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Spanien gewinnt XXL-Weltmeisterschaft 2026, Kritik an FIFA-Entscheidungen

(k+) Was von dieser Fußball-WM bleibt - und was nicht - Kicker

Spanien triumphiert bei der XXL-Weltmeisterschaft

Spanien hat die Weltmeisterschaft 2026 gewonnen und sich im Finale gegen Argentinien durchgesetzt. Das Team spielte laut Berichten im Endspiel dominant und sicherte sich den Titel nach insgesamt 104 Spielen des Turniers. Mit diesem Sieg ist Spanien das erste Land, dessen Männer- und Frauenteam gleichzeitig Weltmeister ist.

Die FIFA hatte das Turnier als „das größte menschliche, gesellschaftliche und kulturelle Ereignis, das die Menschheit je erlebt hat“ bezeichnet. Auch der damalige US-Präsident Donald Trump gratulierte der FIFA zu einer „wohl erfolgreichsten Veranstaltung aller Zeiten“.

Zuschauerrekorde und Kritikpunkte

Die Befürchtungen vor leeren Stadien, insbesondere in den USA, wo Fußball nicht die beliebteste Sportart ist, erwiesen sich als unbegründet. Bereits vor den Viertelfinalspielen strömten über 6,25 Millionen Zuschauer in die Stadien der drei Ausrichterländer USA, Mexiko und Kanada, was einen neuen Rekord für eine Weltmeisterschaft darstellt. Dieser Rekord ist jedoch auch auf die erhöhte Anzahl von 104 Spielen zurückzuführen, verglichen mit den früheren 64 Begegnungen. Der Zuschauerschnitt lag bei rund 65.000, und die FIFA gab an, dass 99,7 Prozent aller verfügbaren Plätze belegt waren, obwohl in der Gruppenphase auch viele freie Sitze zu sehen waren.

Kritik gab es an den neu eingeführten Trinkpausen. Während die meisten Trainer diese Unterbrechungen befürworteten oder zumindest nicht beanstandeten, äußerte der ehemalige Trainer Marcelo Bielsa von Uruguay Bedenken. Er argumentierte, dass das Spielen von „vier statt zwei Halbzeiten“ die kulturell geprägte Vorstellung des Fußballs verändere und die Pausen dem Spiel mehr nähmen als gäben.

Die Weltmeisterschaft war zudem mit hohen Kosten für Fans verbunden, die tief in die Tasche greifen mussten für Tickets, Hotelübernachtungen, Parkgebühren und Flüge. Besonders die Preise in den Stadien sorgten für Ärger. In den USA kostete ein Bier bis zu 20 Euro, Pommes frites über 17 Euro und eine Flasche Wasser rund sieben Euro. In Mexiko waren die Preise ebenfalls deutlich höher als üblich; im Aztekenstadion, wo das Eröffnungsspiel stattfand, kostete ein Bier etwa 15,50 Euro, was fast dem gesetzlichen Tagesmindestlohn des Landes entsprach.

Überraschungen und Kontroversen

Das Turnier bot einige Überraschungen. Der WM-Neuling Kap Verde sorgte für Aufsehen, indem er dem späteren Weltmeister Spanien ein 0:0 abtrotzte und im Sechszehntelfinale nur knapp am Titelverteidiger Argentinien nach Verlängerung scheiterte. Die DR Kongo erreichte ein 1:1 gegen Portugal mit Cristiano Ronaldo, und Paraguay eliminierte Deutschland im Sechszehntelfinale. Curaçao, der kleinste WM-Teilnehmer, schrieb Geschichte mit dem ersten Treffer bei einer Weltmeisterschaft gegen das DFB-Team und dem ersten WM-Punkt gegen Ecuador.

Eine große Kontroverse entstand um den damaligen US-Präsidenten Donald Trump. Obwohl er sich während des Turniers weitgehend bedeckt hielt und erst zum Endspiel im Stadion erschien, sorgte er für einen Skandal. Nach einer Roten Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun setzte er sich erfolgreich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino für eine Überprüfung der Sperre ein. Balogun durfte daraufhin im Achtelfinale gegen Belgien spielen, obwohl die USA das Spiel mit 1:4 verloren und ausschieden. Der frühere Weltverbandschef Joseph Blatter kritisierte Infantino scharf und sagte, dieser habe sich Donald Trump unterworfen.

Die Sicherheitslage war ebenfalls ein Thema. Während die Spiele in Kanada und den USA weitgehend reibungslos verliefen, kam es in Mexiko zu mehreren Zwischenfällen. Fans stürmten ein überfülltes Fanfest in Guadalajara, ein Auto fuhr nach einem Sieg des Co-Gastgebers in eine feiernde Menschenmenge, und bei Jubelfeiern in Mexiko-Stadt starben mehrere Menschen. Dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan wurde trotz gültigen Visums die Einreise in die USA verweigert, angeblich aufgrund von Sicherheitsbedenken wegen Verbindungen zu einer Terrororganisation in seiner Heimat Somalia; er soll sein Gehalt nach der Weltmeisterschaft dennoch erhalten.

ARCHIV - 06.05.2026, Hamburg: Per Mertesacker (r), TV-Experte und ehemaliger Fußball-Nationalspieler, und Christoph Kramer (l), TV-Experte und ehemaliger Fußball-Nationalspieler, stehen nach ihrem Auftritt während der Digitalmesse OMR vor den Messehallen der Hamburg Messe. Am Sonntag treten sie als TV-Experten des ZDF beim Finale vor Ort auf. (zu dpa: «Mertesacker und Kramer: Zum WM-Finale vom Sofa ins Stadion») Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die zwei der Reisegruppe des Zweiten: die Ex-Profis Christoph Kramer (links) und Per MertesackerQuelle:Marcus Brandt/dpa Credit: welt.de

Menschenrechtsorganisationen kritisierten die FIFA scharf. Minky Worden von Human Rights Watch bemängelte, dass die Weltmeisterschaft vor dem Hintergrund des repressiven Vorgehens der US-Regierung gegen Einwanderer stattfand und die FIFA es versäumt habe, ihre eigenen Menschenrechtsstandards gegenüber der US-Regierung einzuhalten. Daniel Noroña von Amnesty International USA erklärte, dass die FIFA eine „inklusive WM“ versprochen habe, aber stattdessen die Zahl der Verhaftungen durch ICE verdoppelt worden sei. Ronan Evain von Football Supporters Europe kritisierte die undurchsichtige Vergabe von Visa an Fans aus nicht-europäischen Ländern, da kaum Ticketinhaber aus Afrika und Asien Visa für die Einreise in die USA erhalten hätten.

Blick in die Zukunft

Für FIFA-Präsident Gianni Infantino ist eine weitere Vergrößerung der Weltmeisterschaft von 48 auf 64 Teams denkbar, was die Anzahl der Spiele von 104 auf 128 erhöhen würde. Er kündigte an, dass dieses Thema nach der WM in den Gremien diskutiert werde. Trotz der Kritik an Infantino wird seine Position als FIFA-Präsident voraussichtlich nicht gefährdet sein, da mehr Spiele auch mehr Einnahmen für die Mitgliedsnationen bedeuten. Es wird erwartet, dass Infantino im März 2027 zum dritten Mal in seinem Amt bestätigt wird.

Der Weltmeister Spanien erhielt ein Rekord-Preisgeld von 50 Millionen Dollar, während der Finalverlierer Argentinien 33 Millionen Dollar erhielt. England, das den dritten Platz belegte, erhielt 29 Millionen Dollar, und Frankreich als Vierter 27 Millionen Dollar.

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Source: dw.com