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Carapaz gewinnt Etappe in den Alpen, Spekulationen um Pogačars Gesundheit

(S+) 18. Etappe Tour de France: Carapaz attackiert sich zum Sieg – bekommt Pogačar doch noch Probleme? - Spiegel

Richard Carapaz hat den Auftakt der Alpen-Trilogie bei der Tour de France gewonnen. Der Olympiasieger aus Ecuador setzte sich bei der Bergankunft in Orcières-Merlette nach einer Strecke von 185,2 km durch. Er nutzte dabei die Situation im Team des Gesamtführenden Tadej Pogačar, das offenbar mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat.

Carapaz, bekannt als „Lokomotive von Carchi“, löste sich vier Kilometer vor dem Ziel von der Konkurrenz. Er erreichte das Ziel als Solist mit einem Vorsprung von 45 Sekunden auf den Schweizer Mauro Schmid, der bereits am Vortag den zweiten Platz belegt hatte. Dieser Etappensieg war der zweite für Carapaz bei der Tour.

Die Favoritengruppe, zu der Pogačar und Remco Evenepoel gehörten, erreichte das Ziel geschlossen mit einem Rückstand von 4:35 Minuten. Trotz der Gerüchte um seine Gesundheit verteidigte Pogačar das Gelbe Trikot souverän. Er führt in der Gesamtwertung weiterhin mit 4:32 Minuten Vorsprung vor Evenepoel. Sein Teamkollege Isaac del Toro liegt mit 6:51 Minuten Rückstand auf dem dritten Platz.

Gesundheitliche Bedenken im Team UAE

Im Team UAE von Tadej Pogačar gibt es offenbar gesundheitliche Probleme, die sich besonders an den drei schwersten Tour-Tagen mit der Doppel-Bergankunft in Alpe d’Huez bemerkbar machen könnten. Schon am Mittwoch hatte sich Adam Yates mit Magenproblemen ins Ziel gekämpft. Das Team äußerte sich zu den genauen Umständen nicht, was zu Spekulationen führte.

Ein auffälliges Detail war, dass Pogačar erstmals seit vier Jahren eine schwarze statt der üblichen gelben Rennhose zum Gelben Trikot trug. Dies verstärkte die Gerüchte im Peloton über mögliche gesundheitliche Beschwerden des Gesamtführenden. Sollte Pogačar ebenfalls von Magen-Darm-Problemen oder ähnlichem betroffen sein, könnte dies angesichts der bevorstehenden anspruchsvollen Etappen seine Führung gefährden.

Strategie und Herausforderungen für UAE

Nils Politt, ein deutscher Helfer von Pogačar, äußerte sich zur aktuellen Lage: „Ich weiß selber nicht, was los war. Wir müssen jetzt schauen, dass wir die nächsten beiden Tage überleben.“ Er betonte, dass es im Feld viele kranke Fahrer gebe und die Strategie darin bestehe, sich so gut wie möglich zu separieren. Das Ziel sei es, alles zu geben, um eine weitere Etappe zu gewinnen und das Gelbe Trikot nach Paris zu bringen.

Einige Helfer von Pogačar, darunter Tim Wellens, Florian Vermeersch und Brandon McNulty, fielen frühzeitig ins Gruppetto zurück. McNulty, eigentlich ein starker Bergfahrer, konnte das Tempo nicht halten und gab schließlich auf. Yates fuhr zunächst an der Seite von Pogačar. Das Team UAE und Evenepoels Red-Bull-Mannschaft konzentrierten sich darauf, den Vorsprung einer Ausreißergruppe zu kontrollieren, anstatt diese aktiv zu jagen.

In der Ausreißergruppe befand sich auch der deutsche Meister Felix Engelhardt, der weiterhin auf einen Etappensieg hoffte. Er beschrieb sich selbst als „die kleinste Kerze“ in der starken Fluchtgruppe. 45 Kilometer vor dem Ziel fiel Engelhardt aus der Gruppe um seinen Teamkollegen Schmid zurück. Carapaz‘ Sieg erfolgte am Tag vor der Königsetappe.

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Source: spiegel.de