Italienische Verhandlungen in Barcelona
Der italienische Fußballverband bemüht sich offenbar intensiv um Pep Guardiola als neuen Nationaltrainer. Berichten von „Sky Italia“ und „Sky Sport Italia“ zufolge wurde der Trainer in Barcelona von Paolo Maldini, dem Technischen Direktor des italienischen Verbands, besucht. Gemeinsam mit Leonardo, einem Berater des Verbands und ehemaligem brasilianischen Weltmeister, sollen über einen Zeitraum von fast drei Tagen Verhandlungen über eine mögliche Zusammenarbeit geführt worden sein.
Eine klare Tendenz, ob der 55-jährige Guardiola den Posten des Nationaltrainers nur wenige Wochen nach dem Ende seiner Tätigkeit bei Manchester City übernehmen möchte, ist bisher nicht bekannt. Guardiola ist seit Juli offiziell ohne Beschäftigung, nachdem sein Vertrag bei Manchester City am 30. Juni ausgelaufen war und er diesen nach zehn Jahren nicht verlängert hatte.
Guardiola: Ein profilierter Vereinstrainer
Pep Guardiola gilt als einer der profiliertesten und erfolgreichsten Vereinstrainer der Gegenwart. Er führte den FC Barcelona in den Jahren 2009 und 2011 sowie Manchester City im Jahr 2023 zum Gewinn der Champions League. Darüber hinaus konnte er mit diesen beiden Vereinen sowie dem FC Bayern insgesamt zwölf nationale Meistertitel erringen.
Seine Trainerkarriere begann beim FC Barcelona, wo er eine Ära prägte, bevor er von 2013 bis 2016 den FC Bayern zu drei aufeinanderfolgenden Meistertiteln führte. Eine Nationalmannschaft hat Guardiola in seiner bisherigen Laufbahn noch nicht trainiert. In der Vergangenheit wurde er jedoch mehrfach als möglicher Coach der brasilianischen Nationalmannschaft, der „Seleção“, gehandelt, bevor dort Carlo Ancelotti verpflichtet wurde.
Hintergrund der Trainersuche in Italien
Die intensive Suche nach einem neuen Nationaltrainer kommt, nachdem sich Italien zum dritten Mal in Folge nicht für die WM 2026 qualifizieren konnte. Nach diesem Misserfolg mussten der damalige Auswahlcoach Gennaro Gattuso, Teambetreuer Gianluigi Buffon und Verbandschef Gabriele Gravina ihre Posten räumen.
Der neue Präsident der Federazione Italiana Giuoco Calcio, Giovanni Malagò, überzeugte daraufhin den früheren Starspieler Paolo Maldini, das Amt des Technischen Direktors zu übernehmen. Eine der wichtigsten Aufgaben Maldinis ist es, einen neuen Auswahltrainer für die „Squadra Azzurra“ zu finden. Malagò äußerte sich zwar nicht direkt zu Guardiola, deutete aber an, dass seine Liste für den künftigen Trainer möglicherweise nicht nur die Namen Andrea Pirlo und Roberto Mancini umfasse.
Zuletzt galten Roberto Mancini und Andrea Pirlo als Favoriten für den Trainerposten. Mancini war bereits von 2018 bis 2023 Trainer der „Squadra Azzurra“ und führte das Team im Jahr 2021 zum Europameistertitel. Pirlo, der beim letzten WM-Triumph Italiens im Jahr 2006 in Deutschland noch als Spieler auf dem Feld stand, hatte als Trainer bei Juventus Turin und Sampdoria Genua jedoch weniger Erfolg.
Sollte Guardiola den Posten übernehmen, wäre er der erste ausländische Trainer in der Geschichte des vierfachen Weltmeisters seit dem Ungarn Lajos Czeizler, der Italien von November 1953 bis Juni 1954 trainierte und nach dem Ausscheiden in der Gruppenphase der WM in der Schweiz zurücktrat.
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Source: bild.de





