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Leclerc führt Ferrari in Ungarn vor Verstappen an

Der Sport-Tag: Ferrari und Leclerc setzten sich in Ungarn vor Verstappen - Führender pausiert

Charles Leclerc hat beim Auftakt in Budapest ein starkes Zeichen gesetzt und die Siegesambitionen von Ferrari auf dem Hungaroring untermauert. Der Monegasse fuhr im ersten freien Training der Formel 1 in Ungarn die schnellste Runde mit einer Zeit von 1:19,075 Minuten. Dies geschah in Abwesenheit des WM-Spitzenreiters Kimi Antonelli, der seinen Platz für Mercedes-Ersatzpilot Frederik Vesti freimachte.

Leclerc, der zuvor in Silverstone gewonnen und in Belgien den zweiten Platz belegt hatte, lag deutlich vor dem viermaligen Weltmeister Max Verstappen, der 0,484 Sekunden Rückstand hatte. Auch sein Teamkollege Lewis Hamilton folgte mit einem Rückstand von 0,543 Sekunden. Ferrari rechnet sich in Budapest große Chancen auf den dritten Saisonerfolg aus, da der Kurs mit seinen vielen Kurven dem eigenen Wagen entgegenkommen sollte. Das Training verlief jedoch nicht ganz ohne Zwischenfälle, da Leclerc kurz vor dem Ende mit einem technischen Problem an die Box rollte.

Historische Bedeutung des Hungarorings

Die Geschichte der Formel 1 in Ungarn reicht 40 Jahre zurück, als der damalige Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone in den frühen 1980er-Jahren den Wunsch hatte, Rennen hinter dem Eisernen Vorhang zu veranstalten. Ursprünglich waren Moskau oder das frühere Jugoslawien als Austragungsorte im Gespräch, doch Ecclestone empfand Moskau als zu „grau und depressiv“, und auch Jugoslawien wurde nicht zum Ausrichter.

Stattdessen stieß Ecclestone auf das damals relativ liberale Ungarn. Die Parteiführung sah in den Deviseneinnahmen aus dem Motorsport trotz ideologischer Bedenken einen Vorteil. Die Idee eines Straßenrennens rund um das Stadtwäldchen in Budapest wurde verworfen, da die Behörden das Fällen von Bäumen ablehnten.

Die Siegerehrung 1986: Piquet feiert, Ayrton Senna, (links) und Nigel Mansell hatten das Nachsehen
Die Siegerehrung 1986: Piquet feiert, Ayrton Senna, (links) und Nigel Mansell hatten das NachsehenQuelle:picture alliance/AP Images/Armando Trovati Credit: welt.de

Dank der Verbindung von Ecclestone zum ungarischstämmigen Geschäftsmann Tamas Rohonyi, der viele Jahre als Promoter des Grand Prix von Brasilien tätig war, fand die Formel-1-Expedition die Gemeinde Mogyorod, nordöstlich von Budapest gelegen. Eine landwirtschaftliche Genossenschaft hatte damals die Kontrolle über das Gebiet. Die damalige Chefin der Kooperative soll auf den Vorschlag, dort ein Rennen zu veranstalten, geantwortet haben, dass die Formel 1 vermutlich mehr Einnahmen bringe als der Kartoffelanbau.

Entwicklung und Zukunft des Rennens

Nach nur neun Monaten Bauzeit wurde der Hungaroring fertiggestellt und feierte 1986 seine Premiere. Ecclestone erinnerte sich an die „hervorragende Arbeit“ der Ungarn und zeigte sich „verblüfft, wie gut alles lief“. An diesem Wochenende findet das Rennen zum 41. Mal statt, bevor sich die Formel 1 in die Sommerpause verabschiedet. Nur in Monza werden länger ununterbrochen WM-Läufe ausgetragen.

Bei der Premiere strömten die Massen herbei, mit über 200.000 Zuschauern, die die Naturtribünen rund um den Kurs bevölkerten, obwohl die Karten für die Menschen aus dem Ostblock damals als teuer galten. Nelson Piquet siegte damals nach einem langen Duell vor seinem brasilianischen Landsmann Ayrton Senna.

Obwohl Ecclestone, der längst Formel-1-Geschichte ist, hauptsächlich profitierte, ist Ungarn weiterhin bereit, zweistellige Millionenbeträge zu zahlen. Dies dient dem Tourismus, dem Prestige und der Selbstvergewisserung. Für eine Vertragsverlängerung bis mindestens 2032 haben die Veranstalter erhebliche Mittel in die Renovierung des Kurses und der Gebäude investiert. Hungaroring-Geschäftsführer Zsolt Gyulay betonte die „erstaunliche Verwandlung“ der Rennstrecke durch das Facelifting.

Tamas Rohonyi wollte die politische Dimension des Formel-1-Rennens in seiner Heimat nie überbewerten, doch das Ereignis hinterließ einen bleibenden Eindruck. Er beschrieb die Formel 1 hinter dem Eisernen Vorhang als eine Art „kleines Erdbeben“, das „winzige Risse“ in den Fundamenten des sozialistischen Systems verursachte. Wenige Jahre nach der Premiere in Ungarn fiel der Eiserne Vorhang tatsächlich.

KIMI ANTONELLI Andrea (ita), Mercedes AMG F1 Team W16, portrait RUSSELL George (gbr), Mercedes AMG F1 Team W17, portrait during the Formula 1 Belgian Grand Prix 2026, 10th round of the 2026 Formula One World Championship from July 17 to 19, 2026 on the Circuit de Spa-Francorchamps, in Stavelot, Belgium
KIMI ANTONELLI Andrea (ita), Mercedes AMG F1 Team W16, portrait RUSSELL George (gbr), Mercedes AMG F1 Team W17, portrait during the Formula 1 Belgian Grand Prix 2026, 10th round of the 2026 Formula One World Championship from July 17 to 19, 2026 on the Circuit de Spa-Francorchamps, in Stavelot, Belgium Credit: welt.de

Die Veranstaltung in Ungarn bleibt ein fester Bestandteil des Formel-1-Kalenders und wird bis mindestens 2032 vor den Toren Budapests ausgetragen.

Source: n-tv.de