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Paris: Florian Wellbrock sichert sich zweites EM-Gold im Freiwasser

Florian Wellbrock holt das nächste EM-Gold für Deutschland - BILD

Wellbrocks Dominanz in Paris

Florian Wellbrock hat bei den Europameisterschaften in Paris seine beeindruckende Erfolgsserie fortgesetzt und sich über die fünf Kilometer Freiwasser die Goldmedaille gesichert. Dieser Triumph folgt auf seinen Sieg über die olympische Distanz am Vortag, womit er seinen zweiten EM-Titel in der Seine feiert. Mit diesem Erfolg hat der deutsche Freiwasserschwimmer nun bereits seine fünfte Medaille bei Freiwasser-Europameisterschaften gewonnen.

Wie schon im Rennen über zehn Kilometer verwies der Olympiasieger von 2021 den Ungarn David Betlehem auf den zweiten Platz. Die Bronzemedaille ging an den Italiener Gregorio Paltrinieri. Wellbrock, der in Magdeburg unter Bundestrainer Bernd Berkhahn trainiert, zählt mit vier Weltmeistertiteln zu den erfolgreichsten Athleten seiner Disziplin.

Im Vorfeld der Wettkämpfe war die Verfassung von Wellbrock lange unklar, da er im Verlauf der Saison dreimal krankheitsbedingt ausgebremst wurde. Trotz dieser Herausforderungen zeigte er in der Seine eine beeindruckende Leistung. Er übernahm früh die Führung und bestimmte von Beginn an das Tempo des Rennens. Durch gezielte Tempowechsel setzte er die Konkurrenz unter Druck und kontrollierte den Verlauf des Wettkampfes.

Als David Betlehem auf der Schlussrunde einen Angriff startete, wehrte Wellbrock diesen mühelos ab und sicherte sich damit seinen zweiten EM-Titel in Paris. Seine Siegerzeit über fünf Kilometer betrug 55:40,2 Minuten, wobei er einen Vorsprung von 2,3 Sekunden auf Betlehem hatte. Paltrinieri erreichte das Ziel 4,5 Sekunden nach Wellbrock.

Weitere Ergebnisse und deutsche Leistungen

Während Wellbrock seine Erfolge feierte, verpasste Oliver Klemet, der am Dienstag noch den dritten Rang belegt hatte, diesmal die Top-Platzierungen und musste sich mit dem zehnten Platz zufriedengeben. Bei den Frauen verpasste EM-Neuling Julia Ackermann die Top Ten über fünf Kilometer Freiwasser knapp. Die 19-Jährige aus Chemnitz, die zuvor bei den Junioren-Europameisterschaften in Ungarn zweimal Gold gewonnen hatte, belegte nach 1:03:17,7 Stunden den 13. Platz in der Seine.

Die Goldmedaille bei den Frauen über fünf Kilometer sicherte sich die italienische Titelverteidigerin und Vizeweltmeisterin Ginevra Taddeucci, die bereits über die doppelte Distanz triumphiert hatte. Silber ging an die Ungarin Viktoria Mihalyvari Farkas, und Bronze gewann die Italienerin Barbara Pozzobon. Die Heidelbergerin Fabienne Wenske verzichtete kurzfristig wegen eines Infekts auf den Start. Zuvor hatten bereits Lea Boy aus Würzburg und Leonie Märtens aus Magdeburg ihre Teilnahme aufgrund von Erkrankung und Trainingsrückstand abgesagt.

Im Männerwettbewerb über fünf Kilometer erreichte der Salzburger Luca Karl einen Top-Ten-Platz und belegte den neunten Rang. Ihm fehlten mehr als 40 Sekunden auf die Medaillenränge. Karl landete am Vortag über die Olympia-Distanz von zehn Kilometern auf Platz acht. Er wird am Freitag auch noch im drei Kilometer Knockout-Rennen antreten.

Wellbrocks Versöhnung mit der Seine

Mit seinen zwei EM-Titeln in der Seine in Paris schließt Wellbrock wohl endgültig Frieden mit dem Gewässer. Bei den Olympischen Spielen 2024 an gleicher Stelle hatte er die Podestplätze deutlich verpasst, was für ihn eine der größten Enttäuschungen seiner Karriere darstellte. Als Olympiasieger von Tokio über zehn Kilometer Freiwasser reiste er damals als Medaillenkandidat an, verließ Paris jedoch ohne eine einzige Medaille. Die aktuellen Erfolge markieren somit eine positive Wendung für den Athleten.

Sein Trainer Bernd Berkhahn, unter dem Wellbrock in Magdeburg trainiert, hat den Athleten durch die Herausforderungen der Saison begleitet. Die Fähigkeit, nach Krankheiten wieder zu dominieren, unterstreicht seine mentale und physische Stärke. Wellbrock wird weiterhin als einer der erfolgreichsten Schwimmer seiner Disziplin angesehen, was seine vier Weltmeistertitel belegen.

Die Europameisterschaften in Paris bieten eine Plattform für Athleten, sich auf höchstem Niveau zu messen. Florian Wellbrocks Leistungen in der Seine sind ein Beleg für seine anhaltende Dominanz im Freiwasserschwimmen und seine Fähigkeit, auch nach Rückschlägen wieder an die Spitze zurückzukehren.

Die Wettkämpfe in Paris setzen sich fort, und die Athleten bereiten sich auf weitere Rennen vor, darunter das drei Kilometer Knockout-Rennen am Freitag.

Source: bild.de