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New York: WM-Finale plant Halbzeitshow im Stil des Super Bowls

WM-Finale: Eine Halbzeitshow wie beim Super Bowl - tagesschau.de

Das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in New York wird erstmals eine Halbzeitshow nach dem Vorbild des amerikanischen Super Bowls präsentieren. Diese Neuerung soll das Endspiel, das am Sonntag zwischen Spanien und Argentinien stattfindet, zu einem globalen Unterhaltungsevent erweitern. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte diese Premiere bereits vor Monaten als einen „historischen Moment“ angekündigt.

Die geplante Show soll eine beeindruckende Ansammlung internationaler Musikstars bieten. Zu den angekündigten Künstlern gehören Madonna, Justin Bieber, Coldplay, Shakira und die südkoreanische Boygroup BTS. Shakira wird voraussichtlich ihren WM-Song „Dai Dai“ singen, den sie gemeinsam mit Burna Boy veröffentlicht hat. BTS soll Milliarden von Fernsehzuschauern mit ihrem Lied „The World Unite“ auf der „größten Bühne der Welt“ willkommen heißen. Die genauen Beiträge von Madonna und Justin Bieber sowie Auftritte des venezolanischen Dirigenten Gustavo Dudamel, eines New Yorker Grundschulchors und der Muppet-Figuren Kermit und Miss Piggy bleiben noch geheim. Chris Martin, der Sänger von Coldplay, fungiert als künstlerischer Leiter der Show und steht vor der Herausforderung, all diese Superstars innerhalb von 15 Minuten zu präsentieren.

Spektakel und Dauer der Show

Organisationschef Hugh Evans bezeichnet die Halbzeitshow als „die meistgesehene Veranstaltung der Geschichte“ und erwartet, dass „Milliarden und Abermilliarden von Menschen zuschauen“ werden. Er betont, dass dies 31 Mal so viele Zuschauer wie beim Super Bowl sein könnten. Trotz der Vielzahl an Künstlern verspricht Evans, dass die Show nur elf Minuten dauern wird, um den Fußballregeln „absolut respektvoll“ zu begegnen. Er versichert, dass der Rasen geschont wird und die elf Minuten die „unterhaltsamsten elf Minuten der Geschichte“ werden.

Medienberichte variieren jedoch hinsichtlich der tatsächlichen Dauer der Halbzeitpause. Einige Medien, wie die BBC, berichten von einer auf rund 20 Minuten verlängerten Halbzeitpause, während andere internationale Medien sogar über bis zu 30 Minuten spekulieren. Normalerweise beträgt die Halbzeitpause in einem regulären Fußballspiel 15 Minuten. Eine längere Pause wäre nur mit Erlaubnis des Schiedsrichters zulässig. Bereits beim Finale der Klub-WM vor einem Jahr dauerte die Halbzeitshow mit Popstars fast eine halbe Stunde, was deutlich länger war als im Regelwerk des Fußballs vorgesehen.

Sportmediziner warnen vor den Auswirkungen einer verlängerten Pause auf die Spieler. Hans-Georg Predel, Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln, erklärt, dass in dieser Zeit die Muskeltemperatur, Herzfrequenz und neuromuskuläre Aktivierung sinken können. Diese Bedenken kommen zu einer Zeit, in der bereits die neu eingeführten Trinkpausen, die „Hydration Breaks“, für Diskussionen gesorgt haben, da der Verdacht besteht, dass sie eher zusätzlichen Werbeeinnahmen dienen als der Gesundheit der Spieler.

Kommerzialisierung und gute Zwecke

Die FIFA übernimmt mit dieser Premiere ein erfolgreiches Modell aus den USA. Die Halbzeitshow des Super Bowls ist seit Jahren eines der meistgesehenen Musikereignisse weltweit und erreicht regelmäßig weit über 100 Millionen Zuschauer. Künstler wie Beyoncé, Rihanna oder Kendrick Lamar nutzten diesen Auftritt als globale Bühne. Die FIFA setzt nun ebenfalls auf diesen Effekt, um neue Zielgruppen anzusprechen und das WM-Finale über den Sport hinaus als weltweites Unterhaltungsevent zu etablieren.

Der Bayreuther Sportsoziologe Christian Brandt sieht diese Entwicklung als Teil der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs, die seit den 1990er-Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Dass dieser Trend ausgerechnet bei einer Weltmeisterschaft in den USA seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht, passe ins Bild. Die Auswahl der Künstler folgt dieser Logik; mit BTS spricht die FIFA gezielt den asiatischen Markt an, obwohl keine asiatische Mannschaft im Finale steht. Die Show richtet sich somit nicht nur an die Zuschauer im Stadion, sondern vor allem an ein weltweites Fernseh- und Streamingpublikum.

Nach Ansicht von Beobachtern verändert die zunehmende Vermarktung auch die Wahrnehmung des Sports, wobei einzelne Superstars immer häufiger im Mittelpunkt stehen. Auch die Fernsehbilder folgen zunehmend den Regeln der Aufmerksamkeit, indem prominente Gäste oder spektakuläre Fanaktionen oft mehr Raum erhalten als klassische Fankurven. Das große Halbzeit-Spektakel soll zudem einem guten Zweck dienen. Hugh Evans leitet hauptberuflich die Hilfsorganisation Global Citizen, die jährlich ein Benefizkonzert im New Yorker Central Park zur Bekämpfung von Hunger und Armut veranstaltet. Die Halbzeitshow soll „die größte Ansammlung von Künstlern für einen guten Zweck seit dem Konzert von Live Aid 1985“ werden und 100 Millionen US-Dollar für einen Bildungsfonds einbringen, der Kindern in ärmeren Ländern den Schulbesuch und das Fußballspielen ermöglicht.

Ob die Premiere der Halbzeitshow ein einmaliges Experiment bleibt oder künftig fester Bestandteil aller WM-Endspiele wird, hängt auch davon ab, wie sie am Sonntag beim Publikum ankommt.

Illuminierter Schriftzug "The Final July 19" über der Skyline von New York
Illuminierter Schriftzug "The Final July 19" über der Skyline von New York Credit: tagesschau.de

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Source: tagesschau.de