Ein 19-Jähriger hat die Deutsche Bahn zu seinem Wohnort erklärt und lebt im ICE. Lasse Stolley, aus Fockbek in Schleswig-Holstein, hat sich entschieden, sein Leben auf Schienen zu verbringen.
Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Entscheidung? Nach einem gescheiterten Versuch, eine Ausbildung zum Programmierer zu beginnen, entschloss sich Lasse, seine Heimat im Zug zu finden. Er besitzt eine BahnCard 100, die es ihm ermöglicht, unbegrenzt zu reisen – ein Vorteil für einen jungen Mann ohne feste Wohnung.
Lasse lebt seit Jahren im ICE. Sein Lieblingsplatz ist im Ruhebereich des modernen ICE 4. Dort genießt er das Frühstück mit Blick auf die Alpen oder den Abend an der Ostsee – was für viele wie Urlaub klingt, ist für ihn Alltag. Er hat keine festen Nebenkosten oder Kautionen und wäscht seine Wäsche im Waschbecken oder in Schwimmbädern entlang der Strecke.
Doch wie finanziert er diesen Lebensstil? Die BahnCard 100 kostet für unter 26-Jährige knapp 6000 Euro im Jahr. Ein hoher Preis, aber für Lasse ist es eine Investition in Freiheit. Er begann im April 2025 beim privaten Eisenbahnunternehmen TRI im Fahrgastservice und ist seit 2026 ausgebildeter Zugführer.
Lasse lernte seine Freundin in der DB-Lounge kennen. „Unsere Beziehung funktioniert gut, auch wenn wir uns oft nur kurz sehen“, sagt er. Diese Verbindung zeigt, dass das Leben auf Rädern nicht nur einsam sein muss.
Der Gedanke, ein Transportmittel zum Wohnort zu erklären, ist kein völliges Novum. Dennoch bleibt unklar, wie lange Lasse diesen Lebensstil fortsetzen kann und welche Herausforderungen ihm noch bevorstehen werden.





