Eine offizielle Bestätigung steht noch aus, doch es verdichten sich die Hinweise auf die Ernennung von Jürgen Klopp zum neuen Bundestrainer. Im Zuge dessen sollen auch Details zu seinem künftigen Trainerteam bekannt geworden sein. Medienberichten zufolge wird der ehemalige Nationalspieler Sven Bender als Co-Trainer zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) wechseln.
Sven Bender, der seinen Vertrag beim Regionalligisten SpVgg Unterhaching erst Anfang Juli nach zwei Jahren überraschend aufgelöst hatte, soll demnach Teil von Klopps Team werden. Manfred Schwabl, Präsident von Unterhaching, äußerte sich überrascht über die Entscheidung und die Kurzfristigkeit der Vertragsauflösung. Als Grund wurden „unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige sportliche Ausrichtung und Zielsetzung“ genannt.
Klopps Wegbegleiter und Benders Rolle
Neben Sven Bender werden voraussichtlich auch Klopps langjährige Wegbegleiter Peter Krawietz und Pepijn Lijnders zum DFB wechseln. Krawietz war bereits in Mainz Co-Trainer von Klopp, während Lijnders mit ihm in Liverpool zusammenarbeitete. Die Hinzunahme eines dritten Assistenten, wie Bender, deutet auf eine umfassende Neuausrichtung hin.
Der 37-jährige Bender spielte sechs Jahre unter Klopp bei Borussia Dortmund. In dieser Zeit feierten sie gemeinsam zwei deutsche Meisterschaften in den Jahren 2011 und 2012 sowie einen Pokalsieg im Jahr 2012. Bender, ein defensiver Mittelfeldspieler, galt als Mentalitätstyp, eine Eigenschaft, die der Nationalmannschaft nach dem WM-Debakel zugeschrieben wurde, dass sie diese vermissen ließ.
Zuvor war Bender bereits als Co-Trainer der U16 des DFB tätig und arbeitete beim BVB als Assistent von Edin Terzić und Nuri Şahin. Seine Erfahrung sowohl als Spieler unter Klopp als auch in verschiedenen Co-Trainerpositionen könnte ihn zu einer wertvollen Ergänzung für das neue Trainerteam machen.
Vertragsdetails und Ausblick
Die vorzeitige Auflösung von Klopps Vertrag als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull, der bis 2029 lief, ist ebenfalls Teil der Vereinbarung. Als Kompensation für diese Auflösung ist eine Spende des DFB an die konzerneigene Stiftung „Wings for Life“ von Red Bull geplant. Die Höhe des Betrags wurde noch nicht bestätigt.
Auch mit den weiteren Werbepartnern von Klopp und des Verbandes wurden alle offenen Punkte besprochen. Damit würde nur noch die Zustimmung der DFB-Gremien zu Klopps Vertrag bis zur WM 2030 fehlen. Ein Termin für eine entsprechende Sitzung stand am Mittwochmorgen noch nicht fest. Es wird erwartet, dass Klopp noch in dieser Woche in der Frankfurter DFB-Zentrale vorgestellt wird.

Die Premiere des designierten Bundestrainers könnte am 24. September erfolgen, wenn die deutsche Nationalmannschaft nach dem frühen WM-Aus gegen die Niederlande spielt. Dieses Spiel wird von einem Privatsender übertragen. Die DFB-Auswahl hat während der ersten Bundesligapause vier Spiele zu absolvieren. Nach dem Match gegen die Niederlande in Amsterdam folgen Heimspiele gegen Griechenland am 27. September und gegen Serbien am 1. Oktober. Die Auswärtspartie in Griechenland ist für den 4. Oktober angesetzt.
Der ehemalige Weltmeister Lukas Podolski äußerte sich kritisch zur deutschen Nationalmannschaft nach dem WM-Scheitern in Amerika. Er bemängelte das Fehlen von Verantwortung und Zusammenhalt im Team. Für Podolski ist ein Trainerwechsel allein kein Allheilmittel, da seiner Meinung nach seit Jahren Weltklassespieler auf einigen Positionen fehlen und die Probleme im deutschen Fußball vielschichtiger sind. Die DFB-Elf war im Sechzehntelfinale im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert, woraufhin Julian Nagelsmann seinen Rücktritt als Bundestrainer erklärte.
Podolski kritisierte zudem, dass Spieler heutzutage „glattgebügelt“ würden und nannte Antonio Rüdiger als Beispiel für einen Spieler, der die nötige „Galligkeit“ besitzt, aber dafür kritisiert wird. Die Vorstellung von Jürgen Klopp als Bundestrainer wird voraussichtlich noch in dieser Woche in Frankfurt/Main stattfinden.
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Source: n-tv.de





