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Garmisch-Partenkirchen gedenkt Laura Dahlmeier ein Jahr nach tragischem Bergunfall

Laura Dahlmeiers Tod zerriss Maren Hammerschmidt

Ein Jahr nach dem tragischen Bergunfall von Laura Dahlmeier haben sich in Garmisch-Partenkirchen rund 150 Menschen versammelt, um der ehemaligen Biathletin zu gedenken. Die Trauer um die Verstorbene ist in ihrer Heimatstadt weiterhin spürbar. Die Gedenkfeier fand im umbenannten Laura-Dahlmeier-Park statt, wo unter einem großen Baum ein Gedenkstein, Kerzen, Blumen und ein Foto der jungen Frau aufgestellt sind. Die Familie Dahlmeier nahm an der Veranstaltung nicht teil.

Pfarrer Andreas Lackermeier sprach in seiner Rede an der Gedenkstätte über den anhaltenden Schmerz und die Trauer, die der Tod von Laura Dahlmeier hinterlassen hat. Er betonte, dass der Spruch „Die Zeit heilt alle Wunden“ im Angesicht dieses Verlustes als falsch empfunden werde. Der Tod habe eine bleibende Lücke in die Familie, den Freundeskreis und den Ort gerissen.

Maren Hammerschmidts Trauer und unbegreiflicher Verlust

Für Maren Hammerschmidt, eine enge Biathlon-Freundin von Laura Dahlmeier, ist der immense Verlust auch ein Jahr nach dem tödlichen Unfall präsent. Die Trauer komme weiterhin in Wellen, obwohl es langsam besser werde. Hammerschmidt, die mittlerweile Pressesprecherin des deutschen Biathlon-Teams ist, erzählte, dass sie anfangs alles in sich hineinfraß und sich gemeinsame Bilder oder Videos nicht ansehen konnte. Sie sprach kaum über ihre Freundin, was ihren Trauerprozess erschwerte, da der Tod für sie unbegreiflich war.

Hammerschmidt beschrieb Dahlmeier als eine „unzerstörbare Naturgewalt“ und dachte stets, dass ihr nie etwas zustoßen könnte. Die Freundschaft der beiden begann im Dezember 2015 beim Weltcup in Hochfilzen, als sie zufällig Zimmerkolleginnen wurden. Sie verbrachten viel Zeit lachend und foppten sich gegenseitig, was zu einer tiefen Verbundenheit führte.

Laura Dahlmeier, die knapp vier Jahre jünger war, entwickelte sich zum herausragenden Star des Teams, ließ dies aber laut Hammerschmidt nie heraushängen. Sie sei einfach die Beste gewesen. Auch über ernste Themen sprachen die beiden. Dahlmeier stand Hammerschmidt stets mit Rat und Tat zur Seite, verfolgte aber auch ihre eigenen Ziele.

Ein Jahr vor dem Unfall hatten die Freundinnen über eine gemeinsame Bergtour auf die Zugspitze gesprochen, die im vergangenen September stattfinden sollte. Dahlmeier erzählte Hammerschmidt in diesem letzten Telefonat auch von ihrer geplanten Reise nach Pakistan, um den Laila Peak zu besteigen. Hammerschmidt erinnert sich noch sehr bildlich an dieses Gespräch, das abends im Garten stattfand.

Der tragische Unfall am Laila Peak

Am 28. Juli 2025 ereignete sich der tragische Unfall. Laura Dahlmeier bestieg mit einer Seilpartnerin den Laila Peak im Karakorum-Gebirge in Pakistan. Diesen Berg wollte sie ursprünglich mit ihrem im Januar 2022 bei einem Lawinenunglück verstorbenen Ex-Freund erklimmen. Die siebenmalige Weltmeisterin und ausgebildete Bergführerin brach den Gipfelsturm aufgrund schwieriger Wetterbedingungen ab. Beim Abstieg auf 5700 Metern Höhe wurde sie jedoch von einem Steinschlag am Kopf getroffen und war mutmaßlich sofort tot. Ihre Kletterpartnerin überlebte den Vorfall.

Dahlmeiers Leichnam verbleibt am Berg, da Rettungsmissionen abgebrochen werden mussten und dies ihrem niedergeschriebenen Willen als Alpinistin entsprach. Ihre Mutter Susi Dahlmeier äußerte, dass dies der schönste Friedhof für Laura sei, verschmolzen mit dem Herzen der Berge. Maren Hammerschmidt konnte sich anfangs schwer mit diesem Gedanken anfreunden, sieht es aber mittlerweile ähnlich: Wo, wenn nicht in den Bergen, hätte Dahlmeier ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Als Extremsportlerin hatte Dahlmeier für den Fall der Fälle vorgesorgt, ihr Testament gemacht und die Beerdigung geplant. Trotz der gefährlichen Bergtouren sprachen die Freundinnen nie über einen möglichen Tod. Hammerschmidt bedauert, dass sie sich nicht öfter gesehen und viele Gespräche nicht geführt hat. Sie versucht nun, weniger aufzuschieben und denkt oft an Laura, wenn sie Dinge außerhalb ihrer Komfortzone tut.

Dahlmeier, die dem Buddhismus zugeneigt war, praktizierte Rituale wie das Anzünden von Palo Santo oder weißem Salbei, um schlechte Geister zu vertreiben. Hammerschmidt hat dieses Ritual übernommen, und der Geruch des Palo Santo erinnert sie heute an ihre Freundin. Laura Dahlmeier glaubte an inneren Frieden und nahm sich Zeit dafür. Sie war auch überzeugt, dass der Tod nicht das Ende ist und man auf verschiedenen Ebenen miteinander verbunden sein kann. Hammerschmidt teilt diesen Glauben und ist überzeugt, dass sie ihre Freundin wiedersehen wird.

Kurz vor den Olympischen Spielen 2018 fragte sich Dahlmeier, ob sie ihrer Bergleidenschaft weiter nachgehen sollte, nachdem ein enger Freund beim Klettern gestorben war. Sie entschied sich jedoch dagegen, ihre Leidenschaft aufzugeben, da dies nicht mehr sie selbst gewesen wäre. Maren Hammerschmidt trägt heute eine Kette, die Susi Dahlmeier einst für ihre Tochter anfertigte. Dieses Schmuckstück mit einem kleinen Buddha gibt ihr Ruhe und Stärke, wenn es ihr zu viel wird.

Source: n-tv.de