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Bundesliga übernimmt WM-Regeln: Trainer äußern gemischte Gefühle

WM-Regeln gelten künftig auch in der Bundesliga - was die Trainer davon halten - T-Online

Die Bundesliga führt zur kommenden Saison einige Regeländerungen ein, die bereits bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko angewendet wurden. Diese Anpassungen zielen darauf ab, das Zeitspiel zu reduzieren und die Netto-Spielzeit zu erhöhen. Die Reaktionen der Trainer auf diese Neuerungen sind jedoch geteilt.

Zu den wichtigsten Änderungen gehört die Einführung von Countdowns bei Einwürfen und Abstößen. Schiedsrichter können künftig einen Fünf-Sekunden-Countdown starten, wenn die Spielfortsetzung verzögert wird. Läuft der Countdown ab, ohne dass das Spiel fortgesetzt wurde, wechselt der Ballbesitz. Bei einem Abstoß, der nicht rechtzeitig ausgeführt wird, erhält das gegnerische Team einen Eckstoß, während bei einem verzögerten Einwurf das gegnerische Team den Ball erhält.

Maßnahmen gegen Zeitspiel und ihre Auswirkungen

Ein weiteres Element zur Beschleunigung des Spiels sind Zeitlimits für Auswechslungen. Spieler, die ausgewechselt werden, müssen den Platz innerhalb von zehn Sekunden verlassen. Sollte dies nicht geschehen, darf der einzuwechselnde Spieler erst nach einer Minute Wartezeit und bei der nächsten Spielunterbrechung das Feld betreten. Dies bedeutet, dass das wechselnde Team für mindestens eine Minute in Unterzahl agieren muss, wenn ein Spieler das Feld nicht zügig genug verlässt.

Die meisten Bundesliga-Trainer begrüßen die Maßnahmen zur schnelleren Spielfortsetzung. Sie sehen darin eine Steigerung der Attraktivität und eine Verbesserung des Spiels durch die erhöhte Netto-Spielzeit. Diese Einschätzung spiegelt einen Konsens wider, der aus einer Umfrage unter den Erstligaklubs hervorgeht.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Freiburg-Coach Julian Schuster äußert Bedenken hinsichtlich der vielen kleinen Eingriffe in den Spielablauf, die seiner Meinung nach von jedem Schiedsrichter individuell ausgelegt werden könnten. Er plädiert stattdessen für eine konsequente Nachspielzeit bei Zeitspiel.

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Julian Schuster: Er geht in seine dritte Saison als Cheftrainer des SC Freiburg. (Quelle: IMAGO/Arne Amberg/imago) Credit: t-online.de

Regelungen bei Verletzungen und VAR-Einsatz

Eine weitere Neuerung betrifft die Behandlungspausen. Spieler, die auf dem Spielfeld behandelt werden müssen oder eine verletzungsbedingte Spielunterbrechung verursachen, müssen das Feld verlassen und dort mindestens eine Minute warten, bevor sie wieder eintreten dürfen. Dies gilt nicht für die nächste Spielunterbrechung, sondern kann auch im laufenden Spiel mit Erlaubnis des Schiedsrichters erfolgen.

Bei dieser Regelung zeigen sich innerhalb der Bundesliga gemischte Gefühle. Hoffenheims Trainer Christian Ilzer betont, dass echte Verletzungen nicht benachteiligt werden dürfen. Er appelliert an Schiedsrichter und Ärzte, mit gesundem Menschenverstand zu handeln, um sicherzustellen, dass Spieler aus Angst vor einer Zwangspause keine notwendige medizinische Hilfe hinauszögern.

Es gibt jedoch Ausnahmen von der Ein-Minuten-Regel bei Verletzungen. Diese gelten, wenn Torhüter sich verletzen, ein Torhüter und ein Feldspieler nach einem Zusammenprall behandelt werden müssen, Spieler desselben Teams nach einem Zusammenprall behandelt werden müssen, ein Spieler sich schwer verletzt, ein Spieler durch ein Foul verletzt wurde, für das eine persönliche Strafe ausgesprochen wurde und die Behandlung schnell abgeschlossen wurde, oder wenn ein Strafstoß verhängt wurde und die verletzte Person diesen ausführen soll.

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Bei der WM 2026 gehörten die Trinkpausen zum festen Spielablauf. (Quelle: IMAGO/Bahho Kara/imago) Credit: t-online.de

Der VAR darf künftig auch bei Gelb-Roten Karten eingreifen, um eine zweite Gelbe Karte oder eine Spielerverwechslung zu überprüfen. Dies wurde bei der WM im Fall Embolo diskutiert und wird nun auch in den deutschen Ligen übernommen. Eine weitere Regeländerung betrifft die Vorteilsauslegung: Wenn der Schiedsrichter auf Vorteil entscheidet und daraus ein Tor entsteht, entfallen persönliche Strafen für das Vereiteln einer offensichtlichen Torchance. Dies gilt beispielsweise bei einer „Notbremse“ oder wenn ein Verteidiger den Ball auf der Torlinie abwehrt und anschließend ein Tor erzielt wird.

Zudem kann die Vorteilsregelung ab der Saison 2026/27 auch bei einer nicht korrekten Spielfortsetzung angewandt werden, beispielsweise bei einem falschen Einwurfort oder einem ruhenden Ball. Eine weitere Anpassung betrifft das Tragen von Schmuck. Künftig ist es erlaubt, Schmuck oder Accessoires zu tragen, sofern diese ungefährlich und sicher abgedeckt sind und keine Gefahr für die Beteiligten darstellen.

Die von der FIFA neu eingeführte Regelung zur Überprüfung und eventuellen Revidierung von gegebenen Standardsituationen durch den VAR wird in Deutschland nicht übernommen. Die neuen Regeln treten mit dem Saisonstart der Bundesliga Ende August in Kraft.

Source: t-online.de