Start / Sport / Uefa droht Fifa weiterhin mit WM-Boykott trotz Infantino-Rückzugs

Uefa droht Fifa weiterhin mit WM-Boykott trotz Infantino-Rückzugs

Uefa droht der Fifa erneut mit einem Boykott der WM!

Uefa hält an Boykottdrohung fest

Die Uefa droht der Fifa weiterhin mit einem WM-Boykott, obwohl Fifa-Präsident Gianni Infantino Pläne für einen Investorendeal zurückgezogen hat. Die Uefa hat klargestellt, dass die Bedingungen für eine Rücknahme der Drohung nicht erfüllt seien.

In einer Erklärung betonte die Uefa, dass die Vorschläge zum Verkauf großer Wettbewerbe zurückgezogen und Zusicherungen gemacht werden mussten, dass solche Versuche, den Sport zu verzerren, nicht wiederholt werden. Diese Bedingungen seien nicht erfüllt worden.

Die Uefa hat zudem ihr Vertrauen in die Präsidentschaft von Gianni Infantino verloren und hält an dieser Haltung fest. Eine Bekanntgabe, dass einige Angestellte des Fifa-Präsidenten ihm zustimmen, ändere daran nichts.

Infantino erhält Rückendeckung

Trotz der anhaltenden Kritik erhielt Gianni Infantino bei einer Krisensitzung in Rabat, der marokkanischen Hauptstadt, die volle Rückendeckung der Fifa-Führungsspitze. Der Fifa-Generalsekretär Mattias Grafström und die anwesenden Mitglieder des Management-Boards sicherten ihm ihre uneingeschränkte Unterstützung zu.

Umgekehrt sprach Infantino seinem Generalsekretär Grafström ebenfalls volle Unterstützung aus. Dies geschah, obwohl Grafström sich zuvor in einer internen Fifa-Mail von Infantino distanziert und von einer „traurigen Reihe von Ereignissen“ gesprochen hatte.

Fifa-Chef Infantino in Rabat: Einigkeit nach der Notfallsitzung
Fifa-Chef Infantino in Rabat: Einigkeit nach der NotfallsitzungFoto Credit: spiegel.de

Die Fifa-Spitze räumte ein, dass „Fehler unterlaufen“ seien bezüglich der Investoren-Affäre. Es wurde betont, dass es nicht beabsichtigt war, dem Fifa-Rat und den Fifa-Mitgliedsverbänden das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen.

Zukunft von Infantino und weitere Entwicklungen

Infantino hatte nach massiven Protesten Pläne zurückgezogen, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte der Fifa, wie etwa an der Weltmeisterschaft, eine Milliardensumme einzunehmen. Diese Pläne hatten weltweit für Empörung gesorgt, und die Uefa hatte den Schweizer scharf kritisiert.

Die Fifa erklärte, keinerlei Angriffe auf ihre Integrität zu dulden und alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen. Fifa-Insider prognostizieren dennoch, dass Infantino im März 2027 wiedergewählt wird.

Ein Bericht der „Times“ sorgte zudem für Wirbel, indem er unter Berufung auf eine anonyme Quelle behauptete, Infantino habe Marokko die Austragung des WM-Endspiels 2030 versprochen und im Gegenzug Unterstützung verlangt. Die Fifa dementierte dies umgehend und erklärte, es sei falsch und irreführend, eine solche Behauptung aufzustellen, da eine Entscheidung zu gegebener Zeit getroffen werde.

Infantino möchte sich im März 2027 für eine weitere Amtszeit bis 2031 wählen lassen und informiert aktuell über jeden Verband, der ihn unterstützt. Bislang unterstützen acht asiatische Verbände, darunter der ehemalige WM-Gastgeber Katar, Infantino.

Source: bild.de