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Italienischer Fußballverband: Mancini kehrt als Nationaltrainer zurück

Fußball: Mancini überrascht mit Italien-Comeback

Mancinis Rückkehr und die Suche nach dem Technischen Direktor

Roberto Mancini kehrt überraschend auf den Trainerstuhl der italienischen Nationalmannschaft zurück. Der Posten des „Commissario Tecnico“ war seit Anfang April vakant, nachdem der frühere Coach Gennaro Gattuso zurücktreten musste. Dies geschah, weil der viermalige Weltmeister in der WM-Qualifikation an Bosnien-Herzegowina gescheitert war. Die intensive Suche nach einem Nachfolger begann vor einigen Wochen und war von einigen Turbulenzen begleitet.

Mancini war bereits von 2018 bis 2023 italienischer Nationaltrainer. Sein Ruf in der Heimat litt jedoch darunter, dass er sich vor drei Jahren trotz eines bestehenden Vertrages plötzlich als Teamchef nach Saudi-Arabien verabschiedete. Berichten zufolge hatte er dort einen Vierjahresvertrag für 25 Millionen Euro pro Saison. Er blieb jedoch nur etwas mehr als ein Jahr und wechselte anschließend nach Katar zum Verein al-Sadd.

An der Seite Mancinis soll nun der 74-jährige Claudio Ranieri, der frühere Trainer der AS Roma, neuer Technischer Direktor werden. Zuvor hatte Giorgio Chiellini Spekulationen über einen Wechsel zum italienischen Verband als Technischer Direktor zurückgewiesen. Chiellini erklärte, er sei mit seiner Rolle als Manager bei seinem früheren Verein Juventus Turin glücklich.

Turbulenzen bei der Trainersuche und Rücktritte

Die Trainersuche des italienischen Fußballverbandes war von mehreren Absagen und Rücktritten geprägt. Bemühungen um Starcoach Pep Guardiola und Carlo Ancelotti, der das Brasilien-Team trainiert, blieben erfolglos. Eine Alternative war Andrea Pirlo, der Weltmeister von 2006. Seine Kandidatur wurde jedoch verworfen, da er mit einem russischen Wettanbieter zusammenarbeitet und weitere geschäftliche Verbindungen nach Russland hat. Pirlo ist aktuell als Trainer des United FC Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig, dessen Eigentümer der russische Milliardär Sergej Lomakin ist. Zudem fungiert Pirlo als globaler Markenbotschafter für den russischen Wettanbieter Fonbet.

Die Diskussionen um Pirlo führten zu weiteren personellen Konsequenzen. Die erst vor gut zwei Wochen verpflichteten Sportdirektoren Paolo Maldini und Leonardo traten zurück. Sie hatten ihre Ämter als Technischer Direktor und Berater erst am 11. Juli angetreten und verließen den Verband nach nur 16 Tagen. Maldini und Leonardo informierten Verbandspräsident Giovanni Malagò über ihren Entschluss. Maldini hatte sich intern für seinen langjährigen Nationalmannschaftskollegen Pirlo eingesetzt, nachdem Guardiola dem Verband abgesagt hatte.

Credit: bild.de

Berichte von „Sky Italia“ und der „Gazzetta dello Sport“ bestätigten die Rücktritte, obwohl eine offizielle Bestätigung zunächst ausstand. Die Entwicklungen rund um Pirlo, der wegen seiner Russland-Kontakte in der Kritik stand, hatten die geplante Verpflichtung ins Wanken gebracht. Pirlo selbst machte deutlich, dass er für den Posten nicht mehr zur Verfügung steht und verfolgte die Debatte „mit großer Bitterkeit“, wie er auf seinem Instagram-Konto mitteilte.

Kritik am Verbandspräsidenten und die Folgen

Der ebenfalls erst seit gut einem Monat amtierende Verbandspräsident Malagò geriet infolge der Turbulenzen ins Kreuzfeuer der Kritik. Die „Gazzetta dello Sport“ kommentierte das Geschehen mit der Aussage, „Italien muss neu gegründet werden“. Die Trainersuche wurde zudem von einem öffentlichen Schlagabtausch zwischen Sportminister Andrea Abodi und Malagò begleitet. Abodi bescheinigte dem Verbandschef, dieser gebe eine „unschöne Figur“ ab, woraufhin Malagò konterte, nicht jeder könne über Fehler anderer urteilen.

Die italienische Nationalmannschaft hatte im Frühjahr zum dritten Mal nacheinander die WM verpasst, was zum Rücktritt von Nationaltrainer Gattuso führte. Pirlo, der 116 Länderspiele absolvierte und zu den prägenden Figuren der italienischen Weltmeistermannschaft von 2006 gehörte, stand damals zusammen mit Gattuso in der Weltmeistermannschaft. Nach seiner Spielerkarriere trainierte er unter anderem Juventus Turin und Sampdoria Genua.

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Die Rückkehr von Mancini und die Ernennung von Ranieri als Technischem Direktor sind die jüngsten Entwicklungen in einer turbulenten Phase für den italienischen Fußballverband, der nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation eine Neuausrichtung anstrebt.

Source: sport.orf.at