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London: Zverev bereitet sich auf Wimbledon-Finale vor

Tennis in Wimbledon - Zverev bereitet sich aufs Finale vor: mit 10 Stunden Schlaf? - Sport - SZ.de

Alexander Zverev bereitet sich auf sein bevorstehendes Finale in Wimbledon vor, wo er am Sonntag auf den Weltranglistenersten Jannik Sinner aus Italien treffen wird. Der deutsche Tennisstar, bekannt als Langschläfer, plant, vor dem wichtigen Match ausreichend Ruhe zu finden. Er äußerte, dass er versuchen werde, etwa 10 Stunden zu schlafen, eine Gewohnheit, die er auch vor dem Finale beibehalten möchte.

Sein Tagesablauf am Tag vor dem Finale ist detailliert geplant: Er erwartet, gegen 10.00 oder 10.30 Uhr aufzustehen, um 11.00 Uhr zu frühstücken. Das Mittagessen ist für 15.00 oder 15.30 Uhr angesetzt, gefolgt vom Abendessen gegen 20.30 Uhr. Ein Training ist für etwa 13.00 Uhr vorgesehen. Zverev beschrieb diesen Ablauf als seinen „normalen Tag“.

Das Finale markiert einen bedeutenden Moment für Zverev, da er der erste deutsche Tennisspieler im Männer-Einzel seit Boris Becker im Jahr 1995 ist, der das Endspiel in Wimbledon erreicht hat. Das Match beginnt um 17.00 Uhr. Trotz seiner jüngsten Erfolge hat Zverev die letzten neun Partien gegen den Titelverteidiger Sinner verloren.

Hoher Besuch und persönliche Anliegen

Für das Finale wird auch hoher Besuch aus Deutschland erwartet. Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, das Spiel zwischen Zverev und Sinner in London zu besuchen. Diese Nachricht wurde von Zverev selbst nach seinem Halbfinalsieg gegen Arthur Fery bekannt gegeben. Merz hatte zuvor telefonisch seine Freude über Zverevs Sieg bei den French Open ausgedrückt.

Zverev sieht in dem Treffen mit dem Kanzler auch eine Gelegenheit, ein persönliches Anliegen zu besprechen. Es geht um das Visum seiner Großmutter, Natalia Fateeva, die einen russischen Pass besitzt und nach 90 Tagen in Deutschland nach Sotschi zurückkehren musste. Zverev hofft, dass der Kanzler möglicherweise bei einem längeren Visum oder einem Reisepass helfen könnte, damit seine Großmutter länger bleiben kann. Natalia Fateeva war bereits bei den French Open eine auffällige Unterstützerin in Zverevs Box.

Der Hamburger Olympiasieger von 2021 hat die Chance auf seinen zweiten Grand-Slam-Titel in Folge, nachdem er erst am 7. Juni die French Open in Paris gewonnen hatte. Ab Montag wird Zverev voraussichtlich die neue Nummer 2 der Welt sein, direkt hinter Sinner.

Weg ins Finale und die Atmosphäre

Im Halbfinale besiegte Zverev den Lokalmatador Arthur Fery in drei Sätzen. Fery, der dank einer Wildcard ins Hauptfeld gekommen war, hatte sich zuvor mit seiner Leistung in die Herzen der Zuschauer gespielt. Zverev lobte Fery nach dem Match und sagte, er gehe davon aus, dass Fery noch lange auf der Tour spielen und großartige Ergebnisse erzielen werde. Fery wird voraussichtlich einen Sprung unter die Top 40 der Weltrangliste machen.

Trotz der Unterstützung für seinen Gegner zeigte sich Zverev beeindruckt von der Atmosphäre im Stadion. Er bemerkte, dass 99,99 Prozent des Stadions Fery den Sieg gewünscht hätten, die Atmosphäre aber dennoch unglaublich und das Publikum sehr fair gewesen sei. Er genoss jede Sekunde und bezeichnete es als eines der besten Publika, vor dem man Tennis spielen könne. Unter den Zuschauern befanden sich auch prominente Persönlichkeiten wie die Hollywood-Stars Benedict Cumberbatch, Keira Knightley, Rami Malek, Martin Freeman und Dustin Hofmann, sowie Anna Wintour.

Für Zverev ist das Erreichen des Wimbledon-Finales ein besonderer Erfolg, da er in der Vergangenheit mit diesem Grand Slam am meisten zu kämpfen hatte. Im vergangenen Jahr scheiterte er noch in der ersten Runde. Nun steht er im Finale und ist unglaublich glücklich und stolz auf diesen Erfolg, der ihn zum ersten deutschen Mann im Finale des Rasenturniers seit Boris Beckers Niederlage gegen Pete Sampras im Jahr 1995 macht.

Sollte Zverev das Finale gewinnen, wäre er der dritte deutsche Wimbledon-Sieger nach Becker und Michael Stich. Im Finale trifft er auf Jannik Sinner, der im Halbfinale Novak Djokovic besiegte. Das Endspiel findet am Sonntag um 17.00 Uhr statt.

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Source: sueddeutsche.de