Berlin, die beide eine Zeit von 11,26 Sekunden erzielten. Rebekka Haase, die Jahresbeste, landete auf dem vierten Platz mit 11,30 Sekunden.
Lückenkemper äußerte sich positiv über ihren Podestplatz, insbesondere angesichts der Umstände. Sie war froh und dankbar, dass ihr Körper die drei Runden des Wettkampfs mitgemacht hatte und sie es auf das Podest schaffte. Die Teilnahme an der Europameisterschaft in Birmingham, die vom 10. bis 16. August stattfinden soll, war aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme ebenfalls in Gefahr.
Leistungen im Vor- und Halbfinale
Vor dem Finale hatte Lückenkemper einen souveränen Eindruck hinterlassen. Im Vorlauf gewann sie ihr Rennen in 11,45 Sekunden, knapp vor Talea Prepens vom TV Cloppenburg, die ebenfalls 11,45 Sekunden erreichte. Im Halbfinale steigerte sich die Titelverteidigerin auf 11,37 Sekunden und setzte sich gegen ihre langjährige Konkurrentin Rebekka Haase (11,41 Sekunden) durch.
Lediglich Emma Goretzka war im Halbfinale schneller, indem sie ihr Rennen in 11,32 Sekunden gewann. Lückenkemper zog somit mit der zweitschnellsten Zeit aller Finalistinnen in den Endlauf ein. Im Finale konnte sie ihre Leistung jedoch nicht weiter steigern und blieb mit 11,29 Sekunden sowohl unter ihrer Saisonbestleistung von 11,21 Sekunden als auch unter ihrer persönlichen Bestzeit von 10,93 Sekunden.
Gemischte Gefühle auch bei Falk Wendrich
Auch bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Wattenscheid war Falk Wendrich vom LAZ Soest erfolgreich, wenn auch mit gemischten Gefühlen. Er gewann die Silbermedaille im Hochsprung mit übersprungenen 2,15 Metern. Den deutschen Meistertitel sah er jedoch in Reichweite.
Gold ging an Tobias Potye von Munich Athletics, der ebenfalls 2,15 Meter meisterte. Die Fehlversuchsregel entschied zugunsten von Potye, da er die Höhe im ersten Versuch überquerte, während Wendrich zwei Anläufe benötigte. Wendrich zeigte sich nach dem Wettkampf enttäuscht, da er sich körperlich stark fühlte und die Höhe von 2,19 Metern nicht als unüberwindbar empfand.
Ein dramatischer Moment ereignete sich, als Tobias Potye beim Anlauf gegen einen Ständer der Hochsprunganlage prallte und sich eine blutende Verletzung an der Schläfe zuzog, was zum Abbruch seines Wettkampfs führte. Falk Wendrich zeigte Mitgefühl für seinen Rivalen und betonte die freundschaftliche Verbindung zwischen ihnen.
Für die Europameisterschaft in Birmingham ist eine Bestätigungsnorm von 2,23 Metern erforderlich.
Source: bild.de





