Vor dem mit Spannung erwarteten Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 zwischen Frankreich und Spanien hat Didier Deschamps, der Nationaltrainer Frankreichs, gelassen auf die Aussagen des spanischen Spielers Lamine Yamal reagiert. Yamal hatte zuvor erklärt, dass Frankreich Spanien fürchten sollte, da sie den Nachbarn bereits in früheren Begegnungen besiegt hätten.
Deschamps betonte, dass er Yamals Stärken genau analysiert habe. Er räumte ein, dass Yamal ein Spieler sei, der den Unterschied ausmachen könne, versicherte jedoch, dass seine Mannschaft Lösungen besitze. Der französische Coach merkte an, dass es im Eins-gegen-Eins mit Yamal schwierig werden könne, dies gelte aber ebenso für die französischen Offensivspieler. Auch Mittelfeldspieler Adrien Rabiot konterte Yamals Äußerungen und erklärte, dass sie niemanden fürchteten.
Yamal hatte den verbalen Schlagabtausch eröffnet, indem er gegenüber dem Fernsehsender TVE sagte: „Wenn Frankreich jemanden fürchten sollte, dann uns.“ Er verwies auf frühere Erfolge, darunter ein 2:1-Sieg der Iberer gegen Frankreich im Halbfinale der Europameisterschaft 2024 in München. Ein Jahr später erzielte der Offensivspieler des FC Barcelona in der Nations League sogar zwei Tore gegen die Équipe Tricolore bei einem 5:4-Sieg.
Vorbereitung auf das Halbfinale
Trotz der verbalen Scharmützel konzentrieren sich beide Teams auf die bevorstehende Partie. Frankreichs Nationaltrainer Deschamps bestätigte, dass Kylian Mbappé für das Halbfinale gegen Spanien vollständig fit ist. Der Angreifer, der im bisherigen Turnierverlauf bereits acht Treffer erzielt hat, wurde im Viertelfinale beim 2:0 gegen Marokko angeschlagen ausgewechselt. Mbappé selbst gab jedoch Entwarnung und erklärte, dass sein Knöchel zwar etwas geschmerzt habe, aber alles in Ordnung sei. Auch der französische Mittelfeldspieler Aurélien Tchouaméni, der im Achtel- und Viertelfinale aufgrund von Adduktorenproblemen fehlte, steht laut Deschamps wieder zur Verfügung.
Deschamps bezeichnete Spanien als Favoriten für das Halbfinale. Er erklärte, dass Spanien sich im ersten Spiel gegen Kap Verde schwergetan habe, danach aber bewiesen habe, dass sie Favorit seien. Er wolle Spaniens Coach Luis de la Fuente nicht unter Druck setzen, aber die Erwartungen an Spanien seien hoch. Deschamps freut sich auf die Partie und erwartet ein spektakuläres Spiel zwischen zwei Mannschaften mit viel Qualität, da Spanien sehr stark verteidige, aber auch angreifen könne.
Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente zeigte sich unbeeindruckt von Deschamps‘ Aussagen zur Favoritenrolle. Er betonte, dass es ihm nichts bedeute, als Favorit bezeichnet zu werden, da dies nicht ausschlaggebend sei. De la Fuente sieht unter den vier Halbfinal-Teilnehmern keine Mannschaft, die sich von den anderen abhebt, und erklärte: „Es herrscht große Ausgeglichenheit. Keine ist besser als die andere.“
Yamals Rolle und Zukunft
Lamine Yamal, der am Tag vor dem Halbfinale seinen 19. Geburtstag feierte, hat bei der Weltmeisterschaft bisher ein Tor erzielt. Spaniens Kapitän Rodri nahm den Jungstar in Schutz und hob Yamals Reife hervor, die er bereits bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren gezeigt habe. Rodri betonte, dass Yamal für die Mannschaft mit und ohne Ball sehr wichtig sei, aber manchmal seine Nervosität und seinen Drang zügeln müsse. Er sei ein intelligenter Junge, der aber erst 19 Jahre alt ist und manchmal im Spiel beruhigt werden müsse. Rodri äußerte die Hoffnung, dass Yamal gegen Frankreich eine wichtige Rolle spielen kann.
Yamal selbst macht sich keine Sorgen über seine Torausbeute und betonte, dass es ihm allein um den Erfolg der Mannschaft gehe. Er bezeichnete das Halbfinale als das wichtigste Spiel seiner Karriere. Spaniens Trainer de la Fuente äußerte die Erwartung, dass Yamals bestes WM-Spiel noch bevorsteht. Er sagte zu Yamal, er solle ruhig bleiben und es genießen, und hofft, dass sein großer Tag im Halbfinale oder im Finale kommt, sollte sich Spanien qualifizieren.
Die Ansätze der beiden Mannschaften sind laut de la Fuente komplett gegensätzlich. Spanien setzt oft auf hohen Ballbesitz und legt sich seine Gegner geduldig zurecht, während Frankreichs Spiel direkter ist. Trotz der Star-Power im französischen Team um Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise hat Spanien nicht die Absicht, sich anzupassen. De la Fuente betonte: „Wir müssen wir selbst bleiben.“
Vor dem Halbfinale der WM 2026 zwischen Frankreich und Spanien wird eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Terroranschlags von Nizza vom 14. Juli 2016 abgehalten.
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Source: sportschau.de





